Full text : Unser Schönes Samland

Kinderfest - Schule Rothenen 1931

irgend einer Musik mussten wir dann so
Kreise laufen.
Aber dann gab es auf einmal großen
Lärm. Ein paar Väter hatten wohl schon
zu tief ins Glas gekuckt und es kam zu
einer saftigen Schlägerei. Mutter schnappte
 uns drei Marjellens, - und es ging ab
nach Hause. Da im Dorf ging es abends
noch weiter mit der Schlägerei. Das war

kein schönes Ende vom Kinderfest, deshalb
 ist mir das wohl noch so gut in Erinnerung
 geblieben.
Das ist nun schon über 70 Jahre her,
darum weiß ich einige Namen nun auch
nicht mehr.
Liebe Rothener und vor allen Dingen,
liebe Nodemser, wenn Ihr noch einer die
Lücken mit den Fragezeichen auffüllen

Obere Reihe, v.l.n.r.: - ?- Heiner Baumeister-Witli Muschinski - ?-Ewald Böhm - ? - ?-Alfred

Hinz - Manneck - Herbert Hübner - Georg Rähse -
2. Reihe: - ? - Manneck - ? - Hans Bodlin - Lehrer Herbert Stuck mit Rudi Wittkau - ? - Emst Dagg

- Manneck - Bruno Schock - Kurt Hübner - Hans Baumeister - Manneck - ? —
3. Reihe: - Alfred Hübner - Martin Daniel - Lisbeth Hübner - Lotte Liedtke - Erna Liedtke - ? -?

- ? - ? - Charlotte Held - Charlotte Hübner - Elsa Baumeister - Mathilde Schock - Ruth

Hamann -
4. Reihe: - ? - Manneck - Martha Mehlfeldt - Selma Schock - Hildegard Schaack - Gertrud Priwall

- Helga Baumeister - Lisa Pantel - Anni Grünbaum - Ruth Neumann - Lisbeth Böhm -

Lotte Rockel - Eva Hamann - 7 -
vorne; - 7 - Karl-Heinz Baumeister - 7 — Eva Neumann - 7 - Llsbetlr Kirsch - 7 -

könnt, ruft mich an. Ich würde mich riesig
 freuen. Ja und wenn jemand so ein
Photo haben möchte, - ich lasse gerne
ein paar Abzüge nachmachen .
Ja, nun hoffe ich sehr, dass wir uns alle
gesund im September in Pinneberg Wiedersehen.


Allen Heimatfreunden herzliche Grüße
Eure
Eva Schwarz
Alter Schulweg 8
25724 Neufeld/Holstein
Tel: 04856 - 322

Wiederaufbau der Ordenskirche in Kumehnen/

Kumatschjowo -

eine Initiative für Frieden und Versöhnung

Zu

den Besonderheiten des alten Ostpreußen
 gehören nicht nur seine
Wälder und Seen, der Ostseestrand und
der Bernstein, sondern auch seine zahlreichen
 alten Dorfkirchen, besonders
auch im Samland. Die meisten dieser alten
 Kirchen stammen aus dem 14. Jahrhundert
 und gehören zur Backsteingotik.
52 von ihnen gab es noch bis 1945 im
nördlichen (heute russischen) Teil Ostpreußens.
 Die meisten von ihnen hatten
den Krieg unversehrt überstanden.
In der sowjetischen Zeit dienten diese
Kirchen wirtschaftlichen Zwecken (meist
als Lagerhallen). Ihr allmählicher Verfall
 wurde in Kauf genommen, teilweise
kam es zu Vandalismus und bewusster
Zerstörung. Von den erwähnten Kirchen
sind heute gerade noch zehn übrig, bei
denen sich eine Restaurierung lohnen
würde, auch wenn sie schon stark unter
Verfall leiden - unter ihnen die Kirche
von Kumehnen / Kumatschjowo. Sie sind
heute die letzten Zeugen einer in dieser
Art in Europa einzigartigen Baukultur.
Und auch sie werden bald nicht mehr zu
retten sein, wenn nicht schnell etwas gehieht.


Seit 1992 dürfen die Menschen, die
früher hier wohnten, wieder ihre alte
Heimat besuchen. Viele von ihnen sind
in diesen Kirchen getauft, konfirmiert
und getraut worden. Ihre Vorfahren wurden
 auf dem Kirchhof begraben. Ihnen
blutete das Herz gerade auch angesichts
des Zustands der Kirchen. In den verfallenen,
 verwahrlosten Kirchen spiegelte
sich für sie ihr eigenes Schicksal, der
Verlust der Heimat und der eigenen Vergangenheit
 wider. Sie sahen aber auch
die materielle Not und das seelische Leid
der Menschen, die heute dieses Land bewohnen
 und die zu seiner Geschichte
bisher keine Verbindung entwickelt haben.


Einige dieser „Heimkehrer“ beschlossen
 spontan: „Das darf nicht das letzte
Wort sein.“ Hier und dort gründeten sich
Initiativen für den Wiederaufbau der Kirchen.
 Es zeigte sich, dass größere Teile
der heutigen russischen Bevölkerung,
besonders der jungen Generation, sehr
aufgeschlossen sind für diese Idee. Eine
dieser Initiativen ist der Förderverein
Kumehnen/ Kumatschjowo e.V. Gemeinsam
 mit der neu gegründeten orthodo- 51