besitzer Woelke. Der Karpfenteich,
ein großer Birnbaum (Kruschke’s),
Kastanienbäume, viel Büsche und
Wiese waren ein ideales Umfeld für
die große Familie. Wer das kennt und,
wie ich, erleben durfte, schwärmt
heute noch davon.
Am 31. Januar 1945 begann der
Fluchtweg der Familie Lockwaldt mit
acht Kindern, Hans-Georg, der
Jüngste, war eineinhalb Jahre alt, in
Richtung Fischhausen und Pillau. Der
älteste Sohn Ernst war bereits als
Soldat eingezogen. Der Vater wurde
vor Pillau aus der Familie „gerissen“
und zum Volkssturm eingezogen. Mit
dem Schiff „Deutschland“ glückte die
Flucht über die Ostsee nach Saßnitz/Insel
Rügen,, von dort mit dem
Zug nach Niedersachsen in den Ort
Rockstedt.
Der Vater Gustav Lockwaldt kam
1948 krank aus russischer Kriegsgefangenschaft
in diese neue Umgebung
zu seiner Familie.
1956 erfolgte im Hinblick auf das
erreichte Alter und dem bevorstehenden
Ruhestand durch ihre Kinder, die
in Süddeutschland ihre neue Heimat
gefunden hatten, die Umsiedlung nach
Kehl-Neumühl, wo sie ebenfalls ihre
zweite Heimat fanden.
Einen erneuten Schicksalschlag
mußte sie 1960 hinnehmen, als ihr
Man durch einen Verkehrsunfall
tödlich verunglückte.
Zehn Jahre später starb im Alter
von 37 Jahren ihr Sohn Horst, 1996
starb ihr Sohn Helmut mit 63 Jahren.
Mit 86 Jahren zog sie zur Familie
ihrer ältesten Tochter Helene, die
auch schon 60 Jahre alt war, nach
Rheinau-Honau und wurde dort liebevoll
betreut. Elf Jahre später
mußten sie die Mutter mit 97 Jahren
krankheitshalber, doch schweren
Herzens, in das Seniorenheim geben.
Der häufige Besuch der Kinder gibt
ihr viel Abwechslung.
Da wird manche Stunde geschabbert
und Erinnerungen wachgerufen,
als Mutter in Kragau noch Myrten
züchtete und gerne verschenkte, am
liebsten an Brautpaare, aber auch zum
eigenen Zimmerschmuck nahm.
Ihr Lieblingsgericht, das sie gerne
kochte, waren „Königsberger Klops“.
Und die alten deutschen Volkslieder
stimmt sie noch heute an, wenn nur
die Familie oder eine Gesellschaft
anwesend ist. Der Choral „Großer
Gott wir loben Dich, Herr wir preisen
Deine Stärke“ ist wohl nicht nur für
ihr Ohr das Beste, es wird sicher für
dieses hohe und gesegnete Alter auch
die beste Medizin für die Seele unserer
Oma Liesbeth Lockwaldt aus Kragau
sein.
Wir, die alten Kragauer, aber auch
die große Familie der Kreisgemeinschaft
Fischhausen e.V. mit ihrem
Vorsitzenden Louis-Ferdinand Schwarz
wünschen auch weiterhin alles Gute
und sagen zu diesem Jubiläum herzlichen
Glückwunsch.
Karl Ernst Schmidtke,
Zöllmener Straße 23
in 01157Dresden
10
Kulturtage im Samland
Die Ausstellungen
Im Rahmen der Kulturtage im
Samland fanden im „Club-Haus des
Militärsanatoriums“ in Swetlogorsk
(Rauschen) 3 Ausstellungen statt:
„Aquarelle von Astrid Biese“, Gemälde
nach Motiven aus Ostpreußen
und aus dem Samland.
„Ostpreußische Webkunst“, Eine
Ausstellung mit Vorführungen im Weben
des Freundeskreises zur Erhaltung
und Pflege ostpreußischen Kulturgutes
e. V.
„Unser Samland - früher“, Eine
Ausstellung von Fotoaufnahmen aus
Verschiedenen Orten vor 1945.
In der weiträumigen Eingangshalle
des Club-Hauses fanden alle Ausstellungen
ausreichend Platz und
konnten ab Dienstag, 20.07.1999, bis
zum Ende der Veranstaltung von den
Interessenten betrachtet werden. Sie
wurden von zahlreichen angereisten
Heimatfreunden und von den russischen
Einwohnern besucht.
Frau Biese zeigte 20 Aquarelle in
passenden Passepartouts. Die ansprechenden
Motive aus den verschiedenen
ostpreußischen Gegenden drückten
Wärme und Heimatliebe aus.
Der „Freundeskreis“ stellte zahlreiche
Webarbeiten mit alten ostpreußischen
Mustern vor und führte auf
einem Tischwebrahmen die Herstellung
solcher Arbeiten aus.
Die rund 250 vergrößerten Ansichtskarten
aus früherer Zeit gaben sehr
anschaulich Einblick in das Aussehen
unserer Heimatorte vor 1945. Im folgenden
wird dieser Ausstellungsteil
erläutert:
Die Ausstellung „Unser Samland -
früher“ zeigte Ansichten und Gebäude,
die manchem Samländer unbekannt
waren und die die russischen
Besucher besonders über das gepflegte
Aussehen der Häuser in früherer
Zeit staunen ließen.
Dieser Ausstellungsteil war in 10
Bereiche gegliedert, in denen jeweils
20 bis 30 Bilder gezeigt wurden. Die
Vergrößerung der alten Ansichtskarten
auf das Format DIN A 4 war für
das Betrachten sehr vorteilhaft und
die deutsch-russischen Texte machten
auch den russischen Ausstellungsbesuchern
das Dargestellte verständlich.
Nachfolgend eine kurz gefaßte
Dokumentation dieser Ausstellung:
1. Der Kreis Fischhausen
Eine Übersicht mit farbiger Kreiskarte
über Orte, Landschaft und
Wirtschaft, 20 Bilder, (Samml.
Klemm).
Verbleib: Heimatmuseum der Kreisgemeinschaft
in Pinneberg
2. Königsberg (Pr) - Hauptstadt der
Provinz Ostpreußen
Bedeutende Bauten und Einrichtungen
der Stadt mit dem Hafen,
25 Bilder, (Samml. Klemm)
Verbleib: Heimatmuseum der Kreisgemeinschaft
in Pinneberg
3. Kreisstadt Fischhausen (Samland)
Gebäude der Stadt mit Kirche und
Hafen sowie Ansichten und Bauwerke
der Umgebung, 30 Bilder,
(Stadtgem. Fischhausen)
Verbleib: Heimatmuseum Primorsk 11