Die Teilnehmer des Trentittentreffens
wie der sehenswerten Umgebung gestaltet.
Wir fuhren durch das weinreiche
Saale-Unstrutgebiet. Alles war gut
durchdacht. So erlebten wir eine aufschlussreiche
Exkursion, die durch
Wald, Flur und Kalksteingebiet führte.
Die anschaulichen und verständlichen
Erklärungen erfolgten durch unseren
Organisator. Am historischen Kalksteinbrennofen
gab uns der Ehemann
von Gretel H. Hinweise sowie Einblicke
in die Vergangenheit.
Auch dieser Abend wurde bei geselligem
Beisammensein verlebt. Bei
unermüdlichem Gesang, Scherzen und
Erzählen zeigte letztendlich für die
meisten von uns die Uhr die zweite
Tagesstunde an. Erfüllt ging‘s dann
zur Bettruhe.
Alles in allem - es waren drei gelungene
Tage voller Einstimmigkeit, Vertrautheit,
gegenseitigem Entgegenkommens
und heimatlichem Verständnis.
Das Ostpreußenlied lag im Text für
alle vor, wurde gemeinsam gesungen
und erzeugte Abschiedsstimmung.
Wehmütig, aber herzlich verabschiedeten
wir uns voneinander. Mit einhelliger
Meinung: „Ein solches Treffen
müssen wir wiederholen. Wir kommen
wieder!“
H. Laskowski
Töpferstraße 25
09669 Frankenberg
Feier zur zehnjährigen deutsch-russischen
Freundschaft in Waldau
„Da kommt Willi!“ Alle Kinder in
Waldau kennen Willi Skulimma, der
seit zehn Jahren Touren in das nördliche
Ostpreußen und in sein Heimatdorf
Waldau, zwölf Kilometer östlich
von Königsberg gelegen, unternimmt.
Wie oft Willi Skulimma dort war, ob
mit einer Gruppe oder alleine mit seinem
PKW, kann er selbst nicht mehr
sagen; seine Leistungen sind aller-60
dings überall sichtbar. Es begann mit
der Restaurierung des Kriegerdenkmals
in Waldau, dann wurden
Wege ausgebessert, der Eingang zum
Verwaltungshaus des Bürgermeisters
gepflastert und mit Anlagen versehen.
Die Zusammenarbeit mit dem russischen
Bürgermeister von Waldau und
den dazugehörigen Dörfern Arnau,
Pogauen, Hohenrade und Heiligen -
walde, Pawel Timofeewitsch Pawlow,
klappt bestens. So wurde Willi
Skulimma zum Ehrenbürgermeister
von Waldau ernannt. Der russische
Bürgermeister war bereits beim Kreistreffen
der Heimatkreisgemeinschaft
Landkreis Königsberg in Minden zu
Gast.
Die Hauptsorge gilt zur Zeit dem
Kindergarten von Waldau, einer
Kindertagesstätte, in der die Kinder
auch essen und Mittagsschlaf halten.
Dort wurden Räume tapeziert und
Fußböden erneuert.
Im Juli 2001 wurde das zehnjährige
Bestehen deutsch-russischer Freundschaft
gefeiert. Eine deutsche Gruppe
war angereist. In Arnau wartete eine
russische Delegation mit dem Oberbürgermeister
des Bezirks, Anatolij
Dmitrijewitsch Neretin, welcher
gemeinsam mit Pawel Pawlow die
Gäste herzlich begrüßte. Es wurden
die schon weil vorangeschrittenen
Restaurierungsarbeiten an der Katharinenkirche
durch das „Kuratorium
Arnau“ unter dem Vorsitz von Ralph
Schroeder begutachtet. Der fertige
Turm der alten Ordenskirche wurde
von einigen Mutigen sogar begangen.
L _
Arnau ist eines der Juwele am
Pregel. Sowohl Russen wie Deutsche
möchten diesen geschichtsträchtigen
Ort erhalten und pflegen. Hier besaß
der preußische Reformpolitiker Theodor
von Schön, ein Mitarbeiter von
Stein und Hardenberg nach den Napoleonischen
Kriegen, ein Landgut mit
Patronat. Und nicht nur das: seine
enge Freundschaft zu dem schlesischen
Dichter Joseph von Eichendorff
(1788-1857), der maßgeblich an der
Restaurierung der Marienburg beteiligt
war, bewirkte, dass Eichendorff
ein häufiger Gast in Arnau war. Das
Gutshaus steht, wird heute als Verwaltungsgebäude
und als Gemeindebibliothek
genutzt, und das
Zimmer, in dem Eichendorff zu logieren
pflegte, kann heute noch besichtigt
werden. Die Dörfer am Pregel
sind Perlen von geschichtlicher
Bedeutung.
Das Grabmal Theodor von Schöns
konnte vom Kuratorium Arnau zwar
nicht naturgetreu restauriert werden,
doch die Grabstätte wurde zu einem
würdigen Ort des Gedenkens geschaffen.
In dem ebenfalls noch erhaltenen
Pfarrwitwenhaus sind ebenfalls Restaurierungsbestrebungen
im Gange,
und ein kleines Museum zeigt Fotos
von Kirche und Dorf. Diese Sammlung
wurde an jenem Sonntag im Juli
draußen ausgelegt. Die Gruppe erkundete
außerdem noch die Anlegestelle
des Dampfers, der einst Königsberger
Ausflügler nach Arnau brachte.
Die Zeit drängte schon, denn in
Waldau wurde die Gruppe von der 61