arbeitet mit im Verbund der anderen
Ostseeländer in Oregia Baltica. Er
sagte ferner, daß den Russen sehr
daran gelegen sei, die genaue Geschichte
der Stadt wiederzugeben.
Außerdem wolle man ein Zentrum für
Tourismus schaffen. Bei all diesen
Vorhaben ist deutsche Hilfe - auch
und gerade von uns - sehr willkommen.
Aufgrund einer Sondererlaubnis
des Admirals aus Pillau durften wir als
erste deutsche Gruppe nach dem
Krieg überhaupt die Zitadelle betreten
und besichtigen.
Ein gutes Mittagessen rundete
einen sehr interessanten Besuch in
Pillau ab.
Vorher haben wir noch
- zuschauen dürfen beim militärischen
Exerzieren
- das Museum unter Leitung von
Jergej Jakimow besichtigt
- eine Führung durch die Stadt einschließlich
Strand erlebt.
Nach wie vor kann man nur mit
Sondergenehmigung, die einige Tage
vorher eingereicht werden muß, nach
Pillau reisen.
Mit einzelnen Lehrern von Pillau
haben wir über Schüleraustausch mit
deutschen Schülern gesprochen.
So ist z. B. der Bürgermeister von
Ritterhude bei Bremen, Herr Ingo
Kuhrt, in Verbindung mit dem dortigen
Gymnasium bereit, einige russische
Schüler, möglichst mit deutschen
Grundkenntnissen, aufzunehmen. Wir
sollten auch hier entscheidend mitwirken.
Die Zeitung der Baltischen Flotte
hat bereits am 22.7.1999 über unseren
Besuch sehr freundlich und ausführlich
berichtet. Dies empfinde ich z.B.
als eine sehr hoffnungsvolle Geste uns
gegenüber.
Auf der Rückfahrt haben wir in
Tenkitten und Palmnicken Halt gemacht.
In Palmnicken haben wir einen
orthodoxen Gottesdienst besucht und
eine kleine Bernsteinschleiferei besichtigt.
Mittwoch, 21.7.1999
Der Vormittag stand den Teilnehmern
zur freien Verfügung. Er
wurde zum Bummeln durch Rauschen,
bzw. zum Baden in der Ostsee genutzt.
Wir, die Verantwortlichen, hatten
noch verschiedene Dinge für die nächsten
beiden Tage zu erledigen.
Am Nachmittag fand für einen anderen
Teil der Besucher eine weitere
Stadtrundfahrt durch Königsberg statt.
Es wurde u.a. auch die neue evangelische
Kirche, die erst am 11. April
1999 eingeweiht wurde, besichtigt.
Frau Wolfram, die Ehefrau des derzeitigen
dortigen Propstes führte uns
höchstpersönlich. Um 18,15 Uhr begann
im Königsberger Dom ein Konzert
von ganz besonderer Güte mit
enormer Resonanz.
Es nahmen teil:
- der Gemischte russiche Chor von
der Musikfachschule aus Königsberg
unter der Leitung von Frau Tamara
Maximowa
- der MGV Dissen/Bielefeld unter der
Leitung von Herrn Friedhelm Beckmann.
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Die werbemäßige Bekanntgabe in
fast ganz Nordostpreußen erfolgte
unter Leitung des „Domherrn“ Igor
Odinzow.
Schließlich kamen rund 1400 Zuhörer
in den Genuß eines einmalig
schönen Konzertabends. (Ca. 60%
Deutsche und 40 % Russen waren
dort.) Der Gesang war so herrlich anzuhören,
daß 1400 Menschen mäuschenstill
zuhörten. Danach gab es den
lange anhaltenden verdienten Beifall
zu dem alle Dombesucher spontan
aufstanden. Es war wirklich ein einmaliger
musikalischer Leckerbissen.
(Sonderbericht auf Seite 20)
Für mich war es ein besonderes
Gefühl, in diesem ehrwürdigen Dom,
in dem meine Mutter 1927 eingesegnet
wurde, sprechen und Chöre wie
Besucher begrüßen zu dürfen.
Donnerstag, 22.7.1999
An diesem Tag wurden von uns 3
Alternativen angeboten:
1) Fahrt auf die Kurische Nehrung!
Mit den Besonderheiten, z. B. in
Nidden das Thomas-Mann-Haus
und Rossitten die Vogelwarte. Dazu
die einmalig schöne Dünenlandschaft.
Viel beschrieben und viel
bestaunt. Man muß dagewesen sein!
2) Eine Fahrt mit Anatolyj Bachtin
an einige Stätten im Samland wo
Kirchen standen bzw. noch stehn.
Herr Bachtin hat mit Dr. Doliesen
das Buch geschrieben „Vergessene
Kulturen - Kirchen in Nordostpreußen
Herr Bachtin hat mit großer Sachkenntnis
und Einfühlungsvermögen
geführt, erklärt und erschöpfend Fragen
beantwortet. Die Teilnehmer an
diesem Exkurs waren besonders angetan
und sehr zufrieden.
3) Deutsch-russisches Seminar unter
Leitung von Prof. Dr. Iwan Koptzev
(Inhaber des Lehrstuhls für deutsche
Philologie an der Universität
in Königsberg) und Frau Dr.
Bärbel Beutner (stellvertretende
Vorsitzende der Kreisgemeinschaft
Landkreis Königsberg).
Russiche Germanistik-Studenten
der Universität Königsberg und
deutsche Besucher der Kulturtage
waren die Teilnehmer des ganztägigen
Seminars. Genauer Bericht
auf Seite 14 von Frau Dr. Beutner.
Von allen Teilnehmern wurde diese
Art von Seminar sehr begrüßt und für
gut befunden. Man solle solche regelmäßig
wiederholen war die einhellige
Meinung aller Teilnehmer. Sich mit
der deutsch-russischen Geschichte zu
befassen, mit dem Ziel sich permanent
auszutauschen, ist ein Teil des
versöhnenden Gedankens der Völkerverständigung
auf unterster Ebene. So
wollen wir es auch weiter halten!
Beiden Referenten danke ich sehr
herzlich, die sich in so phantastischer
Weise vorbereitet und das Seminar
durchgeführt haben.
Freitag, 23.7.1999
1) Um 10.00 Uhr fand in der evangelischen
Kirche von Rauschen ein
Gottesdienst statt. Die Leitung
hatte wieder wie 1993 Herr Pfarrer
Klaus Schulz-Sandhof aus Rudau. 5