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Qutshaus Tykrehnen im Winter, ca. 1938 (Archiv Rauschen)
barhof Höllger, etwa 75 ha groß, dazugekauft,
so dass der Hof Schneege insgesamt
210ha groß war. Es gehörte noch
ein Schmiedegrundstück in St. Lorenz
und eine Waldparzelle von 10 ha in Obrotten
dazu.
Robert Schneege heiratete 1892 Antonie
Legien aus Mogaiten. „... Der jüngste
Sohn Max, geb. 1904, übernahm 1934
nach landwirtschaftlicher Lehre und Studium
an der Universität Königsberg den
Hof. Er heiratete 1934 Ruth Wiemann
aus Marscheiten (das ist die Verfasserin)...“5
Somit scheint richtig, dass Familie
Schneege alteingesessen im Samland
war, aber erst später nach Tykrehnen
kam. Der zu Tykrehnen gehörende
Besitz in Obrotten geht aus der abgebildeten
Urkunde von 1466 hervor.
Auf welchem Wege das Schmiedegrundstück
in St. Lorenz in den Besitz
der Familie Schneege kam, bleibt
ungeklärt.
Das Gelände von Tykrehnen
grenzte an Alexwangen, Kirtigehnen,
Rauschen, Loppöhnen und
Battau und wurde am östlichen
Rand vom Lachsbach
durchzogen, der hier ein
liebliches Tal bildete und an
dem das in der Literatur erwähnte
Tykrehner Wäldchen
lag.
Das Lachsbachtal, in Neukuhren
mündend, wird in
den früheren Reiseführern
als beliebter Wanderweg mit
dem Ziel Tykrehnen genannt.
Dort wurde offenbar gute
Gastfreundschaft gepflegt.
Bereits Dr. Karl Emil Gebauer
schreibt 1886 in „Wegweiser
durch Samland“, Seite 32: „... der
beliebte Fußsteig (führt) weiter nach
Tykrehnen, wohin man sich zur Tasse
Kaffee oder vielmehr noch zu “Schmand
und Glumse“, um unsere ostpreußische
Bezeichnung beizubehalten, begibt“. Im
Fremdenführer von Rauschen von vor
1910 wird gesagt: „Im Gutshause der
Besitzung Höllger kann man schönen
Kaffee mit Schaumflinsen erhalten.“ Und
1922 schreibt Oskar Schlicht: „Tykrehnen
war früher stark von Neukuhrener BaWohnhaus
Höllger, später Stops, 1999 (Foto Klemm
40
degästen besucht, die bei „Mutter
Schneege“ allerlei Erfrischungen erhalten
konnten.“
Frau Höllger hat demnach noch etliche
Jahre nach dem Verkauf ihres Hofes
in ihrem Haus gelebt. Später zog dort
Friedrich Stops als Bürgermeister der
Gemeinde St. Lorenz ein. Die Nebengebäude
dieses Hofes wurden als Wirtschaftsgebäude
vom Gut Schneege genutzt.
Die Landarbeit auf dem Gut wurde
durch Instleute geleistet. Es bestanden 3
Insthäuser für 11 Familien, deren Bewohner
- wie üblich - als Deputanten
mit Getreide, Kartoffeln, Milch und
Brennmaterial versorgt wurden, kleine
Gärten bewirtschafteten und Tiere hielten.
Zu den Insthäusem gehörten Stallgebäude.
Die Gebäude waren malerisch
um den Dorfteich gruppiert. Von den
Instleuten waren Emil Schwan als Obermelker,
Johann Zitzewitz als Kämmerer
sowie Fritz Fischer und Fritz Pfeffer als
Treckerführer beschäftigt.
Im Ortsplan, der die Straßen- und
Gebäudelage nach dem Messtischblatt
wiedergibt, sind die Gebäude von
Tykrehnen dargestellt und die Bewohner
genannt6. Eine detaillierte Namensliste
liegt vor, kann aber hier aus Platzgründen
nicht wiedergegeben werden. 1938 hatte
Tykrehnen 81 Einwohner. Für das Gebäude
(4), das im Messtischblatt angegeben
ist, wurde keine Erklärung gefunden.
Am 14. April 1945 kam das Ende. Wer
nicht geflüchtet war, erlebte wenigstens
2 ‘/2 Jahre Sowjet-Herrschaft. Nach den
ersten schrecklichen Wochen begann aber
in Tykrehnen die Arbeit. Für das Militär-Sanatorium
Rauschen wurde hier eine
Kolchose eingerichtet, die für die Ernährung
zu sorgen hatte. Familie Schneege
hat die Umwandlung ihres Gutes zur sowjetischen
Kolchose bis zur Ausweisung
miterlebt. Max Schneege durfte zeitweise
die Kolchosleitung beraten. Insgesamt
OrtspJan Tykrehnen isomaii Meßtischblatt ios7)
Weg nach Loppöhnen
Haus g ygrgrößgrt
5.1 Franke, Gustav
I
I6.1
Schwan
645 Pfeffer, Wilhelm
7.1 Reglin
7.2 Fischer
73 Franke, Otto
7.4 Lappsien
7.5 Pfeffer, Fritz
7.6 Neumann
7.7 Zitzewitz
Juni 2002/Klemm