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ganges 1937 schreibt:
Es macht mich immer noch betroffen,
wenn ich an meine Kindheit und die Zeit
nach dem Waffenstillstand zurückdenke.
Ich war sieben Jahre alt, und die Flüchtlinge
kamen in Scharen aus dem Osten.
In dem hiesigen Heimatdorf kannte die
Gehässigkeit teilweise kaum Grenzen.
Die Flüchtlinge wurden als Kartoffelkäfer
und Parasiten bezeichnet und sie sollen
doch gefälligst wieder dort hingehen,
woher sie gekommen waren, und uns nicht
das letzte bisschen Essen nehmen. Als
Kind denkt man doch, dass es so sein
muss, wenn Erwachsene das sagen. Heute
weiß ich, dass die armen Menschen unendlich
gelitten haben und möchte spät,
aber hoffentlich nicht zu spät, um Verzeihung
bitten! I.P.
(Voller Name bekannt)
— Liebe Cranzerinnen und liebe Cranzer,
liebe Landsleute aus den Nachbarorten und Freunde von Cranz!
Das
hinter uns liegende
Ostpreußentreffen
in Berlin war für
uns Cranzer kein so großer
Erfolg, denn es fanden
leider nur wenige den
Weg in die Messehallen und zu uns an
den „Ortstisch“. Selbst von den in Berlin
wohnenden Landsleuten kam nur ein sehr
geringer Teil zum Treffen. Dass ich dennoch
meine Anwesenheit als Ortsvertreter
nicht für unnütz ansah, lag daran, dass
ich in einigen sehr informativen und intensiven
Gesprächen viel Neues aus der
Zeit nach 1945 erfuhr. Meine Erwartung,
dass viele Cranzer (Sammelbegriff) aus
den neuen Bundesländern die Nähe von
Berlin ausnützen würden, um erstmals zu
einem Treffen zu kommen, war leider
eine Fehleinschätzung! Dennoch war die
gesamte Veranstaltung, zu der ca. 40.000
Ostpreußen kamen, eine eindrucksvolle
Demonstration des Gedenkens an die Heimat.
Nun liegt das Jahreshaupttreffen vor
uns und ich hoffe, dass ich sehr viele von
Ihnen in Pinneberg werde begrüßen können!
Wie schon angekündigt und auch
weiter vorne im Heft zu lesen, wollen
wir dem diesjährigen Treffen ein neues
Gesicht geben! Kommen Sie schon am
Samstag und lassen Sie sich überraschen.
Wie im Programm ausgedruckt, werde
ich am Samstagnachmittag mittels einer
„Dia-Multi-Visions-Show“ über das Königsberger
Gebiet/Samland neue, und
teilweise zum Vergleich, alte Aufnahmen
und Interviews vorführen. Diese gut zusammengestellte
Show sollte sich keiner
entgehen lassen. Doch auch der Abend
hat viel zu bieten! Am Sonntagmorgen
wird in einer eindrucksvollen Gedenkfeier
dem 60. Jahrestag der Vertreibung
gedacht. Selbstverständlich bleibt aber
auch ausreichend Zeit für ein „Schabberche“!
Nun habe ich noch eine kleine Überraschung
parat: 2006 ist unser Cranzche 190
Jahre Ostseebad. Das muss natürlich gefeiert
werden und wo? Natürlich in Cranz
selber. Ich werde also nochmals eine große
Reise anbieten und für Transport und
Unterkunft etc. sorgen. Die Veranstaltung
soll im August stattfmden mit dem Höhepunkt
einer gemeinsamen Feier mit den
Cranzer „Neubürgem“. Geplant habe ich,
wieder jeden von zu Hause mit einem
Minibus abzuholen und - nach Zwischenübernachtung
in Stettin - bis zum Hotel
zu bringen. Diese Reiseart hat sich zur
Kulturwoche so gut bewährt, dass sie sich
wieder anbietet. Dabei ist sie für alle auch
noch wesentlich preiswerter. Selbstverständlich
werden auch wieder Ausflugsfahrten
eingeplant. Ich werde, wenn ich
jetzt nach Cranz fahre, Einzelheiten wie
Termin etc. mit der Verwaltung absprechen
und eine entsprechende Anzahl von
Hotelzimmern reservieren. Einzelheiten
kann ich dann schon in Pinneberg bekannt
geben und erste Buchungen/Vorbestellungen
annehmen. Als Grobplanung
können
Sie von
der zweiten
oder dritten
Augustwoche
(unter starkem
Vorbehalt) ausgehen.
Wir
müssen schon
so früh mit
den Planungen
beginnen, da
ich gerne alle
Gäste in einem
Hotel unterbringen
möchte!
Das Limit
sollte wohl bei
etwa 40 bis 48 Personen liegen. Sehen
Sie also Ihre Reisepässe nach, ob sie noch
bis Februar 2007 gültig sind. Oft wird
daran zu spät gedacht! Selbst wenn bis
dahin - wider Erwarten - der Visumzwang
aufgehoben sein sollte, braucht
man weiterhin einen gültigen Reisepass.
Das Echo auf meinen letzten Aufruf,
mir Berichte und Tagebücher u. ä. über
die Zeit nach 1945 zu schicken, ist bisher
recht zaghaft. Sie müssen keine Literaturpreis
verdächtigen Unterlagen schicken!
Schreiben Sie gegebenenfalls im
Telegrammstil oder die Daten mit Strichaufzählung
auf einen Zettel. Sicher ist
es für manchen schwer, nochmals in der
Vergangenheit zu kramen, doch denken
Sie auch bitte daran, dass wir die letzte
Erlebnisgeneration sind. Wenn wir schweigen,
dann wird nirgends die ganze Wahrheit
über das Ende von Cranz und Umgebung
zu erfahren sein. Das ist unsere
Aufgabe: für die Folgegenerationen und
die spätere Aufarbeitung der „echten“
Geschichte die Fakten über unsere Heimat
zu sammeln. Wenn ich mich hier
auch wiederhole - bitte schicken Sie mir
alles, auch wenn Sie meinen, das wäre
nicht wichtig - auch Familienfotos!
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