Die Synagoge in Cranz aus: Oskar Schlicht, Das westliche Samland
Über Neues aus Cranz/Selenogradsk
erfahren Sie wieder weiter hinten im Heft.
Nun möchte ich nicht versäumen, mich
für die vielen Glückwünsche zu meinem
Geburtstag zu bedanken. Ich wundere
mich, dass so viele daran gedacht haben,
obwohl mein Datum wegen eines technischen
Fehlers überhaupt nicht in der
Geburtstagsliste abgedruckt war! Bitte
haben Sie Verständnis dafür, dass ich mich
nicht bei allen persönlich bedanken kann.
Da reicht selbst die Zeit bis zu meiner
Abreise nicht aus. Selbstverständlich
freue ich mich auch immer über Briefe
und Anrufe außerhalb von „Feiertagen“
genauso wie über E-Mails aus aller Welt.
Es ist schon erstaunlich, wo überall in
der Welt Cranzer Marjellchen und Bofkes
hin verschlagen wurden. Meist erfahre ich
das durch ihre Kinder und Kindeskinder,
die sich für ihre „Wurzeln“ interessieren.
Das vor etwa fünf Monaten gestartete
„Zählwerk“ meiner Homepage „Cranz-Seite“
im Internet zeigt an, dass fast 1.000
Leute aus aller Welt sich in dieser Zeit
für Nachrichten aus bzw. über unseren
Heimatort interessiert haben. Viele Besucher
wenden sich dann auch mit Fragen
an mich und es entsteht
teilweise sogar ein regelrechter
Briefwechsel - natürlich mit
Thema „Ostsee- und Moorbad
Cranz“.
Meine neueste „Errungenschaft“
sind je ein Bild vom 1.
Cranzer Kurhaus (ca. 1850)
sowie von der Synagoge. Auch
ein Ortsplan von Cranz von
1850 und ein Plan von Kantzkuhren
von 1800 sowie eine
neuere Skizze vom Cranzer Tief
liegen jetzt vor. Zwar ist die
Qualität nicht so besonders, aber
für Dokumentationszwecke reicht sie aus.
Interessant ist auch die Erkenntnis, dass
in der Nähe von Garbeck eine alte
Pruzzenburg gestanden hat und die Erdwälle
noch teilweise zu erkennen sind.
Das Gesamtbild über unseren Heimatort
Diluviale Hochfläche,/Ihem Cranzer Tieh
Karte des ehemaligen Cranzer Tiefes
aus: Oskar Schlicht, Das westliche Samland
verdichtet sich immer mehr, sodass ich
in Kürze endlich recht genau sagen kann,
wie hat sich Cranz vom kleinen Krug bis
zum modernsten Bad an der Samlandküste
hoch gearbeitet und wie war die
Bevölkerungsentwicklung. Die „Cranzer“
haben im Laufe der Jahrhunderte sehr
viele verschiedene Plünderer, Eroberer
und fremde Besatzungsmächte über sich
ergehen lassen müssen und dennoch haben
sie sich immer wieder bis 1945 aufrappeln
können. Die Menschenverluste
(meist Männer) durch Kampfhandlungen
und Seuchen wurden durch Zuzug oder
Zurückbleiben fremder Bevölkerungsteile
ständig ausgeglichen und sorgten
durch die Vermischung letztlich für den
bekannt gesunden, gutmütigen, aber zähen
samländischen Menschenschlag.
Ich werde mit einer kurzen Unterbrechung
(22. Juli bis 6-August) dann bis 2.
September in Cranz sein und dort den
Sommer genießen. Was es dann von dort
alles Neues zu berichten gibt, erfahren
Sie in Pinneberg oder im nächsten „Report
aus Cranz“.
Ich erwarte Sie dann alle - nach schönen
Sommermonaten - gesund und munter
in Pinneberg und grüße Sie - auch im
Namen meiner Frau sowie Herbert Regenbrecht
und Frau - mit den herzlichsten
„Flundergrüßen“
Ihr/Euer
Klaus A. Lunau
Bahnhofstr. 14 30853 Langenhagen
Tel. 0511 - 773 407
Fax 0511 - 768 48 43
Mobilfunk 0170 -4047612
Mobil Russland: 007-9114-653580
E-Mail: KALUN@ostseebad-cranz.de
Homepage: www.ostseebad-cranz.de
6. Treffen der Qallgarbener und Dogehner
Die
unzerstörbare Liebe zur Heimat
führte auch in diesem Jahr wieder
14 aus diesem Gebiet stammende Ostpreußen
zusammen. Sie folgten der Einladung
ihres Heimatfreundes Herbert
Paulusch und trafen sich mit Anhang am
5. Juni 2005 in Uelzen, im Hotel „Zur
Eiche“.
Die Freude über die beachtliche
Teilnehmerzahl von 27 Personen konnte
man Herbert Paulusch bei der offiziellen
Begrüßung von den strahlenden Augen
ablesen. Die älteste Teilnehmerin,
Frau Lina Felske, wurde mit großem
Beifall begrüßt und den Teilnehmern, die
eine längere Anfahrt in Kauf genommen
haben, gedankt.
Abweichend von den vorausgegangenen
Ortstreffen hatte Herbert Paulusch diesmal
einen Programmablauf vorbereitet.
Vor allem, um alle die Themen mit den
Teilnehmern ansprechen zu können, die
von allgemeinem Interesse waren. Eines
der besonderen Anliegen war ihm das
Gedenken aller Opfer von Flucht und
Vertreibung, die auf deutschem Boden
vor genau 60 Jahren begann. Das bisher
schon veröffentlichte Dokumentationsmaterial
ist umfassend. Bisher wurden
hierzu jedoch keine Zahlen und Fakten
veröffentlicht, die sich auf das Gebiet
bezogen, welchem die Anwesenden entstammen.
Bei Verlesung der einzelnen
Angaben herrschte eine Stille im Raum, 21