Metadata : Unser Schönes Samland

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 Warnicken, das spätere Kurhaus, um 1910
(Samml. Klemm)

Aus der frühen Zeit der
Bernsteindiebe bestand das Strandreiter-Etablissement.
 Es wurde dann
unter dem Namen Waldhaus bekannt
und war Gasthaus mit Fremdenzimmern.
 Vor dem 2. Weltkrieg wurde
es an das Luftgaukommando l in
Königsberg als Erholungsheim für
Luftwaffenangehörige verpachtet.
Während des Krieges wohnten
dann dort Familien von auf dem
Flughafen Groß Dirschkeim Beschäftigten.

Nach dem Verkauf der Landfläche
des Gutes an die Ostpreußische Landgesellschaft
 um und nach 1930 entstanden
 in Warnicken zahlreiche Siedlungen:
 Die Siedlung an der Chaussee
nach Groß Kuhren, die Mückenhäuser
beim Bahnhof, die Siedlung am Wald
und die Wochendhäuser auf dem
Seeberg an der Collisschlucht. Weiter
entstanden eine Forstwirtschaftsschule
und Häuser für Staatsbedienstete von
Bahn, Polizei und Zoll. Der Handel
begann mit einem Kolonialwarengeschäft
 und einem Fahrradgeschäft.
Im Hause Wolle-John wurde eine

Privatschule eingerichtet, die 1939 geschlossen
 wurde. Aus der Forstwirtschaftsschule
 wurde im III. Reich
die Gebietsführerschule „Gerhard
Wittenburg“.

Ortsplan Warnicken (erstellt von Horst Riehs)
Zu diesem Ortsplan hat Horst
Riehs auch eine Einwohnerliste zusammengestellt,
 die hier nicht abgedruckt
 werden kann.
Wenn 1785 das Königliche Dorf
mit der Oberförsterei 6 Feuerstellen
hatte, dann hat der Ort bis 1945 eine
gute Entwicklung erlebt. Es gab nun
etwa 40 Häuser mit ca. 200
Einwohnern.
Im Krieg hat Warnicken nicht sehr
gelitten. Erst nach dem Bombenangriff
auf Königsberg waren die Ausgebombten
 untcrztibringen. Später
kamen dann die Flüchtlinge aus den
östlichen Kreisen Ostpreußens. Nur
ein Teil der Bevölkerung konnte flüchten.
 Am 14. April 1945 gegen Abend
marschierte die Rote Armee in
Warnicken ein. Einige Häuser wurden
angezündet oder später abgetragen
und sind inzwischen verfallen. Von der
verbliebenen Bevölkerung starben bis
zur Ausweisung 33 Personen. Sie wurden
 auf dem Seeberg bestattet.

Jetzt hat Warnicken den Namen
Lesnoje. Am Seeberg ist ein Ferienheim
 gebaut, im Kurhaus sind medizinische
 Einrichtungen untergebracht.
Das Leben dort geht weiter.
Abschließend bleiben einige

I
Fragen, die vielleicht von älteren
Lesern beantwortet werden können.
Zum einen ist in der Literatur nicht
eindeutig festzustellen, ob mit dem
Gut Warnicken die zur Oberförsterei
gehörenden Ländereien gemeint sind
oder ob es von altersher neben der
Öberförsterei noch ein Gut gab.
Zum anderen tauchen immer wieder
 Zweifel an der Lage der
„Himmelsleiter“ in der Wolfsschlucht
auf, die in gewissen Abständen
Sitzbänke hatte, zu denen es schöne
Verse gibt. Der letzte Vers lautet: „Nun
seid ihr oben und seht schon, die
Jägerspitz als euern Lohn. ...“.Das bedeutet,
 daß die Himmelsleiter zur
Jägerspitze führte und somit auf der
Seite der Försterei lag. Überwiegend
besteht aber die Ansicht, daß diese
Treppe auf der westlichen Schluchtseite
 lag und zur Königshöhe ging. Was
ist nun richtig?

Der Forstbezirk
Zur Oberförsterei Warnicken gehörte
 eine große und schöne Forst. Als
Sitz eines Wildnisbereiters wird
Warnicken bereits 1629 erwähnt. Nach
dem „Deutschen Forsthandbuch“ von
1937 betrug die Fläche 2534 ha. Die
Oberförster, ab 1872 Forstmeister genannt,
 waren von Gayl (1817-1824),
G. Gebauer (1824-1852), Oppermann
(1852-1859), E. O. Gebauer (1859-1870),

 Grabe (1870-1872), Schallehn
(1872-1897), Offermann (1897-1921),
 Schulz (1921-1929) und
Seegert. Von Warnickern wird noch
ein Förster Böhm genannt, der dort
nach Schulz eingesetzt war und 1932
im Wald verunglückte. Dabei bleibt
unklar ob er der Vorgänger von
Oberförster Seegert war oder ob er als
Revierförster bei Seegert eingesetzt
war.
Zu dem Forstbezirk gehörten die
Förstereien Wilhelmshorst, entstanden
 1834, mit zuletzt Rev.-Förster
Brettschneider; Hirschau, entstanden
1846, mit Rev.-Förster Harmgart;
Katzkeim mit Rev.-Förster Schmidt,
entstanden 1900 und Schönwalde mit
Forst-Aufseher Bischoff, entstanden
1908. Außer der Försterei Katzkeim
gehörten sie sämtlich zum Gutsbezirk
Warnicken und kamen 1928/29 zur
Gemeinde Georgenswalde.
Die landschaftliche Schönheit dieser
 Forst mit ihrem Wild- und
Baumbestand hat E. Schumacher bereits
 in den letzten Folgen des
Heimatbriefes geschildert.
Gern nehme ich aber noch Ergänzungen
 zu den einzelnen Förstereien
 entgegen.
Abschließend möchte ich die
Einladung zum Kreistreffen im Jubiläumsjahr
 in unserer Patenstadt
Pinneberg vom 14. bis 16. September
wiederholen. Ich werde mit meiner
Frau an allen Tagen dort sein und freue
mich, Sie dort sehr zahlreich zu treffen.
Wir werden sicherlich wieder den seit
Jahren bekannten Salon im Hotel Cap
Polonio zur Verfügung haben. Durch
das umfangreiche Programm werden 52