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Am Infotisch: Wolfgang Sopha und Monika
Ziegler im Qespräch mit Christina Albers.
Foto: Klemm
Mit 35 Teilnehmern war unser Kreis in
diesem Jahr stark verkleinert. Leider sind
einige der treuen Teilnehmer im Laufe
des Jahres gestorben, andere waren durch
Krankheit oder Reiseunfähigkeit gehindert.
Ich danke allen, die die Reise nach
Pinneberg nicht gescheut haben und zum
Treffen gekommen sind. Nur durch unser
Erscheinen können wir zeigen, dass
unsere Heimatgemeinschaft noch aktiv
ist.
Der Besuch aus den Orten der Gemeinde
St. Lorenz war mit 19 Personen wieder
sehr gut, während sich leider die
Teilnehmerzahl aus dem Ostseebad Rauschen
mit acht Heimatfreunden gegenüber
der schon geringen Zahl im Vorjahr
halbiert hat. Neu in diesem Kreis war am
Sonntag Ehepaar Meier. Berthold Meier
hat mit seinen Eltern in der „Alten Schule“
gewohnt. Da der Vater „Spezialist“
war, durften sie Rauschen erst 1948 verlassen.
Der treue Kreis aus Georgenswalde/
Wamicken war wieder dabei und hatte
sich um Frau Hustedt, geb. Klein aus
Schönwalde mit Sohn vergrößert. Von der
Gemeinde Posselau war Fr. Dassau, geb.
Müller gekommen. Es ist zu befürchten,
dass die geringe Teilnahme einen Domino-Effekt
auslöst. Wenn die Besucher
kaum Gesprächspartner finden, kommen
sie im nächsten Jahr nicht wieder und die
gesamte Ortsgemeinschaft löst sich auf.
Ich bitte deshalb alle Heimatfreunde - und
ganz besonders die jetzt in Schleswig-Holstein
und Norddeutschland wohnen -
den Besuch des Treffens im nächsten Jahr
wieder fest einzuplanen und dann auch
dabei zu sein. Überlegt bitte auch, ob wir
alternativ ein „Rauschentreffen“ durchführen
sollten und wer das organisieren
würde. Einerseits liegt es mir am Herzen
auch den Heimatfreunden in Süd- und
Mitteldeutschland ein Treffen zu ermöglichen,
andererseits bin ich bestrebt, das
zentrale Treffen der Kreisgemeinschaft
in Pinneberg durch unsere Anwesenheit
zu unterstützen, zumal man dort auch Bekannte
aus Nachbarorten trifft.
Nach der Ortsvertreter-Versammlung
am Samstag um 14 Uhr habe ich unseren
Ortsgemeinschaften in einem kleinen Vortrag
von dieser Versammlung und aus meiner
Tätigkeit im abgelaufenen Jahr berichtet.
Großes Interesse fand die Herausgabe
des Buches „Das Samland in historischen
Ansichtskarten“.
Mit einer Schweigeminute gedachten
wir unserer Verstorbenen, deren Zahl unsere
Gemeinschaft wieder dezimiert hat.
Am Sonntag nach der Feierstunde lichteten
sich die Reihen. Viele nutzten das
schöne Wetter zu einem Spaziergang in
unser Samlandmuseum. Bei Kaffee und
38
Kuchen konnte auch dort auf der Terrasse
geplaudert werden. Nur wenige
blieben bis zum Schluss in unserem Salon.
Aus diesem Grunde ist es auch notwendig
„dem Nachwuchs
die Heimat zu zeigen“,
wie es die Kreisgemeinschaft
für das nächste
Jahr plant. Aus eigener
Erfahrung weiß ich, dass
das Interesse oft erst beim
„Sichten des Nachlasses
der Eltern“ beginnt. Leider
ist es dann jedoch zu
spät, da Wissen um die heimatlichen
Verhältnisse
und familiäre Kenntnisse
mit ins Grab genommen
wurden. Aus diesem
Grande unterstütze ich
diese Reise, um mein Wissen
zu einzelnen Orten unseres Rauschener
Bezirks weiterzugeben. Leider
ist nicht mehr jedes Haus zu finden und
ich kenne auch nicht alles. Aber wir sollten
doch diese Kenntnis nutzen und an
all jene weitergeben, die als Kleinkinder
Ostpreußen verlassen mussten bzw.
erst fern der Heimat ihrer Eltern geboren
wurden. Und sicher interessiert auch
viele Enkel die Herkunft ihrer Großeltern.
Später wird es niemand mehr geben,
der Fragen dazu beantworten kann.
Also müssen wir uns noch jetzt auf die
Reise machen, auch wenn es vielen schon
sehr schwer fällt.
Im nächsten Jahr hat die evangelische
Kirche in Rauschen das 100-jährige Jubiläum.
In diesem durch private Spenden
finanzierten Gotteshaus fand am 7.
Juli 1907 der erste Gottesdienst statt. Welche
Festlichkeiten aus diesem Anlass in
der heute orthodoxen Kirche geplant sind,
ist mir noch nicht bekannt. Und wenn
auch die geplante Reise in die Heimat erst
vier Wochen später stattfindet, ist das eine
gute Möglichkeit das Jubiläum der Kirchenweihe
zu feiern.
Ein weiteres Jubiläum steht für 2008
an: Es ist das 750-jährige Jubiläum der
ersten urkundlichen Erwähnung von Rauschen,
damals Ruse genannt. Leider liegt
mir von dieser Urkunde keine Kopie vor.
Das Jahr 1258 wird aber in der unterschiedlichsten
Literatur genannt.
Ewalda Köhn hat mit ihrem Wissen
von Rauschen und aus verschiedenen Berichten
der Heimatbriefe eine kleine, sehr
informative „Chronik von Rauschen“ zusammengestellt.
Ich halte es für wünschenswert,
wenn wir zu dem Jubiläum
dieses interessante Werk mit weiterem
Wissen ergänzen und auch mit möglichst
vielen der vorliegenden Aufnahmen illustrieren
könnten. Leider mangelt es mir
an der Zeit für diese Arbeit und ebenso
Vor dem Aufbruch am Sonntagnachmittag: Ehepaar Horst Riehs/
Wamicken und die Brüder Kischnick/Qeorgenswalde Foto: Klemm