Object : Unser Schönes Samland

Ekki, die „Berliner Schnauze mit Herz*

zu Besuch in Fischhausen

Ekki

war schon als kleiner Knirps ein
pfiffiges Kerlchen. In den Sommerferien
 reiste er öfter mit seinen Eltern
aus Berlin nach Fischhausen, um seine
Großeltern und Verwandten zu besuchen.
Als er neun Jahre alt war, verlebte er mal
wieder seine Ferien bei uns. An einem
Morgen ging er auf den Boden, um in
Kisten und Kartons zu kramen, wo mein
Väter Perücken und Theaterutensilien
aufbewahrte. Dann entdeckte er einen
Karton und darin fand er einen Helm.
Den Helm mit goldener Spitze hatte mein
Vater im 1. Weltkrieg in Frankreich getragen.
 Ekki ging zu seinem Opa und der
schnitzte ihm ein Holzgewehr. Er setzte
den Helm auf, band sich das Gewehr um
und marschierte zur anderen Straßenseite,
 wo sich das Gerichtsgebäude befand.
Dort paradierte er zackig auf und ab. Als
ein Passant vorbei kam und ihn verwun-Ekkehard

 Fritsch wurde später Schauspieler
 und Kabarettist. Er gehörte zu
dem RIAS-Funkkabarett „Günter Neumann
 und die Insulaner“. Er spielte in
Femsehproduktionen mit und war neun
Jahre bei Hans Rosenthal in „Dalli Dalli“
ein fester
Bestandteil.
Anlässlich
seines 50-j
 ährigen
Bühnenjubiläums

erhielt er
das Bundesverdienst­

 1987
erlag er mit

Fritsch f
Berlin. Der Schauspieler
und Kabarettist Ekkehard
Fritsch (88/Foto)
 ist in Berlin,
an einem!
Krebsleiden
gestorben. Erl
war langjähri-l
ger Partner von!
Hans Rosen-I
thal in „Dalli I
Dalli” und!
wirkte in vielen*
Rundfunk- und
düngen mit«.

66 Jahren einem Krebsleiden.
Ekki war nur zur Hälfte ein Berliner -
die andere Hälfte kam aus Fischhausen!

dert fragte : „Sag mal, was machst Du
Lorbass hier?“ meinte er ganz kess: „Ick
muss hier die Gefangenen bewachen.“ Bei
meinem Vater im Frisörgeschäft war die
Begebenheit Tagesgespräch.

Christel Dieckert
Zedernstraße 20
41239 M. Gladbach
Tel.: 02166 - 34 747

Alte Nachbarn finden sich durchs Internet

Ein

bewegter Kontakt, zustande gekommen
 über das Internet, veranlasst
mich darüber zu berichten.
Die Vorgeschichte ist folgende. Als ich
im Februar 1945 mit meinen drei Kindern
 in Danzig ankam, fiel mir eine Zeitung
 mit Suchanzeigen in die Hände. Ich
las, dass der Schmiedemeister Gutzeit aus
Compehnen seine Angehörigen suche.
Mein erster Gedanke war, dass meine

Mutter bei den Gesuchten sein könnte,
da sie ebenfalls in Compehnen lebte.
Nach zwei Tagen stand meine Mutter vor I
mir, von Gott gesandt, um mir in der I
schwersten Zeit meines Lebens, nämlich
beim Tode meiner Kleinen beizustehen.
Im Juni 1945 hieß es, dass alle Flücht- !
linge Deutscher Nation Danzig zu verlassen
 hätten. Jeder sollte dorthin gehen, j
woher er gekommen war. So machten

meine Mutter und ich uns auf den Weg
zurück nach Compehnen. Es waren dort
schon einige Compehner, auch von Danzig
 kommend, gelandet. Familie Gutzeit
nahm uns freundlicherweise auf, was
äußerst wohltuend für uns war. Frau
Gutzeit habe ich noch vor Augen, unentwegt
 am Waschbrett stehend, um für die
Russen zu waschen. Dafür bekam sie für
sich und ihre Familie etwas zu essen und
auch für meine Mutter fiel etwas davon
ab. Ich musste zur Arbeit nach Gr. Norgau
und wusste meine Mutter unter Schutz.
Auf dem Rückweg von Danzig fand
Familie Gutzeit das achtzehnjährige Mädchen
 Lena Suhr weinend am Straßengraben
 sitzend. Familie Gutzeit nahm sie

„Unterirdische Wellen

Sollte

man Olli Glauben schenken, so
hätten damals vor vielen Jahren „unterirdische
 Wellen“ sie fast zu Tode geängstigt.
 Olli - so wurde Olga liebevoll
von ihrer besten Freundin Marthe genannt
 - war inzwischen über siebzig Jahre
 alt und konnte sich noch lebhaft an
die unvergessliche Sommernacht des Jahres
 1935 erinnern, in der angeblich von
„unterirdischen Wellen“ die Rede war,
die zusätzlich und vor allem gefährlich
das Boot zum Schaukeln brachten. Marthe
 war nicht mit von der Partie auf einem
 Fischkutter und konnte dies somit
nicht bestätigen. Ollis Sohn Dieter, damals
 ein Knabe von sieben Jahren, hatte
alles verschlafen und konnte deshalb auch
nichts dazu sagen. Ehemann Richard und
die Tochter Waltraut, 9 Jahre älter als ihr
Bruder, hielten sich, wenn von den „untermit,

 da sie auch eine Compehnerin war
und sorgte für sie so gut es ging.
Ein Sohn der Familie Gutzeit hatte
über das Internet meinen Bericht über die
Zeit von 1945-1947 in Compehnen und
Umgebung gelesen. Da kam dann der Anruf,
 der mich sehr bewegte. Wie gerne
hätte ich Frau Gutzeit noch einmal gedankt
 für ihre Güte und Hilfe, aber sie
lebt nicht mehr. Es kann sein, dass Erich
Gutzeit mich mal besucht und es wird
ein langes Erzählen geben.

Käthe Swiderski geb. Goerke
Goetheweg 11
75015 Bretten

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irdischen Wellen“ erzählt wurde, schmunzelnd
 von einer Aussage zurück.
Olli war zur Zeit des damaligen Geschehens
 46 Jahre alt, insgesamt - wie
man zu sagen pflegt - „gut drauf1 und
eine temperamentvolle, unternehmungslustige
 Frau. Sie mochte gern unter Menschen
 sein und mit ihrem lebensfrohen,
natürlichen Wesen fand sie immer und
überall schnell Anschluss. Außerdem war
sie anpassungsfähig, praktisch veranlagt,
hilfsbereit und gutherzig bis zur Leichtgläubigkeit.
 In der Familienhaushaltsführung
 hatte sie sozusagen „alles im
Griff1, so dass dank des Gehalts des Ehemannes
 als Postobersekretär und aus den
zusätzlichen Mieteinnahmen der zwei
Häuser in Tilsit alle in der Familie gut
genährt und gekleidet waren und man
sich jährlich einen mehrwöchigen