Full text : Unser Schönes Samland

und Hausenberge, die zum Schutze vor
feindlichen Eindringlingen auf
Anordnung des obersten Priesters,
dem Krieven, angelegt wurden. Bei
den errichteten Anlagen handelte es
sich um Holz-Erd-Bauten. Man konnte
 dort die Bewohner mit ihrem Vieh
aus der umliegenden Gegend unterbringen
 und vor Überfallen und Unbill
bewahren. Wir finden Pili- und
Wallberge in unmittelbarer Nähe in
Plinken und Dievens, St. Lorenz,
Battau und Fliehburgen oder Hausenberge
 in der Germauer Gegend. Es
wird angenommen, daß beim Anlegen
der eben erwähnten Befestigungen der
Gedanke im Vordergrund stand, sich
bei Gefahr durch deutliche Signale -
am Tage durch Rauchzeichen und des
Nachts durch Feuerschein - gegenseitig
 zu verständigen. Zu der Zeit, als der
Deutsche Ritterorden mit der Unterwerfung
 und Christianisierung in unserer
 Heimat begann, hat er sich die
teilweise vorhandenen Burgberge zunutze
 gemacht, um darauf feste Burgen
mit starkem Mauerwerk zu errichten.
Wie alle Germanenstämme, verehrten
 auch die Pruzen die Götter der
Natur, und zwar dort, wo mächtige
Eichen, Buchen oder Eschen ihren
Bestand hatten. Solche Heiligtümer
lagen daher meist in großen Waldgebieten,
 die schwer zugänglich waren
und sicher überwacht werden konnten.
Diese Heiligtümer und Kulturstätten
durften von Unbefugten nicht betreten
werden, sie wurden mit dem sofortigen
Tode bestraft. Nur der oberste Priester
oder Krieve sowie die uns bekannten
Gottheiten wie Perkunos, Potrimpos,

Pikollos und eine Reihe anderer
Gottheiten niederen Grades hatten
Zutritt. Dem gefürchteten Kriegsgott
Pikollos wurden auch Menschen, besonders
 vornehme Kriegsgefangene
und christliche Priester geopfert. Aus
dieser Zeit sind uns noch eine Reihe
von Flurnamen erhalten, die die
Bezeichnung “Heiliger Wald” tragen.
Ebenso auch einige Ortsnamen, z.B.
“Heiligenkreuz”. Das religiöse
Hauptheiligtum aller Stämme lag im
Samland und wurde “Romove” genannt.
 Der genaue Ort dieser Kultstätte
 oder deren Lage konnte bisher
jedoch nicht ermittelt werden. Man
vermutet allerdings, daß es sich um
den Ort “Romehnen” handelt, der
etwa 4 km ONOst von Germau liegt.
Diese Zeugen der Vorzeit unserer
Heimat sind uns auch heute noch allgegenwärtig.
 Sie erzählen uns von der,
Charaktermerkmalen und von der
Wald- und Totenverehrung unserer
Vorfahren.
All dies kurz aufgezeigte umschließt
 auch manches persönlich
Erlebte und vielleicht Erträumte? - aus
der Kinderzeit, aus unserer angestammten
 Heimat im Samland ....
Gewiß, Heimat ist nicht nur ein irdischer
 Besitz. Heimat ist viel mehr als
nur ein Haus und Hof und Baum und
Strauch. Niemand kann leben ohne
den warmen Atem der Heimat der -
wie bei uns - in den Kindheitserinnerungen
 alles umschließt.
Abschließend möchte ich Ihnen
noch davon Kenntnis geben, daß mir
im September v. J. in Pinneberg unsere
nette Museumsfachkraft und Expertin,

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Frau Heide Lienert-Emmerlich, mitgeteilt
 hat, daß sie die Unterlagen über
die geographische Lage der archäologischen
 Fundstellen zu den Ortschaften
 wie auch die Beschreibungen
der Fundstücke im Museum vorgefunden
 hat. (S. hierzu Hbrf. 147, S. 68)
Wer also Interesse hat, kann - sobald
die Renovierung und Modernisierung
des Museums abgeschlossen ist,
Einsicht nehmen.
Ich wünsche mir, und uns allen,
meine lieben Regehner, daß unser
guter Patenonkel, der uns Samländer
schon seit einem halben Jahrhundert
aufgeschlossen und wohlwollend begleitet
 und stets ein offenes Ohr für unsere
 Belange hat, uns auch weiterhin
großzügig unterstützt.

Herzlichen Dank dafür!
Machen Sie’s gut. Und Danke, daß
Sie mich wieder ein Stück Weges begleitet
 haben.
Mit lieben und heimatlichen
Grüßen bin ich wie immer in alter
Verbundenheit herzlich
Ihr Willy Fischer,
Strumannstraße 4, 48231
Warendorf,
Telefon: 02581-60341

(Hilfreich und Ideengeber zugleich bei der Abfassung
meines vorstehenden Beitrags war z.T. das Buch
"Splitter und Scherben - Ein ostpreußischer Pfarrer
erzählt" von Martin Braun, Pfarrer und
Superintendent, das ich vor vielen Jahren mal gelesen
habe. Ferner das Buch "Der Landkreis Samland" von
Dr. jur. Paul Qusovius, S. 73-76, sowie "Der
Samlandkreis Fischhausen" von Hermann Sommer, S.
25/26.)

Qlückliche Kindheitstage in Dogehnen
V.l.n.r.: Brigitte Qodau, Anita Enkelmann, Bärbel Dannenberg,-?-, Ilse und Susanne Dannenberg, Ulla Voß (?)
Herr Herbert Paulusch, An der Kreuzwiese 19, 61440 Oberursel, Telefon: 06171-79121,
Erhielt das Foto von Frau Edith Poelmeyer, geb. Enkelmann, aus Dogehnen.

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