Metadata : Unser Schönes Samland

Höfen von Dagott und Hoppe. 1938
hatte sich der Zustellbereich nur geringfügig
 geändert: Die Försterei Katzkeim
 erhielt nun die Post von

Heiligenkreutz.
Etwa ab Juni 1937 wurde zusätzlich
 zu dem vorgenannten Poststempel
ein Werbestempel eingesetzt, der die
Georgenswalder Wappenfiguren
Eichenbaum, Cavemann und Bär zeigt
und die Inschrift „Ruhe, Wald, Luft
und See“ trägt.
Im Zuge einer allgemeinen Reform
bei der Deutschen Reichspost wurde
die Postagentur 1939 in Poststelle I
umbenannt. Sie wurde zu dieser Zeit
von Frl. Margarete Knitsch geleitet.
Die gestiegene Einwohnerzahl - 1939
hatte Georgenswalde 791 Einwohner
- und die zunehmende Zahl an Sommerfrischlern
 bewirkten ein wachsendes
 Postaufkommen. Die Poststelle I
wurde 1940 zum Zweigpostamt von
Rauschen aufgestuft.

Der Stempel von 1881 liegt nicht vor!

Poststempel von Qeorgenswalde (Samml. Klemm)

Zum Postbetrieb in Georgenswalde
 sagte Frau Hustedt:
Den Schalterdienst versahen Frl.
Margarete Knitsch und Frl. Scheffler.
Als Postboten waren Herr Muschlien
aus Rauschen und Herr Michaelis im
Dienst. Mit Kriegsbeginn wurde die

Postzustellung von Frauen übernommen:
 Frl. Anita Klein (verh. Hustedt),
Fr. Elly Krause (geb. Lippke) und Frl.
Sophie Rehse (verh. Hippier). Nach
dem Ausscheiden von Frl. Rehse kam
Frl. Irmgard Naumow hinzu.
Frl. Klein hatte den Zustellbezirk
„Land“ mit Warnicken, Försterei Hirschau
 und Schönwalde. Der Dienst
begann um 6.00 Uhr. Da sie in Schönwalde
 wohnte und dies am Ende ihres
Zustellweges lag, war sie mittags zu
Hause. Am Nachmittag mußten dann
die Briefkästen geleert und die eingelieferte
 Post zum Bahnhof gebracht
werden. Das Abholen der Post vom
Bahnhof und die Anlieferung zum
Bahnhof erfolgte mit Karren.
Ab Mitte Januar 1945 wurden keine
Pakete mehr angenommen und das
Aufkommen an Briefpost ging zurück.
Frl. Klein (verh. Hustedt) konnte etwa
Mitte Februar 1945 von Neukuhren
aus mit dem Schiff nach Pillau und von
dort weiter ins Reich flüchten.
Wann 1945 die Post in Georgenswalde
 eingestellt wurde, ist leider nicht
bekannt. Wenn auch der Posttransport
aus dem Kessel Ostpreußen nach der
Abschnürung Ende Januar 1945
aus Gründen der Transportkapazität
schwierig war und immer schwieriger
wurde, ist mir zivile Post aus dem Samland
 von März 1945 bekannt. Solange
könnte also auch das Postamt Georgenswalde
 gearbeitet haben.

Die Post in Warnicken
Warnicken erhielt 1896 eine Posthilfsstelle,
 am 13.6.1897 wurde der
Telegrafenbetrieb aufgenommen und

am 24.6 1899 - also vor 100 Jahren -
der Fernsprechverkehr mit Königsberg,
 Neuhäuser und Pillau. Eine Posthilfsstelle
 hatte nur einen eingeschränkten
 Betrieb. Sie stellten eine
Erleichterung des Landpostdienstes
dar. Bei ihnen konnten Briefmarken
gekauft, einfache Poststücke angenommen
 und abgeholt werden.
Am 20.7.1900 wurde die Posthilfsstelle
 in eine Postagentur umgestuft. Sie
erhielt den postamtlichen Zusatz „(Ostsee)“.
 Dies erfolgte fast genau zur gleichen
 Zeit mit der Eröffnung der Samlandbahn
 bis Warnicken. Doch offensichtlich
 lohnte sich dieser Betrieb
nicht: Postagentur und Telegrafenanstalt
wurden ein Jahr später geschlossen.
1903 wurde dann die Telegrafenanstalt
 wieder geöffnet; jetzt mit einer
Öffentlichen Fernsprechstelle. Ein Jahr
später folgte auch wieder eine
Posthilfsstelle, die bis 1922 bestand.
Der Fernsprechdienst erfolgte getrennt
 über 2 Ämter. Eine logische
Grenze wäre die Wolfsschlucht. Nach
den Unterlagen von 1942 ging aber nur
der Bahnhof über das Amt Rauschen,
während das Forstamt und weitere
Anschlüsse beim Amt Groß Kuhren
vermittelt wurden.
Da die Posthilfsstelle keine Postanstalt
 im rechtlichen Sinne ist, führte
sie auch keinen Poststempel. Erst bei
der Postagentur müßte es in der kurzen
Zeit ihres Bestehens (1900/01) einen
Stempel gegeben haben. Eine Abbildung
 dieses Stempels liegt leider nicht
vor.Wer die Posthalter in Warnicken
waren bzw. wo sich die Postanstalten

zu den verschiedenen Zeiten befanden,
 ist leider ebenfalls nicht bekannt.
Vielleicht kann hierzu noch jemand
etwas mitteilen.
Der Bahnhof Warnicken, Endhaltestelle
 der Samlandbahn, lag ein
ganzes Stück außerhalb des Ortes. Er
war auch das Ende der Bahnpost auf
dieser Strecke, die etwa ab Eröffnung
der Samlandbahn am 14. Juli 1900
bestand. Bei der Bahnpost konnten
Postsendungen an den Zügen abgegeben
 oder eingeworfen werden. Sie
wurden unterwegs bearbeitet, also
auch gestempelt, und weitergeleitet.
Dafür gab es in den Zügen die
Bahnpoststempel, die als Ortsangabe
Anfangs- und Endpunkt der Strecke
auswiesen. Somit gibt es diese Stempel
mit Königsberg bzw. Königsberg (Pr)
- Warnicken. Als Richtungsangabe ist
die Zug-Nr. gemäß Fahrplan maßgebend.
 Die Stempel waren ellipsenförmig,
 1905/06 wurde eine etwas
spitzere Form eingeführt. Doch wurden
 Stempel der älteren Form auch
noch weiter verwendet.

Bahnpoststempel von Samlandbahn (Samml. Klemm)

Soviel zur Post in den Orten
Georgenswalde und Warnicken unseren
Schulbezirken. In der nächsten Folge
will dann über die Post in St. Lorenz

0 * BAHMPOST^gV

( Z.ä.. .27&.Z2 )
'Xi —

38 - 39