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Post im Samland bis 1945“ Gesagte
auch für die Post in Rauschen.
Rauschen gehörte mit zu den
Orten, die im „weißen Fleck“ der
Postkarte des Samlands lagen, denn es
gab bis weit in das vorige Jahrhundert
hinein dort keinen wichtigen Verkehrsweg
und es hatte als Fischerdorf
keine besondere Bedeutung. Erst am
15.6.1884 wurde in Rauschen eine
Postagentur mit Telegrafenanstalt für
die Sommermonate eröffnet, die dann
am Ende der Saison, am 20.9.1884,
wieder geschlossen wurde. Seit 1850
wurde Rauschen mit Post von Neukuhren
und ab 1865 von St. Lorenz
versorgt. Aus der Zeit davor sind mir
keine Unterlagen bekannt. Es könnte
der Landpostbote von Cranz, Mülsen
oder Fischhausen die Post nach Rauschen
gebracht haben. 1885 wurde die
Post wieder während der Sommermonate
geöffnet und erst ab 1886
blieb die Postagentur ganzjährig in
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Betrieb. Dies hing sicherlich mit dem
zunehmenden Badebetrieb zusammen.
Im Bild 1 ist der erste Poststempel
von Rauschen, hier mit Datum
vom 11.7.1901, zusammen mit den
Stempeln der späteren Zeit dargestellt.
Am 29.6.1899, also vor fast genau
100 Jahren, erhielt Rauschen Telefonanschluß.
Es bestanden nun Fernsprechverbindungen
mit Königsberg
Pr., Neuhäuser und Pillau. Nach dem
Bau der Samlandbahn hat dann der
Betrieb in Rauschen zugenommen.
1902 wurde die Postanstalt während
der Sommermonate zu einem Postamt
III. Klasse hochgestuft und behielt für
die Wintermonate seinen Status als
Postagentur bei.
Mit dem weiteren Ausbau des
Postnetzes im Deutschen Reich
mußten die Orte mit gleichem Namen
besser unterschieden werden. Unser
Rauschen erhielt deshalb 1907 den
Zusatz „(Samland)“. Diese Angabe
war seitdem in den Poststempeln enthalten.
1910 soll in den Wintermonaten
ein Zweigpostamt eingerichtet worden
sein, das die Bezeichnung „Rauschen
(Samland) 2“ erhielt. Hierüber habe
ich keine näheren Angaben gefunden.
In dem „Führer durch das Ostseebad
Rauschen“ von 1913, herausgegeben
von der Badeverwaltung, heißt es:
.Mit dem 1. Oktober 1911 ist in Rauschen
ein Postamt III. Klasse eröffnet
worden, welches in einem eigenen
Gebäude auf der Düne in der Schröderstraße
gelegen ist. (Dann folgen
Angaben zu den Dienststunden). In
den Monaten Juni, Juli, August erfolgt
fünfmalige, sonst viermalige Bestellung.
- Soweit das Zitat. In der von
Carl Kühn herausgegebenen Schrift -
Nach Rauschen - Neuester zuverlässiger
Fremdenführer“ von ca. 1910 ist
gesagt: „Post-, Telegraphen- und Fernmeldeamt
in der Hauptstraße im
Tale.“ Das Postamt in der Schröderstraße
bestand bis zum Ende der
Deutschen Reichspost in Rauschen.
Im Zuge einer Reform fiel 1924
die Stufung der Postämter weg und
Rauschen hatte seitdem ein „Postamt“.
Dieser Status blieb bis 1945
erhalten. In diese Zeit fällt auch der
Einsatz des ersten Werbestempels für
Rauschen mit dem Text: Ostseebad •
Neuzeitl. Warmbad • Seltene Naturschönheiten
• Rauschen/ (Samland).
Dem Postamt in Rauschen wurden in
der Folgezeit die Zweigpostämter in
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Die in Rauschen von 1884 bis 1945 eingesetzten Poststempel (Samml. Klemm)
kPostamt in der Schröderstraße (Ortsgem. Rauschen)