Wirtschaftsgebäude Tykrehnen,
1999Foto: Schneege
war die Bewirtschaftung dieser Kolchose
für die dort zur Arbeit herangezogenen
Deutschen aus den umliegenden Ortschaften
eine, wenn auch sehr knappe
Existenzgrundlage.
Heute heißt der Ort Zori. Die Kolchose
hat bis 1991 gearbeitet und die Felder
im weiten Umkreis bewirtschaftet. Dadurch
blieb der Ort erhalten und neue
Gebäude kamen hinzu. Doch der Zahn
der Zeit nagte auch hier. Inzwischen
(1999) bestand nur noch ein Restbetrieb,
der nur noch das unmittelbar angrenzende
Land bearbeitete.
Für das nächste Jahr ist neben dem
Hauptkreistreffen in Pinneberg im Frühjahr
ein Treffen in Erfurt geplant. Ich
würde mich freuen, wenn ich dort recht
zahlreich Heimatfreunde auch aus den
neuen Bundesländern und aus Süddeutschland
antreffen könnte.
Ich wünsche Ihnen allen ein gesegnetes
und gesundes Weihnachtsfest und einen
guten Start in das Jahr 2003. Allen
Kranken wünsche ich gute Besserung und
Wohlergehen im Neuen Jahr.
Mit heimatlichen Grüßen verbleiben
Euer Hans-Georg Klemm,
Sudetenstr. 11
91080 Uttenreuth,
Tel.: 09131-58489
und Eure Billjötts aus Frankfurt
Anmerkungen
1 Paul Gusovius: Der Kreis Samland; S. 742.
2 Hans Diehlmann: Die Türkensteuer im Herzogtum
Preußen 1540, Bd. 1 Anl. S. 71; Hamburg
1998.
3 Johann Friedrich Goldbeck: Vollständige Topographie
des Königreichs Preußen, Erster Teil,
S. 194; ND Hamburg 1990.
4 Samuel Gottlieb Wald: Topograph. Übersicht
des Verwaltungs=Bezirks der Königl. Preuß. Regierung
zu Königsberg in Preußen, S. 28; ND
Hamburg 1979.
5 Notiz von Ruth Schneege: Hof Schneege
Tykrehnen, ohne Datum.
6 Briefwechsel m. Erna Klemme, geb. Zitzewitz,
Frank Schneege, Erna Volland, geb. Pfeffer.
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Liebe Regehner Heimatfreunde — ... .. .-................
einschließlich der Ortsteile Watzum, Kalthof und Tolklauken
Am
Sonnabend den 28. 09.2002 erhielt
ich ein Bittschreiben von unserem
geschätzten Heimatfreund Willi
Fischer mit den folgenden Worten:
„...möchte ich Dich bitten, den Regehner
Heimatfreunden mitzuteilen, dass ich zur
Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht
in der Lage bin, einen Beitrag für die
Weihnachtsausgabe abzufassen und allen
Regehner Heimatfreunden herzliche Grüße
zu Weihnachten und zum Jahreswechsel
zu übermitteln“.
Soweit seine Worte.
Wir alle wissen es in etwa zu schätzen,
was ehrenamtlicher Ortsvertreter über
Jahrzehnte zu sein, mit vielen Aufgaben
und vertrauten dokumentativen Material
besorgt und behutsam umzugehen und
Rede und Antwort zu geben, bedeutet.
Auf diesem Wege möchte ich, ich denke
im Sinne aller Regehner, meinen herzlichen
Dank aussprechen für die inspirierenden
Formulierungen, die unser Ortsvertreter
aus seiner geschickten Feder hat
hervorbringen können. Wir wünschen
ihm alle baldige Genesung und weitere
Einsatzfreudigkeit.
Eine kleine Geschichte aus meiner
Kindheit möchte ich hinzufügen: Während
des Besuches 1995 in unserer alten
Heimat, den Ortschaften Watzum, Regehnen
und St. Lorenz, machte ich einen
eigenwilligen Abstecher mit dem Taxifahrer
Igor und dem gut deutsch sprechenden
Alexander zu einem abgelegenen
Gehöft.
Auf Umwegen über das Rollfeld der
roten Luftwaffe gelangten wir zu einem
bekannten Haus, das ehemalige Lippatsche
Gehöft. Die dort wohnende robuste
Babuschka und ihr Enkel waren gerne
bereit, uns zum Lückschen Hof zu führen.
Es ging durch hohes, steppenartiges
Gras, dem Walde entgegen. Wo waren
nur die Wege geblieben?
Die Babuschka führte uns um einen
Waldvorsprung herum und dann standen
wir an der Stätte, da einst fleißige Bauersleute
mit Müh und Not ihr Brot erwirtschafteten.
Was ich vorfand, war ein
urig gewachsenes Gehölz, das Verbindung
mit dem alten nahen Waldbestand geschlossen
hatte. Nach genauerer Erforschung
entdeckte ich den alten, aus faustgroßen
Feldsteinen kunstvoll ausgemauerten
Brunnen. Dann noch ein paar Ziegelbrocken
und zwei Apfelbäume. Dieses
waren die spärlichen Zeugnisse, dass
hier einst menschliches Tun und Treiben
stattgefunden hatte. Nun beherrschen die
Elche dieses Territorium. Der kleine Teich
war ganz frisch als Suhle benutzt worden.
Der große Teich, von wild wachsenden
Bäumen umgeben, unzugänglich
- nur ein Elchpfad führte uns dorthin.
Still und nachdenklich gingen wir
wieder durch die Steppe. Dann plötzlich
blieb ich stehen - dort in der Ferne ragte
eine große krumme Birke aus der grünen
Flur und dieser gekrümmte Baum
fing an zu reden:
Er erzählte mir eine kleine Geschichte,
als ich noch klein war:
Es war im Jahre 1939, mein älterer Bruder
und ich hatten uns auf die Socken
gemacht, von Lücks zum Watzumer Bahnhof
zu marschieren. Ja, wir wohnten 1939
bei Lücks. Rechtzeitig waren wir am
Bahnhof eingetroffen. Die Freude, unseren
Vater zu überraschen, beglückte
uns. Er, der vom Fronteinsatz zurück
kam, hatte sich mit dem Vier-Uhr-Zug
von Königsberg kommend angemeldet.
Ihm galt unsere ganze Aufmerksamkeit.