Full text : Unser Schönes Samland

wies mit einer Ahnentafel seine
Zugehörigkeit. Aber noch größer war
die Zahl der Thienemann-Verehrer.
Unter ihnen Persönlichkeiten aus
Politik und Wissenshaft, auch die
Enkeltochter des Gutsbesitzers Ulmer,
der seinerzeit Thienemann Land zur
Verfügung gestellt hatte, war mit einem
alten Dokument in der Tasche erschienen.

Der Bürgermeister des Ortes überraschte
 gleich zu Beginn der Veranstaltung
 die Teilnehmer mit einem
Straßenschild. Die Hauptstraße in
Gangloffsömmern heißt jetzt Thienemannstraße.
 Das war für uns Genugtuung,
 obwohl wir eine andere Vorstellung
 hatten. Der Text im Sömmerdaer
 Informationsheft wird sich
auch ändern. Vorerst mußten wir uns
mit der fehlerhaften Schreibung des
Wortes Rossitten (mit einem s) auf der
Gedenktafel zufrieden geben. Der
Steinmetzmeister war anwesend und
bekannte sich dazu. Inzwischen ist
eine vollständig neue Tafel gefertigt
worden.

Tagung der Akademie St. Petersburg
teilzunehmen und von der Verehrung
aus dem Geburtsort zu berichten. Sie
nahmen eine beachtliche Spende, die
dieser Tag einbrachte, für die
Anschaffung wissenschaftlicher Geräte
 mit. (Das war bereits die 3.
Begegnung der Ostpreußen aus dem
Kreis Sömmerda mit der dortigen
Direktion.)
Abschließend konnten wir einschätzen,
 daß wir unsere Zielstellung
erreicht haben:
Mit der Thienemann-Ehrung und
Würdigung seiner Leistung haben wir
ein Stückchen Ostdeutsche Kultur ins
Blickfeld gerückt, die heute nicht nur
in Europa, sondern weltweit praktiziert
 wird und auf ihre Pflege und
Erhaltung aufmerksam gemacht.
„Möge auch weiterhin ein glücklicher
Stern über diesen Versuchen walten!“,das
 war Thienemanns Wunsch
und für uns Vermächtnis.
Margarete Ritter,
Topfmarkt 12, 9963S Kindelbrück,
Telefon: 036375 - 58278

12. Mai 2001 in
Qiim’loffsömmern -
Enthüllung der Qedenktafel
für
Prof. Pr. J. Thienemann.

Zwei Bürger aus Gangloffsömmern
machten sich auf den Weg nach
Rossitten, dem heutigen Rybatschij,
um dort an der Wissenschaftlichen

Links im Vordergrund:
Jagdhornbläser, dahinter in
ostpr. Tracht Margarete
Ritter, vor der noch verhüllten Tafel Thienemanns
Enkel Carl Christoph Hilgenfeldt, rechts von der Tafel
im hellbl. EHemd Urururenkel Felix Decker, dahinter
Joachim EHundt und Pfarrer Heinrich vor dem
Kirchenchor.

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„Ostpreußen-Feldpost"

In der 150. Folge unseres Heimatbriefes
 wurden auf Seite 73 Briefe mit
dem Aufdruck „Feldpost Ostpreußen“
gesucht. Für den Heimatbriefleser
stellt sich sicherlich die Frage „Was ist
das“? Sind dies Feldpostbriefe, die in
Ostpreußen aufgegeben wurden oder
ist das etwas Besonderes? Diese Frage
möchte ich aus gegebenem Anlaß ein
wenig aufhellen; aber um es vorweg zu
nehmen: Die Briefe und Karten mit
dem Aufdruck „Ostpreußen-Feldpost“
sind in Sammlerkreisen die interessantesten
 Stücke der Post aus Ostpreußen
und besonders des 2. Weltkriegs und
werden gut bezahlt.
Wie bereits im 1. Weltkrieg gab es
auch seit Kriegsbeginn 1939 eine
Feldpost beim Militär. Die Feldpost
war von der Reichspost weitestgehend
getrennt. Sie betraf die Truppen im
Front- und Heimatbereich. Somit
kommen Feldpostbriefe aus Ostpreußen,
 die in den ersten Kriegsjahren
 in den Garnisionsstädten aufgegeben
 worden sind, recht häufig vor.
Als dann ab Herbst 1944 die Kämpfe
auf ostpreußischem Gebiet stattfanden,
 verlagerte sich auch die Feldpost
in diesen Bereich.

Durch die Abschnürung Ostpreußens
 am 23. Januar 1945 durch die
Rote Armee, war die Postversorgung
der im Ostpreußenkessel Verbliebenen
 nur noch zu Wasser und zu Luft
möglich. Um den knappen Transportraum
 für Verwundete und Flüchtlinge
nutzen zu können, wurde der
Postverkehr stark eingeschränkt. Damit
 war die Verbindung zu Angehörigen

 im Reich häufig eine reine
Glückssache. Dies betraf sowohl das
Militär wie auch den zivilen Bereich.
Alle diejenigen von Ihnen, die zu dieser
 Zeit noch in Ostpreußen waren,
kennen diese Probleme aus eigener
Erfahrung und wir alle waren darüber
nicht glücklich. Normale Karten und
Briefe mit Poststempeln aus dieser
Zeit sind bereits von Sammlern sehr
gesucht und erzielen gute Preise.
Um die Moral der kämpfenden
Truppe zu erhalten und den Soldaten
die Verbindung zu ihren Angehörigen
zu ermöglichen, wurde die Feldpost
bevorzugt befördert. Sie wurde in dieser
 Notsituation auch häufig von der
Zivilbevölkerung mißbraucht.
Um den Soldaten eine rationierte
Nachrichtenübermittlung zu ermöglichen,

 wurden ab etwa Ende Jan./
Anfang Feb. 1945 Postkarten in verschiedenen
 Farben mit dem Aufdruck
„OSTPREUSSEN-FELDPOST“ und
in einer zweiten Zeile „Diese Karte
wird bevorzugt befördert“ hergestellt
und an die Truppen ausgegeben.
Gleichzeitig gab es einen Faltbrief mit

OSTPREUSSEN-FELDPOS

Es gibt in diesem Sdiidtsalskampf
 für uns nur ein Gebot:
 Wer ehrenhaft kämpft,
kann damit das Leben für
sidi und seine Lieben retten!
ADOLF HITLER

UNSERE PAROLE«
Tapfe« und Treui

©

^ )

Postkarte „OSTPREUSSEN-FELDPOST
(Samml. Klemm)