Full text : Unser Schönes Samland

Liebe Regehner Heimatfreunde

einschließlich der Ortsteile Watzum, Kalthof und Tolklauken!

Wartnicken!

Nie gehört? ... So hieß
Watzum bis zu seiner Umbenennung
 am 16. November 1902 - vor
nunmehr weit über 100 Jahren - nach
der Inbetriebnahme der Samlandbahn im
Jahr 1900.
Notwendig wurde dies wegen der
Namensähnlichkeit mit der damaligen
Endstation Wamicken. Warum gerade
der Name Watzum gewählt wurde, geht
u. a. aus den Beiträgen der Heimatbriefe
Folge 116, S. 53 und 119, S. 52/53 hervor
- Watzum liegt gemeinsam mit den Ortschaften
 Regehnen, Kalthof und
Tolklauken in der Gemeinde Regehnen
im ehemaligen Kreis Fischhausen.
Hier, in Watzum, bin ich 1928 geboren
 und aufgewachsen, bis ich am 1.
August 1944 zu den Waffen gerufen
wurde. Ganz viel Zeit ist mir also in
meinem jungen Leben zu Hause nicht
geblieben. Jedoch, so glaube ich heute,
hat man sie umso intensiver verinnerlicht
und durchlebt und die Liebe zu diesem
schönen Landstrich noch vertieft - dem
Samland in Ostpreußen.
Dieses unvergessliche Land im Osten
mit seiner urwüchsigen Landschaft, den
malerischen Wäldern und Seen in seiner
ganzen Fülle und Schönheit, vermittelt
uns nachhaltig die Faszination und das
Gefühl der Vollkommenheit und des Zuhauseseins.


Ostpreußen ... allein dieses Wort, das
ist wie eine eingängige Melodie, die
immer und ewig uns Dortgeborenen in
den Köpfen klingen wird; auch wenn wir
mittlerweile alt und grau geworden sind.
Und wir erinnern uns gern, was wir
damals, noch kindlich unbewusst, in uns
aufgenommen haben. An all die schönen

Sagen und Geschichten, die uns heut
noch anrühren, weil sie uns das Zuhause
bedeuten. Und manchmal bist du selbst
erstaunt darüber, weil du gar nicht gewusst
 hast, welch eine Fülle an Reichtum
 in dir ruht.
Allerdings vermute ich zuweilen, es
gibt auch Menschen, die über solche Gefühlsduselei
 nur lächeln können und sagen:
 „Lass die alten Geschichten von
Gestern doch ruhen, es bringt doch
nichts, das habe ich längst aus meinem
Gedächtnis gestrichen.“ Wer so, denke
ich, sein Gestern ruhen lässt und seine
Wurzeln nicht mehr kennt, ist ein bedauernswerter,
 armer Mensch.
Nun sind wir bereits mitten in der Sommerzeit.
 Das heißt für einige von uns:
Urlaub machen, Reisen unternehmen,
Natur erleben, Landschaft genießen,
Frischluft tanken, Entspannung suchen.
Geheimnisvolle Wege gehen, sich verzaubern
 lassen.
Auch wenn Sie nicht mehr verreisen
können, so träumen Sie wenigstens von
unseren herrlichen Ostseebädem im Samland
 mit ihren unvergleichlichen Stränden,
 dem Rauschen des Meeres und dem
tiefblauen Himmel. Tiefe Zufriedenheit
und innige Heimatliebe werden uns dann
das Gefühl geben: Wir sind endlich angekommen!

Machen Sie’s gut. Ich wünsche Ihnen,
meine lieben Regehner, eine gute Zeit,
erholsame Sommer- und Urlaubstage und
grüße Sie - wie immer - in alter heimatlicher
 Verbundenheit sehr herzlich,

Ihr Willy Fischer
Strumannstr. 4
48231 Warendorf

Liebe Pobether Kirchspiel-Bewohner,

liebe Drebnauer, Nautzauer und Schlakalker!

Immer

deutlicher wird ein veränderter
Umgang der jetzigen russischen Bevölkerung
 in unserem schönen Samland mit
den dort teils stark vernichteten Kulturdenkmälern
 aus deutscher Zeit. War es
anfangs die Kriegsgräberfürsorge mit der
Bergung der vielen Soldaten aus anonymen
 Grabstellen, folgte die Registrierung
aller historischen Baudenkmäler seit der
Zeit des Ritterordens. Auch die Pobether
Kirche steht jetzt unter Denkmalschutz,
wie es die angebrachte Marmortafel aussagt.

Von privater Seite werden viele Gebäude
 wieder restauriert und die örtliche
Verwaltung hat die ehemalige Baptistenkapelle
 in der Schulstraße als Kulturhaus
saniert. Das Pobether Gebiet hinkt da
gegenüber Cranz und Rauschen auch hinsichtlich
 staatlicher Förderung hinterher,
da die Kurorte am Strand eben attraktiver
 sind. Die katholische Kirche hat in
Biegiethen ein Jugendzentrum errichtet,
das sich großer Beliebtheit erfreut. Auf
den alten Fundamenten wurden neue Gebäude
 errichtet bzw. erweitert, wie es
Günter Schwoll persönlich feststellen
konnte; er half bei der Erstellung des
ehemaligen Ortsbildes für deren Archiv.
Auch in Strobjehnen/Garbseiden war
rege Bautätigkeit zu erkennen.
Jetzt erreichte mich ein Schreiben des
Herrn Iwan Sintchouk, Minsk, der für
die russische Akademie der Wissenschaft
in Jaugehnen die Ausgrabungen leitete,

um alle Funde zu archivieren. Nach einem
 neuen Gesetz muss vor einer Industrieansiedlung
 alles dokumentiert werden.

Ob es sich um die Erweiterung der
Oelförderung in Eisliethen handelt oder
welches Objekt entstehen soll, werde ich
erkunden. Zum 17. Juli hat mich die
dortige Miliz wieder eingeladen.
Liebe Pobether, ein fast maßstabgerechter
 Ortsplan wurde offensichtlich
von dem Architekten Pultke in den Jahren
 1945 - 1947 in Pobethen erstellt,
deutsch/fussisch, den ich erhalten habe.
Eine Bauzeichnerin hat mir diesen Plan
im „PC-AutoCAD-Programm“ nachgezeichnet
 und jetzt bemühe ich mich, diesen
 weiter mit Geschäfts- und Handwerkersymbolen
 zu beleben und mit Familiennamen
 zu versehen (wie Kurt
Schlicht es bereits getan hatte), um ihn
dann über einen Plotter ausdrucken zu
lassen. So habe ich neben der weiteren
Registrierung aller Ehemaligen im Teilkreisgebiet
 Fischhausen/Samland mit
77.000 Bewohnern noch reichlich Hobby-Freizeitbeschäftigung.
 Für Auskünfte
 bin ich gut gerüstet.
Einen angenehmen warmen Sommer
wünscht Ihr/Euer
Pobethen-Dietmar Wrage,
Am Steinkreuz 7
22941 Bargteheide
Tel.: 04532-400910 Fax: 04532-400980
E-Mail: pobethen-dietmar@t-online.de

Die Qeschäftsstelle und das Museum in Pinneberg sind

vom 5. bis 23. Juni 2006 wegen Urlaubs geschlossen