Full text : Unser Schönes Samland

Report aus Cranz/Selenogradsk

Die Urlaubssaison steht bei
Abfassung dieses Berichtes, Anfang
Juli, noch bevor und so gibt es nicht so
viel Neues zu berichten. Dennoch
meine ich mich immer wieder melden
zu müssen, denn es gibt immer wieder
Dinge, die angesprochen werden sollten.Zunächst
 aber bitte ich ein
Versehen zu entschuldigen. Durch ein
Mißverständnis habe ich in meinem
letzten Report geschrieben, daß die
Stadt Selenogradsk eine 850 Jahr-Feier
 veranstalten will. Es muß natürlich
 750 Jahre heißen, denn zu ungefähr
 dieser Zeit (J252 ?) soll von den
Ordensrittern der Krug „Krantz-Krug“
(oder Crantz-Krug) erbaut worden
sein. Dennoch erscheint mir das
Datum für eine Feier sehr fraglich.
Andererseits sollten wir eigentlich
froh sein, wenn man sich wenigstens in
Selenogradsk daran erinnert, daß der
Ort, unter dem Namen Cranz (und
ähnliche, verschiedene Schreibweisen!)
 eine sehr lange deutsche
Vorgeschichte hatte.
Über den Sommer in der Fleimat
und die Ereignisse kann ich dann leider
 erst im Weihnachtsheft berichten.
Im August treffen sich wieder die
„Flunderabiturienten“ (eine Gruppe
der 1936 eingeschulten Cranzer, die
sich regelmäßig dort treffen) mit
Angehörigen und Freunden in
Selenogradsk. Neben dem Besuch der
Nehrung (einschl.Nidden), Stadtführung
 Cranz, Fahrt nach Insterburg und
Gumbinnen sowie Gestüt Georgenburg,
 steht die obligatorische Stadtrundfahrt
 Königsberg auf dem Programm.

 Den Abschluß bildet eine
Mondscheindampferfahrt auf dem
Pregel mit Folkloregruppe und
Grillparty. Wir bieten also wieder ein
volles Programm für die 21 Personen,
die natürlich wieder in der Baltischen
Krone wohnen und zu Sonderkonditionen
 vom Ost-Reise-Servise
betreut werden.
Bei meinen Arbeiten für die
Chronik Cranz von A bis Z stoße ich
immer wieder auf viele Dinge und
Begriffe, die schon fast in Vergessenheit
 geraten sind. Wer weiß z.B.
noch, wo und was in Cranz das
„Blaupungelhaus“ war und wer als
„Domnauer“ bezeichnet wurde, wo in
Cranz der ehemalige Flugplatz
(Landeplatz für die Rundflugdoppeldecker)
 oder die Pferde- und
Hunderennbahn war? Wer kennt noch
die Bezeichnung „auf dem Gletscher“?
Wissen würde ich gerne: Wo stand
das „Berg-Hotel“, wie sah der
Springbrunnen am Bahnhof aus und
wo genau stand er? Wer kennt noch die
genaue Bezeichnung für das reetgedeckte
 Haus neben dem Hotel
Monopol und wann wurde das alte
Café MonopoP(ostwärts neben Hotel
Monopol) abgerissen? Wer weiß noch,
wann genau der Pegel gebaut wurde?
Trug das spätere Hotel Elch zunächst
die Bezeichnung Pension Strandhaus
(Lamprecht)? Wie breit war die neue
Promenade? War sie wirklich nur 5 m,
wie die alte? Wie breit waren die
Bohlen?
Immer wieder gibt es Meinungsverschiedenheiten
 über die Bezeichnung
 unserer Höheren Schule in

Cranz. Die offizielle amtliche
Bezeichnung war: „Mittlere Schule
Cranz, Voll ausgestattete staatl.
Anerkannte Mittelschule (gemäß
Ministerialerlaß vom 1.6.26 U III D
24/25 U II der Hindenburg-Oberrealschule
 in Königsberg Pr. angegliedert.“

Es gab in Preußen nur 5 Mittlere
Schulen dieser Art. Die Schule befand
sich zunächst ab 1.10.1918. als sogn.
„Private gehobene Schule“ in der
Ferdinandstraße, dann im Seitenflügel
des Ostseehotels, um am 14. Mai 1928
in das neue Klinkergebäude am Bahnhof
 einzuziehen. Ab 1934 war die
Mittlere Schule voll ausgebaut, d.h. es
konnte der erste Jahrgang die mittlere
Reifeprüfung ablegen.
Wer wußte eigentlich, daß Cranz in
seiner Umgebung nicht nur Grabstätten
 aus alter Zeit zu bieten hatte,

L -.1 Ortstreffen

Nun liegt unser Jubiläumstreffen
„Drugehnen und Umgebung“, das von
allen Teilnehmern schon wieder
sehnsüchtig erwartet wurde, bereits ein
paar Wochen hinter uns. Am 5 . u. 6.
Mai d.J. trafen wir uns zum 10. Mal,
wie zuletzt, in Holzminden-Neuhaus.
Der ganz harte Kern reiste schon am
3.5. an und saß abends in gemütlicher
Runde zusammen. Am 4.5. konnten
dann Lothar und Elfriede Brzezinski
im Hotel „Zur Linde“ schon 23
Personen willkommen heißen und am
5.5. insgesamt 37 Personen, die aus
verschiedenen Teilen der Bundessondern

 sogar noch über Relikte aus
der Vor-Eiszeit verfügte? ln der Nähe
der Försterei Grenz blühten zwei botanische
 Seltenheiten: Das „Moosglöckchen“
 (Moosrande - Linnaea borealis),
 ein kriechendes Pflänzchen mit
weißen, innen blutrot gestreiften
Glöckchen mit Vanilleduft und die
Orchidee „Gymnadeniaa cucuiata
Risch“.
Soweit der „Nachhilfeunterricht“
für heute.
Schöne Ferienzeit wünscht, mit den
herzlichsten Flundergrüßen
Ihr/Euer
Klaus A. Lunau, Bahnhofstraße 14,
30853 Langenhagen,
Telefon 0511 -773407,
Fax: 0511 - 7684843,
e-Mail:
KALUN@t-online.de,
Mobil: 0170 - 4047612

Drugehnen ——.

republik angereist waren. Wie schön,
daß es wieder mehr Teilnehmer als im
Vorjahr waren und wir durften sogar
zwei neue „Gesichter“ begrüßen.
Leider reißt der Tod auch immer
wieder Lücken in unsere Reihen. In
einer Gedenkminute gedachten wir
der Verstorbenen Irmgard Schucht,
Herbert Glagau, Heinz Groß und
Erika Behre. Mit ihnen ist auch ein
Stück Heimat für immer von uns gegangen.
 Allen Angehörigen der Verstorbenen
 gehört unser Mitgefühl.
Unser Lothar übermittelte uns wieder
 Grüße von Landsleuten, die aus

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