Notizen aus dem Samland
In
der letzten Ausgabe hatte ich über
einen Zwischenfall auf dem Frischen
Haff vor Baltijsk/Pillau berichtet. Ich
habe mich dabei auf die Berichte der russischen
Presse in Druckmedien und
Internet gestützt. Wie ich jetzt, in einem
sehr ausführlichen Gespräch mit der zivilen
Verwaltungsspitze von Baltijsk/
Pillau erfahren konnte, entsprach diese
Meldung nur in Teilen der Wahrheit. Bei
dem ominösen „Funker“ soll es sich um
einen den Behörden bekannten Mann
handeln, der absichtlich die Segler in
verbotene Gewässer lockt und dann als
„Retter“ rein zufällig in Erscheinung tritt.
Mir wurde ausdrücklich versichert, dass
ausländische Segler den zivilen Teil des
Hafens anlaufen dürfen, wenn sie vorher
die entsprechenden Genehmigungen bei
der Zivilverwaltung Baltijsk/Pillau eingeholt
haben. Selbstverständlich sind
deutsche Segler herzlich willkommen. Im
Übrigen geht man davon aus, dass die
Grenzbestimmungen bald vereinfacht
werden.
Neben der finnischen Fähre, die von
Lübeck aus den Hafen von Baltijsk/Pillau
anläuft, gibt es jetzt auch eine Fähre, die
von Kiel aus ebenfalls Passagiere nach
Pillau bringt. Hier können alle Zollformalitäten
im neuen Fährhafen erledigt
werden. Zurzeit wird daran gearbeitet,
dass auch Eisenbahnfähren abgefertigt
werden können. Hier soll dann auch eine
Eisenbahnfähre von Rügen/Mukran regelmäßig
anlegen. Die Verwaltungsspitze
ist sehr zuversichtlich, dass in
absehbarer Zeit auch in Baltijsk/Pillau
„normale“ Verhältnisse einkehren werden.
Auf jeden Fall ist man an einer
engen Zusammenarbeit weiter stark interessiert
und freut sich auch besonders
auf deutsche Touristen.
Zwar gehört ja das Stadtgebiet von
Königsberg/Kaliningrad nicht zu unserem
„Berichtsgebiet“, dennoch gehe ich
davon aus, dass wesentliche Dinge aus
unserer alten Hauptstadt Sie interessieren.
So sollte unbedingt erwähnt werden,
dass Präsident Putin bei seinem letzten
Besuch in Königsberg ganz klar ausgesprochen
hat, dass ein Teil des alten
Schlosses (gemeint ist wohl der Flügel
mit dem Moskowitersaal) als „Museum“
wieder aufgebaut wird.
Der alte Nordbahnhof erstrahlt jetzt im
neuen Glanz und ist nach modernsten
Gesichtspunkten ausgebaut. Der Bahnsteig
nach Cranz liegt unten an dem
Gleis, das früher nur von Güterzügen
Richtung Hauptbahnhof befahren wurde.
Der Bahnsteig ist teilweise überdacht
Das höchste Hüich ist das,
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und unsere Hehler auscjleich t.
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und verfügt über viele
Sitzbänke. Von hier fahren
auch die meisten Züge
(über Cranz) nach Rauschen
und Neukuhren.
Neukuhren mausert sich.
Durch die Fertigstellung
eines Neubaukomplexes
für 86 Familien und zusätzlichen
62.000 m2
Wohnfläche bis zum Jahr
2011, wird mit einem
Zuzug von ca. 12.000
Einwohnern gerechnet,
sodass sich dadurch die
Gesamteinwohnerzahl
Durch den Neubau eines dritten Gasheizkraftwerks
wird erreicht, dass 90
Prozent der Stadt mit Gas versorgt wird.
Die Rekonstruktion der 700 m langen
Im neuen Fährhafen von Pillau herrscht bereits reger Schiffsbetrieb.
Foto: Lunau
verdoppelt.
Der neue Fährhafen in Pillau: Rechts im Bild die Fähre nach
Klaipeda. Foto: Lunau
Promenade ist abgeschlossen. Durch das
verzierte Geländer und den Plattenbelag
ist die Promenade zu einem Schmuckstück
geworden.
Die Samlandküste wird immer mehr
zum beliebten Bauplatz für einen Zweitwohnsitz
von „Moskauern“ und „Leuten
mit Geld“ aus dem russischen Mutterland.
Bleibt zu hoffen, dass die zuständigen Behörden
eine totale Bebauung
der Küste - die zu unserer Zeit
zum Naturschutzgebiet
Samländischer Küstenhain “
erklärt wurde - nicht genehmigen
und die schützenswerte
Landschaft der Menschheit
erhalten, so lange sie noch
nicht ganz in der See verschwunden
ist. Zum Glück
werden vereinzelt doch schon
Stimmen laut, denen der
Schutz der Natur mehr bedeutet,
als das Geld, das mit dem
Verkauf an eine kleine Gruppe
reicher Leute verdient
wird.
hhtaus cd. ohuyuzu