Flüchtlinge belegt worden war. So feierte
Pfarrer Weihrauch am 18. März 1945
die letzte Konfirmation mit anschließendem
Abendmahl in der Kirche von St.
Lorenz. Nach der Einsegnung wurden im
Pfarrhaus die Konfirmationsscheine ausgeteilt.
Dann ging es zurück nach Neukuhren.
Inge Keller musste bis Ende November
1947 in Neukuhren bzw. Pobethen bleiben
und kam nach der Ausweisung nach
Sonneberg. Das war auch der Weg, den
viele aus unserem Gebiet gegangen sich.
Pfarrer Weihrauch hat in Königsberg die
Zeit bis zur Vertreibung nicht überlebt.
Weitere Einzelheiten sind in dem genannten
Buch von Frau Keller zu lesen.
ln dem nun folgenden 3. Teil wird über
die weiteren christlichen Kirchen in Rauschen
berichtet.
Die katholische Kirche in Rauschen
Der Badeort Rauschen war Anziehungspunkt
für Erholungssuchende aus ganz
Ostpreußen und auch aus dem deutschen
Reichsgebiet. Viele von ihnen legten dort
ihren Sommersitz an oder bauten ein
Flaus als Alterssitz. Dadurch kamen auch
zahlreiche Katholiken in diesen Ort. Die
Andachten und Messen dieser katholischen
Einwohner und Badegäste wurde
anfänglich im Hotel Bosin/Holtin in der
Nähe des Mühlenteiches gehalten, denn
ihre nächste Kirche befand sich zu dieser
Zeit in Königsberg.
Die katholische Kirche „Maria Meeresstern" Sammlung Klemm
Korrektur zum Teil 2:
Die Kirche in Rauschen
(Hbr. 167. Folge, Seite 28) Im letzten
Satz links unten „... an der Nordwestecke
errichtet,..." muss es im Folgetext rechts
oben richtig heißen „ ...im Westen [nicht
Osten] befinden sich die vorgebaute Eingangshalle
und das Treppenhaus.“
Da sich die Zahl der Katholiken durch
Feriengäste und neu Angesiedelte weiter
vergrößerte, erwarb der Königsberger
Propst Oskar Stoff Ende 1928 ein schönes
Waldgrundstück in der Warmbadstraße
auf der Düne, das Haus „Muhme“.
1930/31 baute die katholische Gemeinde
dort schließlich
eine der Landschaft
angepasste Kapelle.
Es entstand ein gefälliger
Fachwerkbau.
Das für den Bau benötigte
Holz hatte der
Propst beim Abbruch
des alten Cranzer
Bahnhofs in Königsberg
erworben.
Die Kapelle hatte
die Größe 10 x 20
Meter mit etwa 250
Sitzplätzen. In einem
Anbau befanden sich
Die Baptistenkapelle in der Dorfstraße
die Sakristei und zwei Wohnzimmer mit
Veranda für Priester, die dort ihren Urlaub
verbringen wollten und die Gottesdienste
hielten. Die Kirche erhielt den
Namen „Maria Meeresstem“ und wurde
am 10. Mai 1931 von Bischof Maximilian
Kaller benediziert.
1940 wurde die Gemeinde, die bis
dahin noch zu Königsberg gehört hatte,
der neu geschaffenen Kuratie Cranz zugewiesen.
Diese Kirche hatte keinen eigenen
Priester. Die Gottesdienste wurden
von Geistlichen der Propstei gehalten1.
die Gläubigen der
ganzen Umgebung.
Die Kapelle war
eine Station der
Gemeinde Königsberg-Tragheim
und
ein stattlicher Bau
mit großem Kirchenraum.
Die Ausstattung
war schlicht
gehalten und mit
Bänken für eine größere
Gläubigenzahl
ausgestattet.
Neben dem Altar
stand ein Harmoni-Sammlung
Klemm UIT1, auf dem Fräulein
Birth den Gesang
bei den Andachten begleitete. Als
Prediger ist Karl Glauß, der 1942 in Rauschen
starb, in Erinnerung geblieben.
Die Baptisten-Kapelle in Rauschen
Sehr zahlreich und aktiv waren die Anhänger
der Baptisten-Gemeinde in Ostpreußen
und im Samland vertreten. Ihre
in Rauschen gebaute Station mit Kapelle
„Die Güldene Sonne“ gehörte zur Stammgemeinde
Hintertragheim in Königsberg.
Sie entstand in der Dorfstraße zwischen
dem Bahnhof Rauschen-Ort und dem
Mühlenteich und war das Gotteshaus für
Prediger Karl Qlauß
Außerdem bestand in Rauschen-Ort hinter
der Gärtnerei Hempel das Haus „Sonnenborn“
dieser Gemeinde als Fortbildungsstätte
für junge Mädchen. Das
Haus wurde auch als Tagungsstätte genutzt,
u. a. hielt hier die Evangelische
Gemeinschaft ihre Singwoche ab3. 27