Full text : Unser Schönes Samland

Cüoikendecke auch keine Orientierung nach dem
Storno/der Bonne zu/ie/3 und keine Haute, wie ¿iunc/egebe/i,
 Hahnenge krähe oder Autogeräuscbe zu hören
 waren, mußten toir uns auf den g/üch/ichenZufa//
verfassen. DasQ/öck coar uns dann doch nochho/dund
wirgetan grien wieder auf die Straße zum forsthof.
Berm Umherirren sahen wir an zwei Ste/ien, die
sehr feucbt waren, d/ese/tenen geiben Sumpfs chwertii//en.
 Des weiteren wurden wir auf zwei Rehe aufmerbsam,
 die aber sofort wieder im Dickicht i/er -
schwanden, ft ehe haben wir bei unseren Heima¿besuchen
 sehr se/tengesehen. Aus gesprochen mit russ.
Bewohnern konnte ich entnehmen, daß das Boicd/ö
von Mi/itÖrangehörigen schonungs/os gejagt und
ahgekna/it wird und desha/b fast ausgerottet
ist. interessant und erho/sam ist eine tdanc/erung
vom Forsthof CJarnicken ent/ang der Straße durch
das schone OJarnicber Uia/dgebiet zur Försterei
Hirschau [2,3 Hm), wo man ganz se/ten mai ein Auto
sieht und die Bti/ie des tda/des so richtig genießen
kann. COußtenSie, daß der Preis 5 am/and zu den
wa/därmeren gebieten Ostpreußens gehörte? Die
Provinz Ostpreußen dagegengalt gemeinhin a/s eines
 der größten Cda/d/änder ofes Reiches. Jm Hreis
5am/and gab es neben dem -Tors tarn t ödarnichen
noch die größeren rörstamter hfobbe/bude und Ritzen
/a//e staat/icb). Dann gab es noch die Privatforsten
des Qrafen Dönhoff in Friedrichsstein b’eiiöwenbagen,
dentda/dbesitz des Qrafen Bu/ow von Denn ewitz in
Qrunhoff, die forsten 3/edau mit Darienen und dem
Postwa/d des Herrn von Batocki in B/edau, den
LangenOJaid Öst/ich von Q er mau und die tba/dgebiete
 des Alk - Qebiiges und 7ei/e des im Hreise
Labiau gelegenen r-orstamtes Qreiben an der HO -
Qrenze des Preises und zum Hu rischen Haß hin. Die
heutigen Bezeichnungen der ¿¿Jaider und deren &gentüm
 er sind nirgendwo ersichtiich. Höchstes Ihema

über /- /schhause/7 fotgrt •

Das sind meine Erinnerungen an den Bahnhof

Watzum-Pobethen

Mit Freuden, aber auch mit Wehmut
 las ich die Kindheitserinnerungen
rund um den Bahnhof Watzum-Pobethen
 von Herrn Fischer im Heimatbrief
 Folge 148, Seite 78/79. Auch ich
bin in den Jahren 1936 - 44 des öfteren
ab Königsberg-Nordbahnhof mit der
Samlandbahn nach Watzum-Pobethen
gefahren, denn in Pobethen wohnte
meine Schwester mit ihrer Familie, die
auch erst im Jahre 1948 ausgewiesen
wurde. Oft fuhr ich diese Strecke aber
auch alleine, soweit mich meine Eltern
von der Landwirtschaft freigaben. Aber
auch diverse Verwandte gab es zu meiner
 Begleitung. Der Busfahrer Herr
Gehrmann ist auch mir noch in guter
Erinnerung.

In einem Kriegsjahr - das Datum
erinnere ich nicht mehr - kam mein
jüngerer Bruder auf Urlaub und wir
planten einen gemeinsamen Besuch in
Pobethen. Da hieß es erstmal mit der
Kleinbahn ab Bulitten bis zum Bahnhof
 Königstor zu fahren. Per Straßenbahn
 - oder doch lieber zu Fuß ? - erreichten
 wir den Nordbahnhof. Die
Abfahrtzeit von dort wurde durch die
Zubringer bestimmt. Am Bahnhof
Watzum-Pobethen ausgestiegen trafen
wir auf eine größere Gruppe Reisender,
 die auch in den Ort Pobethen
und z.T. weiter wollten. Von diesen
Drängeleien hielten wir beide nicht so
viel und mein Bruder meinte: „Wozu
t die Straße da ...!“ Die Busreisenden
winkten uns beim Überholen fröhlich
zu und wir erwiderten den Gruß. Im
übrigen lud das Wetter an diesem Tag

zu einem mittleren Fußmarsch ein.
Bergab ging es nach Pobethen und bergauf
 aus dem Ort hinaus zu dem kleinen
Feldweg Richtung Garbseiden. Dieser
wunderschöne Tag und unsere gemeinsame
 „Reise“ nach Pobethen sind
mir bis heute in Erinnerung geblieben.
Mein Bruder ist im März 1945 in
Böhmisch-Mähren gefallen.

1998 und 1999 habe ich meinen
Heimatort bei Neuhausen und auch
Pobethen besucht. 1998 fuhr ich von
Königsberg aus per Bus nach Rauschen,
 aber zurück mit der Bahn zum
Nordbahnhof. Ich wollte viel von der
mir einst vertrauten Strecke sehen,
doch die Hälfte der Bahnhöfe existiert
nicht mehr. Gras, Kraut, überwuchernde
 Sträucher und Vernichtungen begleiten
 die gesamte Strecke. Wehmut
kam auf - trotzdem zieht die Heimat
wie ein Magnet an. Man sagt, um ein
krankes Kind muß man sich kümmern,
wenn auch nur besuchsweise. Unsere
Heimat ist krank!

Gertrud Schulz, geb. Kühn,
Falkenbergerstraße 49,
79110 Freiburg i.Br.

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