Full text : Unser Schönes Samland

'300. Jahrestag der Gründung

des Königreichs Preußen"

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Am 18. Januar 1701, also vor 300
Jahren, setzte sich der brandenburgische
 Kurfürst Friedrich III. in der
preußischen Hauptstadt Königsberg
die Krone als “König Friedrich I. in
Preußen” auf das Haupt. Dieser
Kürung eines Hohenzollern zum
Souverän waren längere Verhandlungen
 vorausgegangen.
Geschichtliche Voraussetzung
Das Haus Hohenzollern hat seinen
Ursprung auf der Zollernburg in der
Nähe von Hechingen im heutigen
Baden-Württemberg. Seit etwa 1100
wird das schwäbische Grafengeschlecht
 erwähnt.
Sie standen bei den
staufischen Kaisern
durch Wort und Tat
in hohem Ansehen.
Der Burggraf von
Nürnberg, Friedrich
IV, erhielt 1415 von
Kaiser Sigismund
die Mark Brandenburg
 als Kurfürst
Friedrich I. In gerader
 Erbfolge wurde
die brandenburgische
 Kurwürde erhalten.

1511 wurde Albrecht
 von Brandenburg,
 ein Vetter des
zu jener Zeit herrschenden
 Kurfürsten,
 Hochmeister
des Deutschen Ordens.
 Unter dem Einfluß der Reformation
 säkularisierte er 1525 den Ordensstaat
 und wurde Herzog von

Preußen unter polnischer Oberlehnshoheit.
 Der Ordensstaat - und
somit jetzt das Herzogtum Preußen
reichte zu dieser Zeit von der Weichsel
bis nach Memel, mit Ausnahme des
Ermlands.
Beide Herrschaftsgebiete - das
Kurfürstentum Brandenburg und das
Herzogtum Preußen - wurden also von
nun an von Hohenzollern regiert.
Nach dem Tode von Herzog
Albrechts Sohn Albrecht Friedrich fiel
das Herzogtum Preußen 1618 durch
Erbschaft an Johann Sigismund von
Brandenburg.

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Ausschnitt einer alten Urkunde mit den Titeln des
Königs
(Quelle: Bildarchiv Preuß. Kulturbesitz, Berlin)

Das Staatsgebiet
Damit war der Grundstein zur
Entwicklung von Brandenburg und
Preußen zum mächtigsten und größten
deutschen Land gelegt. Das Staats-;ebiet
 war allerdings geographisch
sehr zerrissen. Brandenburg und
Preußen lagen weit voneinander getrennt.
 Andere Gebiete der Brandenburger
 weit im Westen waren bereits
vorher (1609) ererbt worden und ältere
 Besitzungen lagen in Franken.
Durch den Westfälischen Frieden von
1648 kamen im Osten Cammin und
Hinterpommern und im Westen die
ehemaligen Bistümer Minden und
Halberstadt hinzu. Die staatspolitische
Aufgabe bestand also darin, das
Trennende zu erwerben oder zu erobern.
 Hinzu kam, daß jede Grafschaft
und jedes Herzog- oder Fürstentum
seine eigenen staatlichen Einrichtungen,
 Verwaltungen und auch
Interessen hatte.
Dem Nachfolger Johann Sigismunds,
 Friedrich Wilhelm, uns als der
'Große Kurfürst” bekannt, stellte sich
somit die große und schwierige
ufgabe aus diesen einzelnen Länäereien
 einen Gesamtstaat zu formen.
[Trotz gewaltiger Kriege und siegreicher
 Schlachten war am Ende seiner
Regierungszeit nicht viel hinzu gewonnen.
 Von nachhaltiger Bedeutung sind
ei Ereignisse, die von einem guten
feitblick zeugen: Die Beseitigung der
husche Lehensherrschaft für das
Herzogtum Preußen im Frieden von
Hiva 1660; sowie die Öffnung seines
indes für die französischen Glaunsflüchtlinge,
 die Hugenotten. Er

zeigte damit Toleranz und Sinn für europäische
 Offenheit. Diese Zuwanderung
 bewirkte auch eine Modernisierung
 des Landes in Kultur und
Wirtschaft.
Seine Nachfolge trat nach seinem
Tod 1688 sein Sohn Friedrich III. an.

Preußen wird ein Königreich
Friedrich III. von Brandenburg tritt
in der Geschichte nicht so heroisch
wie sein Vater hervor. Er war gebildet
und kunstsinnig. Auf ihn geht die
Gründung der Akademie der Wissenschaften
 und der Akademie der Kunst
in Berlin zurück. Er beschäftigte
Schlüter und macht Berlin zum
“Spree-Athen”.
Es war im Römischen Reich
Deutscher Nation um 1700 noch unvorstellbar,
 daß Reichsfürsten souveräne
 Könige wurden. Der Wunsch nach
dem Königstitel bestand seit dem
Westfälischen Frieden wohl in mehreren
 Fürstenhäusern und wurde von einigen
 Fürsten in nicht zum Reich
gehörenden Ländern wahrgenommen:
von den Wettinern in Polen und später
auch von den Welfen in England.
Friedrich III. besann sich auf das
nicht zum Kaiserreich gehörende
Herzogtum Preußen. Es bedurfte dennoch
 zäher Verhandlungen, um die
Zustimmung vom Kaiser zu erhalten
und eine Regelung mit dem König von
Polen zu finden. Westpreußen gehörte
zu dieser Zeit zu Polen. Der polnische
König befürchtete nun, daß ein König
von Preußen auch Anspruch auf dieses
Gebiet erheben würde. So wurde die
Regelung gefunden, daß Friedrich III.

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