Full text : Unser Schönes Samland

— 602 Jahre Elchdorf

Geschichtliche

Zeittafel für das
Bauerndorf Elchdorf, heute Kulikovo.
 Erstmalig wird Elchdorf 1404
unter den Namen Presseszaten, auch
Presititen, genannt. 1422 wurde Elchdorf

Wir waren im Juni 2005 im Samland, um meinen vier Söhnen
und meiner Frau meine alte Heimat zu zeigen. Hier auf dem
Foto stehen wir an der Stelle, wo früher der Bauernhof von
Margarete und Theodor Falk in Elchdorf war. Von links nach
rechts: Johannes, Quntram, Usa, Ronald, Wilfried und Ulrich
Falk.

gegründet unter den Namen Powirstiten
von Heinrich Preuß von Plauen, er war
von 1410 bis 1413 Hochmeister des Deutschen
 Ordens.
Ab 1540 wurde der Ort unter dem Namen
 Pojerstieten genannt. Warum nun die
Umbenennung des wargischen Pojerstieten
 in Elchdorf? Da es in 15 Kilometern
 Entfernung noch ein Dorf mit den
Namen Pojer-stieten bei Kumehnen gab

und weil es in beiden Orten auch gleiche
Namen von Bewohnern gab, waren oft
Verwechslungen in Geldangelegenheiten
und bei Dokumenten vorgekommen. Bei
einer Gemeindeberatung über einen

neuen Ortsnamen machten die
Ortsver-treter eine Pause. Während
 der Pause rauchten sie vor
dem Haus des Dorfschulzen.
Nach einer Weile trat am
Waldesrand zwischen Funkstelle
 und Ortsfriedhof ein Elchtier
 hervor und der Lehrer des
Ortes schlug vor: „Nennen wir
es doch Elchdorf!“
Am 17.04.1906 wurde der
Ort von Pojerstieten in Elchdorf
 umbenannt. 2006 wäre also
eine Hundertjahrfeier gewesen,
aber leider haben es unsere Vorfahren
 verspielt. Vom 9. Mai
1945 an hieß der Ort Progress,
und wurde eine sowjetische
Militärkolchose.
Seit dem 7. April 1946 heißt
der Ort Kulikovo. Heute im
Kaliningrader Oblast gibt es
wieder zwei Orte mit dem gleichen Namen
 Kulikovo in 15 km Entfernung und
es kommt schon wieder zu Verwechslungen.
 Der frühere Ort Strob-jehnen heißt

gleichfalls Kulikovo.

Ulrich Falk
Kloßstraße 27
04249 Leipzig

Foto: priv.

Kreisgemeinschaft Fischhausen e.V. im Internet:

www.kreis-fischhausen.de

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Das Wunder am Pregel - ——■

die Restaurierung der Kirche von Heiligenwalde

ist fast abgeschlossen

Es

gibt Glücksmomente im Leben, die
man festhalten möchte, nach dem
Goethe-Wort: „Werd ich zum Augenblicke
 sagem/Verweile doch: du bist so
schön!“ (Faust I) Ein solcher Augenblick
wurde dem deutschen „Verein zur Erhaltung
 der Kirche von Heiligenwalde e.V.“
und seinem russischen Partnerverein in
der Woche nach Pfingsten 2002 beschert,
als der „Kolchos Rodniki“ die alte
Ordenskirche von Heiligenwalde, die bis
dahin als Getreidespeicher und Traktorengarage
 gedient hatte, der Bezirksregierung
 in Neuhausen übergab.

Im Gutshaus Theodor von Schöns in
Amau, wo die Sowchose, wie man immer
sagte, ihr Büro hat, trafen sich Vertreter
der beiden Vereine, der Sowchose, der
Bezirksregierung und eine Vertreterin des
Bürgermeisters von Waldau (es war seine
 Ehefrau), um die Übergabe offiziell
vorzunehmen. Glücklich gingen die Vereinsvertreter,
 der Schulleiter von Heiligenwalde,
 Georg Artemjew vom russischen
 Verein und Dr. Bärbel Beutner, die
Vorsitzende vom deutschen Verein, mit
der Übergabeakte nach Hause. Ein zehnjähriger
 Kampf um die Kirche war zu
Ende gegangen.
Nun kamen Jahre, in denen es nur noch
Glück und Erfolg zu geben schien. In
dem Dorf Heiligenwalde, heute Uschakowo,
 gibt es tüchtige Handwerker. Einer
 von ihnen, Viktor Michailowitsch
Staruschkin, der Mann „mit den goldenen
 Händen“, wie Georg Artemjew sagte,
 wurde der Baumeister. Unter seiner
Regie und mit seinen „goldenen Händen“
war bereits im Herbst 2002 die Chorwand

der Kirche restauriert, in die zur Nutzung
 als Getreidelager ein Scheunentor
geschlagen worden war, damit die Traktoren
 hineinfahren konnten. Der erste
und wohl mühsamste Schritt war getan.
Die Restaurierung der Chorwand war ein
statisches Meisterwerk, da sich durch das
Tor das Mauerwerk gesenkt hatte und ein
Riss entstanden war. Nun wurden die alten
 Eingänge im Turm und im zweiten
Anbau; dem so genannten „Waffenhaus“
(der erste Anbau ist die Sakristei), die
zugemauert waren, wieder geöffnet. Das
Waffenhaus, früher war das der Haupteingang
 der Kirche, erhielt eine neue
Tür, die Tür im Turm wurde zwar auch
erneuert, aber der alten Tür nachgebildet,
 und die alten Beschläge wurden
wieder verwendet, sodass sie der alten
Turmtür genau gleicht.
Ein wahrer Kraftakt war für die Aufräumarbeiten
 erforderlich. Tonnenweise
mussten Schmutz und Schutt aus der
Kirche gekarrt werden. Dabei war Organisation
 die wichtigste Aufgabe. Teure
Firmen wurden möglichst vermieden.
Immer fand sich ein Verwandter oder
Bekannter, der bei seiner Firma günstig
einen Traktor bekommen konnte oder
einen Onkel hatte, der einen Lastwagen
besaß, Helfer, die nach Feierabend zupackten,
 waren günstiger als Vertragsfirmen,
 Material wurde in günstigen Baumärkten
 besorgt, und manchmal konnte
auch etwas aus zweiter Hand beschafft
werden. Bei den Abrechnungen wurde
jeder Rubel belegt, damit ja nichts verschwendet
 wurde.
Jedes Jahr brachte von nun an ein Wunder
 hervor. 2003 waren die Sakristei und 43