bericht in den Buchhandel unter dem
Titel: "Auf den Spuren meiner Kindheit"
- Eine Reise nach Ostpreußen. Es ist
inzwischen vergriffen.
Dieses Buch erhielt ein Mann in den USA,
der als 15jähriger nach vierwöchiger
Ausbildung im Wehrertüchtigungslager
in Brüsterort bei Groß-Dirschkeim im
Samland beim Forsthaus Schmergrube
auf der Frischen Nehrung zum Einsatz
kam. Er, sowie das Bataillon überwiegend
16-jähriger FIJ-ler, hatten die Aufgabe,
die über das Flaffeis strömenden
Flüchtlingstrecks zu sichern.
Dieser Mann, Heinz Schwarz (er dürfte
einigen Samländern bekannt sein),
überredete mich, ihm bei der Suche nach
noch lebenden Kameraden zu helfen. Für
mich war der Erfolg des Echos auf die
erste Suchanzeige unerwartet groß. Seit
1993 meldeten sich über 30 Personen
dieses Bataillons, von denen sich ein Teil
nun jedes Jahr einmal trifft; auch unter
den Ehefrauen entstanden Freundschaften.
Aus über 20 Berichten dieses Kameradenkreises
und einiger anderer junger
Menschen, die die Flucht miterlebten,
habe ich auf Wunsch und Drängen von
Herrn Schwarz nochmals ein Buch geschrieben.
Um eine Vorstellung von den
Wegen, den Fußmärschen bei Schneetreiben
und Eiseskälte zu bekommen, bin
ich das Samland kreuz und quer durchstreift,
konnte nach Pillau und Neutief,
über Königsberg bis nach Heiligenbeil
und im polnischen Teil weiter über Frauenburg,
Elbing bis Danzig und natürlich
auf die Frische Nehrung mit Haffüberquerung
per Ausflugsdampfer.
Die diesjährige Reise eines Kameraden
in die Heimat führte ihn auch zu seinem
Einsatzort beim Forsthaus Schmergrube.
Durch das Gespräch mit der freundlichen
Förstersfrau erfuhr er von einem Soldatengrab
in der Nähe des Ostseestrandes.
Auch ich war kürzlich auf der Nehrung
und fand dieses Grab:
Auf einem größeren rechteckig angehäuften
Sandhügel liegt ein Birkenkreuz.
Frische Blumen und ein aufgerichtetes
Kreuz mit Namenstafel geben Zeugnis
von unvergeßlichem Leid.
t Tu spoczywaja
Helmut Fröhner ur.
Anton Engel
Albert Fein
Otto Greitschüweit
Otto Müller
19.09.1909
01.10.1911
05.01.1919
15.12.1903
28.05.1914
Drei weitere Soldaten liegen hier, deren
Namen unbekannt sind. Sie alle sind am
30.04.1945 hierumgekommen. Kleingedrucktes
zeugt davon, dass dieses Grab
der Deutschen Dienststelle Berlin WASt.
bekannt ist. Im gesamten Nehrungswald
kann man immer noch unzählige Bombentrichter,
quadratisch ausgehobene
Bunkerlöcher und Unterstände sowie
kreuz und quer laufende Schützengräben
ausmachen.
Das Buch heißt: "Marschbefehle - und
dennoch Hoffnung" Der Weg des 1. Ostpreußischen
HJ-Bataillons. - Es ist in
Deinen gebunden und kostet 40, - DM.
Wegen der geringen Auflage ist es nur
über mich zu beziehen.
Ilse von Behren
Lohhof 28
32479 Hille
Tel.: 0571 - 613 70
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Liebe Schudittener, liebe Medenauer,
liebe Leserinnen und Leser!
Mein
Name ist Petra Hopfner. Ich
bin 37 Jahre jung und die Enkelin
des Großbauern Georg Josef Deckert und
seiner Frau Amalie aus Schuditten. Seit
1999 beschäftige ich mich mit der Familienforschung
und damit auch mit dem
Land Ostpreußen. Meine Wurzeln finde
ich u.a. im Ermland und im Samland,
hier speziell in Schuditten.
Das 50. Kreistreffen in Pinneberg nahm
ich als Chance wahr, mehr über das Leben
im damaligen Ostpreußen, über Tradition
und natürlich vielleicht etwas über
meine Herkunftsfamilie zu erfahren. Viele
neue Kontakte verhalfen mir dazu,
dass ich mir endlich eine kleine Vorstellung
vom Dorf Schuditten machen kann.
Mein Wissensstand über meine Herkunftsfamilie
mütterlicherseits und über
das Land Ost- und Westpreußen waren
vorher fast Null.
Ich wusste nichts über das Frische Haff
und die Kurische Nehrung, ich kannte
kein Ostpreußenlied und keinen Volkstanz
aus dem Samland. - Ich kenne jetzt
den Dialog oder auch Monolog „Das
Floh’che“ und „Mein Mops“ und amüsiere
mich darüber.
Nun möchte ich meine Herkunftsfamilie
vorstellen: Mein Großvater,
Georg Josef Deckert, wurde 1888 in
Berlin geboren. Um das Jahr 1925 herum
ist die Familie Deckert, d.h. mein
Opa, die Eltern meines Großvaters (Julius
und Anna Deckert) und ein Bruder meines
Großvaters (Bruno Deckert) nach
Schuditten umgesiedelt.
1927 heirateten meine Großeltern -
Georg Josef Deckert und Amalie, geb.
Tolksdorf. Meine Großmutter stammte
ebenfalls aus dem Ermland. 1928 wurde
meine Mutter, Hedwig Deckert, geboren
und 1930 ihre Schwester Edith. Beide
Mädchen gingen nach Medenau zur
Schule, entlang dem Schulweg, wo es die
großen saftigen Walderdbeeren gab.
Vielleicht ist ja jemand unter den Lesern,
die mit in die Jahrgangsklassen 1928 und
1930 gegangen sind. Meine Mutter erzählte
mir, dass sie und ihre Schwester
keinen großen Kontakt zu anderen Kindern
im Dorf hatten. Vielleicht kann sich
aber doch jemand an die beiden Mädchen
erinnern.
Im Februar 1940 verunglückte mein
Großvater auf der Rückfahrt von einer
Holzauktion in Blumenau tödlich mit
dem Pferdewagen.
Ich hoffe natürlich ganz stark, dass mein
Bericht Heimatfreunde ermuntert, mir zu
schreiben oder mich anzurufen, wenn sie
sich in Bezug auf Schuditten, an die
Schule Medenau, in welche meine Mutter
ging, oder an die Familie Deckert
erinnern können. Ich bin über jede kleine
Information dankbar.
Viele liebe Grüße aus dem Vogtland
Petra Hopfner
Oststraße 6
08468 Schneidenbach
Tel. 03765/65461
email: P.Hoepfner@web.de 59