Liebe Peyser Heimatfreunde!
Auch
dieses Mal möchte ich Euch ein
paar sommerliche Grüße senden. Ja,
endlich haben wir wieder Sommer, und
den wollen wir etwas genießen, wenn wir
auch mitten im Fußballfieber drin sind.
Da denke ich an den schönen großen
sportlichen Platz an der Sonnenbergs-Försterei.
Auch wir Mädchen gingen am
Sonntag zum Fußballplatz, wenn die Vereine
spielten! Wo sollten wir auch sonst
hingehn? Königsberg und unser schönes
Fischhausen war doch weit von uns entfernt.
Ich erinnere mich
noch an ein besonderes
Ereignis. Im
18. Lebensjahr habe
ich im Tharanschen,
Strupatschen Sturmvogel ein ganzes
Jahr gearbeitet und die Ausflügler, die
uns in dieser schönen Sommerzeit besuchten,
mit selbstgebackenen Apfel- und
Blaubeerkuchen im Garten bewirtet. Nun
bekam ich unerwartet an einem Sonntag
Besuch von meinem Cousin Fritz Wulf,
der Frontsoldat war. Der musste aber bis
zum Abend warten, bis ich etwas Zeit
für ihn hatte. Als nun die anderen Gäste
fort waren, saßen wir und haben geplaudert,
und nebenbei wurde das eine oder
andere Gläschen Pfefferminzlikör und
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der bekannte Eierlikör mit dem Punkt
geleert. Bald merkte ich aber, dass mir
diese Likörchen doch nicht so gut bekamen.
Mir wurde derart übel: Wie kommen
wir nur nach Hause? Den Heimweg
werde ich nie vergessen, an jedem Zaun
musste ich mich festhalten. Seitdem habe
ich nie wieder diese „Likörchen“ getrunken,
denn solches Elend sollte mir nicht
noch einmal passieren.
In unserem Haus, wo ich wohnte, lebten
auch Klara Resenberg mit ihren Eltern.
Klara war später in Sorgenau verheiratet,
wo ich sie einmal für eine Woche
besuchte. Dort hat es mir gut gefallen,
und ich musste daran zurückdenken,
als ich den Artikel von Eva Pultke-Sradnick
im letzten Heimatbrief las. In
Sorgenau wurden
auch die beiden nebenstehenden
Fotos
gemacht, vielleicht
kann sich jemand erinnern,
wo die beiden
Aufnahmen genau
entstanden sind?
Das soll es für
heute gewesen sein.
Meinen Peysem Heimatbekannten
die
herzlichsten Grüße, und die Bitte, dass
wir uns beim Pinneberger Treffen etwas
zahlreicher begrüßen dürfen und den Termin
nicht vergessen. Da wir ja leider auch
immer weniger werden, wir alle älter
werden und viele aus Krankheitsgründen
nicht mehr kommen können, wird unser
unvergesslicher Kreis und das Zusammentreffen
bald aufhören. Welches wir
jetzt schon sehr bedauern.
Eure Hedwig Biomeyer
Niederbechsener Straße 20
32547 Bad Oeynhausen
TMeine
lieben Cranzerinnen und liebe Cranzer,
liebe Landsleute aus den Nachbarorten und Freunde von Cranz!
us unserer schönen,
fernen Heimat sende
ich Ihnen die herzlichsten
Grüße. Es ist immer wieder
ein beeindruckendes
Erlebnis, der aufgehenden
Sonne entgegen zu fahren und den Anblick
der erwachenden Natur zu genießen.
Selbst wenn der Verstand sagt, dass
an Stelle der bunten, mit Sträuchem und
Bäumen durchsetzten Lupinenfelder
einst Kornfelder bis zum Horizont wogten,
und die Landschaft in großen Teilen
von Jahr zu Jahr immer mehr in ihren
Urzustand zurückfällt, ist die Fahrt stets
wie eine Neuentdeckung. Je näher wir
Cranz kommen, desto langsamer vergeht
die Zeit bis zum Wiedersehen mit dem
vertrauten Heimatort. Da grüßt die See
mit diesem anheimelnden Rauschen und
schon bin ich wirklich zu Hause!
Ich weiß, liebe Landsleute, viele von
Ihnen werden mich darum beneiden.
Deshalb versuche ich immer nach Möglichkeit
Ihnen wenigstens einen Teil meiner
neuen Eindrücke aus der Heimat
mitzuteilen und Sie am Geschehen in
Cranz und Umgebung teilnehmen zu lassen.
Doch zunächst möchte ich mich jedoch
noch für die zahlreichen Anrufe und
Glückwünsche zu meinem Geburtstag
bedanken. Bitte haben Sie Verständnis
dafür, wenn ich nicht auf jede Karte/
Brief/Mail gesondert antworte! Besonderen
Dank möchte ich auch den fünf
Freunden sagen, die mich mit einer Spende
für unseren Gedenkstein sowie die
Geburtstagskartenaktion unterstützt haben.
Mit den 290,- € kann ich wieder
eine Zeit überbrücken. Dank auch allen,
die einen Geldbetrag für die Portokasse
direkt an Herbert Regenbrecht überwiesen
haben.
Wenn ich aus der Heimat zurück bin,
dann werde ich wohl nicht nur zweieinhalb
schöne Urlaubsmonate in Cranz und
12 Tage in Moskau sowie im Gebiet bis
zur Wolga verbracht, sondern auch mit
50 Landsleuten in Cranz den 190. Jahrestag
der Gründung des „Königlichen
Seebades Cranz“ erlebt haben und unser
Kreistreffen steht vor der Tür. Ich hoffe
doch, dass sich in diesem Jahr wieder
viele Cranzer und Freunde aus den Nachbarorten
in Pinneberg zu einem gemütlichen
„Plachandem“ einfinden werden!
Wie ich bereits mitteilte, haben wir den
Gedichtband von Alfons de Resee „Cranz
im Lied“ neu auflegen lassen. Der Selenogradsker
Heimatdichter Sem Simkin
hat alle Gedichte ins Russische übersetzt
und in dem Gedichtband mit abgedruckt
sowie mit Bildern versehen. Ich werde
einige Exemplare mit nach Pinneberg
bringen und auch Bestellungen annehmen.
Durch die Erkundungen und Untersuchungen
für die Anlage eines Yachthafens
am Haff sowie für ein zeitgeschichtliches
Museumsdorf, in Anlehnung an die Ausgrabungsfunde
in bzw. der Umgebung der
„Kaup“, tauchen verschiedene Auslegungen
des Namens „Schwendlund“ auf. An
der Stelle, an der das Forsthaus/Gasthaus
„Schwendlund“ stand, wurde um
1629 - während der Schwedenbesetzung
(im 1. schwedisch-polnischen Krieg) ein
„köllmisches Gut“ errichtet, auf dem sich
Teile der Besatzungstruppen „einquartierten“.
Zu dieser Zeit gab es wegen des