Metadata : Unser Schönes Samland

das Waffenhaus gestrichen und renoviert
und mit Holzdecken versehen, der Innenraum
 der Kirche war verputzt und das
hölzerne Tonnengewölbe ausgebessert
und gestrichen. 2004 strahlte das Sonnenlicht
 durch neue bunte Glasfenster,
nachdem Jahrzehnte hindurch die Fenster
 mit Brettern verschlagen gewesen waren.
 Die alten schmiedeeisernen Fenstergitter
 aus deutscher Zeit wurden gesäubert
 und restauriert und wieder angebracht.


Die Kirche von Heiligenwalde im Oktober 2005

Im Herbst 2004 wartete auf die deutschen
 Vereinsmitglieder eine besondere
Überraschung: Die Kirche hatte eine neue
gemauerte Empore bekommen. Unter
der Empore hatte man zwei Räume gewonnen;
 in dem vom Innenraum aus gesehenen
 rechten Raum führt eine Treppe
zur Empore hinauf, für die Chöre und
Musiker, da ja Konzerte in der Kirche
stattfinden sollen. Eine hölzerne Balustrade
 und ein spitzbogiger Eingang zur

Kirche, dem alten Spitzbogen-Eingang
am Haupteingang nachgestaltet, vollenden

 das Bild.

Im Herbst 2004 war bereits das Territorium
 um die Kirche herum planiert und
mit einem schmiedeeisernen Zaun umgeben
 worden, auch das eine mühsame
Arbeit, da Bäume gerodet werden mussten
 und ein halber Meter angewachsenes
Erdreich und Rasen abgetragen werden
mussten. Das Fundament der Kirche wurde

 isoliert und
2005 mit einer
Wasserabdichtung
 versehen.
2005 stand vorwiegend
 im Zeichen
 der Außenarbeiten.
 Das
Dach des Waffenhauses,
 das in
den neunziger
Jahren mit Kupferblech
 provisorisch
 gedeckt
worden war, erhielt
 Dachpfannen,
 der Zaun
wurde endgültig

Foto: priv. befestigt und mit

einem schmiedeeisernen
 Tor ausgestattet, das die Inschrift
„Heiligenwalde 1344“ trägt, denn das
Jahr 1344 ist das Grün-dungsjahr der Kirche
 und des Dorfes. Die Turmluken wurden
 neu verschalt, die Kirche verputzt
und auf dem Territorium kleine Tannen
gepflanzt. Innen aber erhielt die Kirche
im Sommer 2005 ein neues Glanzstück:
Der Fußboden, der sehr unter den Traktoren
 gelitten hatte und seinerzeit mit
Beton ausgegossen worden war, erhielt

einen Fliesenbelag, an dem
abzulesen ist, wie die Kirche
in deutscher Zeit eingerichtet
war, wo die Bankreihen, der
Altar und die Kanzel standen.
Auch Beleuchtung und elektrische
 Heizung wurden 2004
und 2005 installiert.

Auf russischer Seite waren
die wichtigsten Personen der
Baumeister Viktor Staruschkin
 und besonders der Vorsitzende
 des Vereins/Georg
Artemjew. Als Germanist
sprach er fließend Deutsch
und stellte somit den deutschen
 Heiligenwaldem einen
eigenen Dolmetscher. Er
führte alle Verhandlungen vor

Der schmiedeeiserne Zaun
„Heiligenwalde 1344"

und das Tor mit der

Inschrift
Foto: priv.

Ort.

Auf deutscher Seite gibt es Baufachleute,
 deren Rat und deren Entwürfe und
Begutachtungen grundlegend waren. „Ich
hätte nicht gedacht, dass ich noch einmal
 Kirchenarchitekt werden wurde!“,
scherzte der stellvertretende Vorsitzende
Fritz Schwarz im Juni 2002, als er die
Entwürfe für die Restaurierung der Chorwand
 zeichnete. Sein Vorstandskollege
Günther Legat entwarf den Fußboden.

„Unser von Gott gesegnetes Restaurierungswerk“
 stand in den Weihnachtsanzeigen
 im „Ostpreußenblatt“, ein Ausspruch
 voller Freude und Dankbarkeit.
Aber dann sollte ein schwerer Schlag das
deutsch-russische Werk treffen. Das Jahr
2005 brachte schwere Sorgen um die Gesundheit
 Georg Artemjews. Ein altes
Herzleiden meldete sich zurück und
schritt unaufhaltsam fort. Am 9. Januar
2006 starb er im Alter von 67 Jahren,

ein unersetzlicher Verlust. Die Trauerfeier,
 an der Vertreter der Bezirksregierung,
der Schulen, des Denkmalschutzes sowie
Kollegen und Schüler teilnahmen, fand
in der restaurierten Kirche statt. Es war
die erste öffentliche Veranstaltung, sozusagen
 die Einweihung des durch Georg
Artemjew geretteten Bauwerkes aus deutscher
 Zeit.
Die Trauer der Freunde auf deutscher
Seite ist unbeschreiblich. Das Werk ist
abgesichert; ein Gymnasium in Neuhausen
 hat die Kirche als Nutzer übernommen.
 Die Bezirksregierung in Neuhausen
 ist für die Kirche zuständig und
hat bereits drei Stellen geschaffen: die
eines Projektleiters, eines Wächters und
einer Schreibkraft. Die Stellen sind besetzt
 und werden von der Bezirksregierung
 finanziert.
Den Freund aber werden die Heiligenwalder
 nun nicht mehr antreffen,
wenn sie in ihr Dorf und zu ihrer Kirche

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