denverkehr, hätten Menschen mit
guten Einkaufs- und Erholungsmöglichkeiten
in der Stadt und an der
Steilküste hier eine neue Heimat gefunden.
Die Bahnhöfe, die Messe, die
Universität, die Geschäfte, die Behörden,
Kultur und Sport lagen in erreichbarer
Entfernung.
Über die bereits gebaute Reichsautobahn
Königsberg - Elbing mit seiner
östlichen Umgehung von Königsberg
wäre zusätzlich eine günstige
Verbindung zum Reich möglich gewesen.
Die freie, landwirtschaftlich geprägte
Landschaft des Samlandes wäre
nicht durch die Großstadt Königsberg
zurückgedrängt worden, sondern durch
eine lebendige funktionierende mittlere
Gemeinde Rudau mit neuen
Siedlungsgebieten in geordneter Weise
belebt worden. Der unglückliche
Kriegsausgang hat das verhindert.
Melnikowo, das frühere Rudau, ist
im Jahr 2000 ein verlassener, einsamer,
fast unbewohnbarer und gefährlicher
Ort. Ich mußte einen hilfsbereiten
russischen Taxifahrer mit Hilfe
einer alten deutschen Karte dorthin
lotsen. Er wohnte und arbeitete seit 10
Jahren in Kaliningrad/Königsberg und
kannte sein Arbeits- und Aufenthaltsgebiet
nicht. Kurz hinter der
Abzweigung von der ehemaligen
Reichstraße Königsberg - Cranz in
Mollehnenn standen russische Warnschilder
an der Straße, wie sie bei militärischen
Sicherheitszonen üblich
sind: Betreten verboten! Man schämte
sich offensichtlich und sperrte deshalb
die Zugangsstraße ab. Die Kirchenruine
starrte einen bei der Einfahrt in
den Ort an. Ein paar Jungen und ihre
Freunde die Hunde streunten durch
das Dorf. Der Konsum war geschlossen.
Die Sowjose wurde aufgelöst. Der
Ort macht einen verwahrlosten Eindruck.
Ergänzungen und Berichtigungen an:
Klaus Schulz-Sandhof,
Ruf 05858-332, An der Elbe 4-6,
29490 Drethem.
' siehe dazu: Der Samlandplan in
Raumforschung und Raumordnung 2, 1938,
Seite 308 - 311, Stabi Berl Sign. 4 °Zsn 7453,
2,1938
2 Heute wird die Verwirklichung von den
Russen mit dem Bau eines Kraftwerkes,
Industriebauten un<J Hafenanlagen versucht.
Liebe Heimatfreunde aus
Bludau, Forken, Caspershöfen und Kobbelbude,
wir durften wieder einmal in den
Zug steigen und in das Land fahren,
aus dem man nicht vertrieben werden
kann, in das „Land der Erinnerungen“.
Bludau heißt der Ort und liegt im
Samland!
„Reisebeginn“ war der 28. April
2001 in Osnabrück im Gasthaus
Kohlbrecher. Es waren 20 Bludauer.
die mit kleinem Gepäck und freudiger
Erwartung zu unserem diesjährigen 15.
Ortstreffen anreisten. Im Gegensatz
20
zum letzten Jahr waren wir eine kleine
Gruppe. Aus gesundheitlichen Gründen
konnten die Geschwister Hamann
nicht dabei sein und andere machten
Urlaub oder waren anderweitig nicht
abkömmlich. Trotzdem war es wieder
eine schöne „Reise in die Vergangenheit“
mit Endstation in der
Gegenwart.
Kaum ist das Gepäck abgestellt,
heißt es: „Na, wie jeht, was machst?“
Das Wiedersehen ist immer wieder
schön, wenn auch mit einem Fältchen
und einem grauen Haar mehr als im
letzten Jahr. Dabeisein ist immer gut,
egal wie.
Telefonische Grüße erreichten uns
beim Mittagessen von Hilde Seifert
und ihrem Mann aus Harbke. Auch sie
konnten aus gesundheitlichen Gründen
nicht teilnehmen. Liebe Grüße
zurück, hebe Hilde, und gute Besserung!
Liebe Grüße ließ zu unserem immerhin
15. Treffen auch unsere Mutter
Lutz (der alte Fuchs) ausrichten. Sie
feierte am 5. August in diesem Jahr bei
guter Gesundheit ihren 90. Geburtstag.
Herzlichen Glückwunsch nachträglich!
Ebenfalls
Grüße wurden überbracht
von Gerda
Brosch und Erwin
Schwarz.
Unseren kurzen
offiziellen Teil hatten
wir auf den
Samstagabend gelegt,
da einige Teilnehmer
nicht bis
zum Sonntag bleiben konnten.
Zu Beginn gedachten wir in einer
stillen Minute unserer Verstorbenen.
Anschließend gab es Informationen zu
anstehenden Themen. Die Kasse
wurde geprüft - die Dittchens stimmten.
Neue Spenden für die laufenden
Ausgaben wurden dankend angenommen.
Älteste Teilnehmerin war Frau
Gertrud Baumgartner aus Caspershöfen.
Als Geschenk erhielt unsere
Seniorin statt des obligatorischen
Blumentopfes eine von Alfred Dumschat
gefertigte Buchstütze, verziert
mit Bernstein und Elchschaufel.
Unsere Bludauer Chronik konnte
leider noch nicht fertiggestellt werden.
Begonnen wurde sie bereits von Artur
Schalt. Nach seinem Tod übernahm
Edith Lemke die Arbeit, die uns leider
viel zu früh für immer verlassen hat.
Nun haben Fritz Huuck aus Caspershöfen
und ich diese Aufgabe übernommen.
Es ist noch sehr viel Arbeit
bis zur Fertigstellung zu leisten, da es
wenige Unterlagen gibt und wir
„Jüngeren“ größtenteils auf die Erzählungen
der Erlebnisgeneration angewiesen
sind.
15. Ortstreffen unserer „Bludauer Familie" 21