fullscreen : Unser Schönes Samland

Liebe Regehner Heimatfreunde ^

einschließlich der Ortsteile Watzum, Kalthof und Tolklauken!

Den

Blick in die Sterne haben wir zum
Jahreswechsel gewagt, um zu wissen,
 wie es im neuen Jahr weiter geht.
Denn: „Die Sterne lügen nicht“, sagt der
Volksmund ... Allerdings unsere Zukunft
in den Sternen zu suchen, ist ein unsicheres
 Unterfangen. Die Realität holt uns
doch meistens sehr schnell wieder ein und
lässt uns mit vielen Unsicherheiten, die
es zu meistern gilt, allein. Demzufolge
ist positives Denken und Handeln angesagt.
 Packen wir es also an. Richten wir
den Blick nach vom und hoffen auf gute
Zeiten, dass wir am Ende des neuen Jahres
 sagen können: Wir haben unser gestecktes
 Ziel erreicht, es war ein gutes
Jahr!
Ich darf Sie auch diesmal wieder herzlich
 in unserem schönen Heimatbrief
begrüßen und Dank sagen allen, die mir
schriftlich oder fernmündlich ihre guten
Wünsche für das neue Jahr übermittelt
haben. Ich darf Sie alle aber auch weiterhin
 um Ihre Unterstützung bitten.
Denn auch Sie wissen, dass es zunehmend
immer schwieriger wird, interessante
Begebenheiten aus der Erinnerungskiste
hervor zu kramen. Da tauchen allmählich
 Lücken auf. Johann Nestroy meint:
„Der ist erst ganz unglücklich, der die
kahlen Wände seines Herzens nicht
einmal mit Bildern der Erinnerung
schmücken kann.“ - Zum Glück scheint
unser Herz vor Erinnerungen aber
manchmal überzulaufen. Es wäre doch
schade, dass sonst vieles unseren nachfolgenden
 Generationen vorenthalten
bliebe. Meinen Sie nicht auch? Erzählen
Sie Ihren Nachkommen aus unserem
schönen Samland. Es gibt zahlreiche,
herrliche Geschichten und Sagen aus

unserer Heimat ... Die eine lautet so:
„Der Vogel Alf bringt Reichtum, doch
muss man ihn anzunehmen verstehen.
Gewöhnlich trifft er den Dummen und
zieht wieder ab. Er sieht wie ein grauer
Habicht aus. Wenn er zieht, so gleicht er
einem Stern, der einen langen feurigen
Besen hinter sich schleppt.
In dieser Gestalt haben ihn einst Hirten
 gesehen. Er ist immer mannshoch
über der Erde fortgeflogen und endlich
auf einer entfernten Wiese niedergefallen;
 aus falscher Angst haben sie ihm aber
nicht weiter nachgespürt. Besonders
günstig ist er einer längst verstorbenen
Frau S. aus Pokalkstein bei St. Lorenz
gewesen und hat sie steinreich gemacht;
andere sagen, die Untererdchen hätten ihr
Geld zugetragen.
In Labiau hatte zu Großvaters Zeiten
(es kann aber auch Pobethen gewesen
sein) ein Töpfer S. mit dem Alf vereinbart,
 dass ihm dieser einen Stiefel voll
Geld zutragen sollte. Der Töpfer schnitt
aber die Sohle des Stiefels aus und hängte
ihn so in den Schornstein, dass der Alf
den Betrug nicht merken konnte. Nun fing
der Alf an zu tragen und zu tragen, bis er
zuletzt ganz blass wurde. „Ist noch nicht
voll?“ fragte er endlich. „Noch nicht!"
antwortete der Töpfer, indem er die Haufen
 Geld weglegte. Da warf der Alf eine
Menge Läuse durch den Stiefel und machte
 sich aus dem Staub.
Auch wurde einst in dem Nachlass einer
Frau ein großer Graukessel voll Geld gefunden,
 der mit Stangen auf das Gericht
getragen werden musste. Alles dieses Geld
hatt ihr der Alf gebracht, und damit ihrem
 Sohn gleich Glück zuteil würde, hatte
 sie ihm den Alf in den linken Fuß ein­26



impfen lassen.“
(aus: Ostpreußische Sagen von Christa
Hinze und Ulf Diederichs)
Alle guten Wünsche begleiten Sie, meine
 lieben Regehner, für die kommende
Zeit im neuen Jahr.
Mit lieben Oster- und Pfingstgrüßen verabschiede

 ich mich von Ihnen - wie
immer - in alter heimatlicher Verbundenheit
 sehr herzlich,

Ihr Willy Fischer
Strumannstr. 4
48231 Warendorf

Kirchspieltreffen Löwenhagen — — ——

... und immer wieder werden Neue und Neues entdeckt!

Zum

13. Mal trafen sich Landsleute
aus dem Kirchspiel Löwenhagen am
17. und 18. September 2005 und feierten
 miteinander. Zum 1. Mal geschah solches
 aber in Oldenburg, das ja schon zum
Bereich „südliche Nordsee“ gerechnet
wird und wie es dazu kam soll kurz erzählt
 werden. Alle kennen wir den Wechsel.
 Eine(r) geht, ein(e) Neue(r) kommt.
So auch in der Leitung unseres Kirchspiels.
 Gisela Andersch-Knorr und ihr
Mann fingen an, Hilda Wiedener-Tullney
setzte fort und gab 2004 an Walter
Perkuhn ab. Der wohnt allerdings nicht
in Dortmund oder Essen, sondern eben
in Oldenburg und bat schon gleich nach
seiner Wahl, weitere Treffen in Oldenburg
 arrangieren zu dürfen. Also lernten
in diesem Jahr unsere Freunde und
Landsleute ein neues Stück unseres schönen
 Vaterlandes kennen. Zugegeben:
Oldenburg liegt nicht im Herzen unserer
Republik und einige Wenige aus dem
Süden verzichteten aus mancherlei Gründen
 auf die Reise und Teilnahme. Alle
anderen aber, die es auf sich nahmen und
dabei waren, erlebten ein rundum harmonisches
 Fest.
Schon zum Beginn am Sonnabend ließen
 wir uns an den Januar 1945 erinnern,

als unser aller Weg aus der Heimat Ostpreußen
 in eine absolut ungewisse Zukunft
 begann und eben mehrere schon
ganz wenige Tage später nicht mehr lebten
 oder unter ganz abscheulichen Umständen
 litten und vegetierten. Verschiedene
 Berichte über die Geschehnisse aus
damaliger Zeit, so auch von einer Landsmännin
 aus unserem Kreis, gingen schon
unter die sprichwörtliche Haut. Niemand
wünscht solches Geschehen zurück oder
gar als Schicksal für unsere Kinder. Wir
gedachten unserer verstorbenen Landsleute
 und beschlossen diesen Teil mit dem
Lied der Ostpreußen, dass wir erstmalig
hier mit Klavierbegleitung sangen.
Einer Einladung in unseren Kreis war
unsere Kreisvertreterin Gisela Broschei
gefolgt. Sie hatte etwas Mühe, die Unbill
 der langen Strecke von Mönchen
Gladbach nach Oldenburg auf den Wochenendstraßen
 zeitgerecht zu erledigen,
wurde aber dann um so herzlicher begrüßt.
 Wir haben nach dem Geschehen
auf Kreisebene auf Grund der gehabten
Neuwahlen gefragt und sie hat uns geantwortet.
 Vielleicht kann nicht alles in
breiter Öffentlichkeit besprochen werden,
 doch ist unser aller Wunsch formuliert
 worden, dass sich die zwei Land- 27