Ich danke Herrn Pfarrer Schulz-Sandhof
sehr herzlich für die gute und
klare Predigt und die Gestaltung des
gesamten Gottesdienstes. Sehr viele
Besucher haben am Gottesdienst teilgenommen
und waren teils doch sehr
ergriffen. Die Kirche war überfüllt, so
daß viele Menschen draußen auf dem
Vorplatz den Gottesdienst nur miterleben
konnten.
Die musikalische Begleitung leistete
abermals der Männergesangverein
Dissen/Bielefeld. Herzlichen Dank!
Es war insgesamt ein sehr schöner,
würdiger Gottesdienst. Möglich wurde
er nur dadurch, daß der orthodoxe Pater,
der jetzige dortige Hausherr „Vater
Igor“ nach einigen Vorgesprächen es
uns erlaubt hat, diesen Gottesdienst
nach ostpreußischer Lithurgie hier in
Rauschen zu feiern.
2) Um 12.00 Uhr fand die eigentliche
Festveranstaltung im Club des
Militärsanatoriums - gegenüber des
Warmbades - statt. Es war eine
bunte Mischung von Musik, Volkstanz
und mehreren Reden.
Grußworte sprachen
a) der Bürgermeister von Rauschen
Wladimir-Alexejewitsch Schiganow
b) die Bürgermeisterin von Fischhausen
Glafira Nikolajewa Grigorenko
Beide sprachen sehr nett und fast
herzlich zu uns. Sie hießen uns willkommen
und sprachen weitere Einladungen
zu ähnlichen Treffen im
Samland aus. Es waren durchweg versöhnende
Worte, aus denen nur Gutes
für die Zukunft zu schließen ist. Ich
habe mich bei beiden nicht nur sehr
herzlich bedankt, sondern mit ihnen
und weiteren Persönlichkeiten in aller
Ruhe zu Mittag gegessen. So habe ich
wiederum die Gelegenheit ergriffen,
um mit den Russen auch das eine oder
andere persönliche Wort zu wechseln.
Weitere Grußworte sprachen
a) Alla Sarul, Direktorin des
Brachert-Museums
b) Herrn Sergei Jakimow, Leiter des
Museums in Pillau.
Beide sprachen sehr verbindlich zu
uns und wünschten eine gute Zusammenarbeit
mit den beiden Samlandkreisen,
besonders auf kulturellem
Gebiet.
Herr Jakimow z. B. überreichte mir
eine Kopie einer Liste mit Namen der
deutschen Bewohner von Pillau aus
dem Jahre 1947 - allerdings lediglich
in russischer Sprache -. Dazu erhielt
ich einige erschütternde Bilder Pillaus
aus der unmittelbaren Nachkriegszeit.
Einsehbar in der Geschäftsstelle in
Pinneberg.
Ich selber habe in einer etwas längeren,
aber grundsätzlichen Rede unsere
Positionen dargelegt und für
- Aussöhnung
- menschliche Kontakte zwischen
Russen und Deutschen
- und für Völkerverständigung
plädiert und geworben. Da ich oftmals
Beifall von Russen und Deutschen
erhielt, muß ich wohl den berühmten
Nerv getroffen haben.
Die anschließende Totenehrung
sprachen zwei charmante junge Damen,
- die Russin Swetlana aus Rauschen
- die Deutsche Silke aus Hamburg.
Danach spielte die Russin Rita Sikowa
sehr schön und passend auf der Geige.
Die musikalische Umrahmung
übernahmen der MGV Dissen/Bielefeld
und aus Königsberg eine sehr
nett anzusehende und gut singende
Kindergruppe „Die Königsberger
Grillen“, unter Leitung von Frau Nina
Tschernjawskaja
Da wir keine deutsche Volkstanzgruppe
bekommen konnten, tanzte für
uns die Gruppe „Laduschky“ aus
Rauschen. Sie tanzten sehr schön anzusehen
in Trachten und boten eine
ausgezeichnete Tanzkunst.
Zum Schluß sangen wir alle gemeinsam
das Ostpreußenlied.
Danach haben wir mit vielen
hundert Menschen, Deutsche und
Russen, bei weiterer folkloristischer
Unterhaltung einen vorbereiteten,
hervorragend schmeckenden Eintopf
gegessen.
Es war ein bunter gemischter Nachmittag
bei bestem samländischen
Wetter.
Am Abend führen wir in einigen
Bussen nach Germau zur Totenehrung
an dem Ehrenmal, das wir mit der
Ortsgemeinschaft Germau 1993 eingeweiht
haben. Wir legten dort einen
Kranz zum Gedenken an unsere Toten
nieder. Umrahmt >vurde die kurze
Feier mit entsprechenden Gesangsdarbietungen
durch den MGV
Dissen/Bielefeld.
B. Ein Fazit in Kürze. Dank sage
ich allen, die an den Kulturtagen teilgenommen
haben. Es war insgesamt
ein voller Erfolg! Dank all denen, die
zugepackt und geholfen haben.
Danke sage ich dem Ehepaar
Albers für Hilfen in jeder Lage. Danke
an die Ortsvertreter, die sich in den
Orten mit den Russen getroffen und
Kontakte ausgebaut haben, wie z.B.
die Medenauer. Danke sage ich stellvertretend
für alle Ortsvertreter an
Ernst Wittrien, der in zwei Bussen mit
8 8 Personen angereist war. Eine
großartige Leistung! Zum Nachahmen
empfohlen!
Danke an Dietrich Huuck, der eine
Menge Medikamente, gesammelt für
uns von einem deutschen Arzt, nach
Rauschen brachte. Wir haben diese
Medikamente im Gebietskrankenhaus
Königsberg - früher Barmherzigkeit -
und der Stadtpoliklinik in Rauschen
übergeben. Beide Krankenhäuser haben
mit großer Freude und Dankbarkeit
die Medikamente entgegengenommen
und sich schriftlich bei uns dafür
bedankt.
Über unsere Vorbereitungen, die
seit September 1998 laufen, sind die
Samländer permanent über Heimatbrief
und Ostpreußenblatt informiert
worden.
Darüberhinaus habe ich das
Protokoll meiner Gespräche und
Verhandlungen, die ich im März 1999
im Samland mit den Russen führte,
allen Ortsvertretern zugeleitet, so daß
jeder informiert war.
Auf der anderen Seite darf ich kritisch
anmerken, daß ich mir eine stärkere
und geschlossenere Teilnahme
der Ortsgemeinschaft erhofft und erwünscht
habe. Schade!
Viele Russen (Bürgermeister, Ärzte,
Kulturbeauftragte, Presseleute, usw.)
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