Full text : Unser Schönes Samland

Auf die Begrüßung kommt es an

Ende

Mai 2002 schloss ich mich ab
Freiburg/Br. einer Busreisegruppe in
Richtung Sauerland an. Unter anderem
besuchten wir auch Kassel, mit der eindrucksvollen
 „Wilhelmshöhe“ -
insbesondere aber die Wasserspiele. Leider
hatten kleinere Regenschauer dort unseren
 Aufenthalt ein wenig getrübt.
Doch wie anders erlebte ich die Begrüßung
 in Kassel, als ich vor etwa 15
Jahren meine Angehörigen im Umfeld
von Kassel besuchte. Auftragsgemäß erledigte
 ich kleinere Einkäufe in dieser
Stadt. Am Königsplatz dem Bus entstiegen
 - empfing mich ein Trompeten-Solist
 mit dem Heimatlied „Ännchen von
Tharau“! Ich war darüber sehr, sehr überrascht!
 Ein Begrüßungslied für mich -
für mich ganz persönlich?? Ganz verwirrt
war ich! Ich steuerte der anderen Seite
des Königsplatzes zu und suchte ein Gespräch
 mit dem jungen Trompeter. Fragte,
 woher er dieses schöne Lied kenne,
ob er noch gerade in Ostpreußen geboren
 sei? Er nicht, aber seine Mutter stamme

 aus Cranz, war dessen Antwort. Dieses
 Lied hätte er von seiner Mutter gelernt.
 Er wusste aber nicht, dass es ein
Lied ostpreußischer Herkunft sei. Nach
kurzem „Störungsgespräch“ dankte ich
mit einem kleinen Obolus und wünschte
ihm viel, viel Gutes für die Zukunft!
Zwischenzeitlich brachte dieser „Namenlose“
 andere Lieder zu Gehör. Dazwischen
 aber immer wieder „Ännchen von
Tharau“! Es war noch hörbar, als ich aus
dem Kaufhaus trat, nachdem ich die „Kaufaufträge“
 meiner Angehörigen erledigt
hatte und mir noch einen kleinen Stadtbummel
 in der verlängerten Königsstraße
gönnte.
Diese nette, rührende Begebenheit kam
mir wieder in Erinnerung, als ich kürzlich
 erneut diese schöne Stadt besuchte.

Gertrud Schulz
Falkenbergstraße 49
79110 Freiburg i.Br.

Rote Rosen

De

Tante Meta on de Onkel August
hadde söck moal wedder orndlich
gekabbelt, eejentlich wegen nuscht on
wedder nuscht. Wie dat so ös. Man kröcht
söck joa meistens bloß wegen
Kleenigkeite önne Woll. Äwer grote Sache
 geiht man jo souverän dräwer wech
on berspräckt dat ok vanömpftig.
Hier on hiede weär nu de Onkel August
 bloß moal op Schlorre äwer de nie
utgespreete Flöckerdeck gerennt, bloß
om oppe ander Sied vom Tus (Flur) dem
Fenster uttomäte, weil nämlich dem
Karlke on dem Egonke de Ball dorche
Schiew gefloage weär. Ganz onschuldig

daran weär de Opa von
de Bonskes nu ok nich,
drom beild he söck joa
so. Denn ett weär nämlich
 fast so wat wie e
ongeschräw-ne Gesetz,
dat de Schlorre väre
Husedär geloate wurde. On wie ett de
Diewel nu moal so wöll, groad in dissem
Momang mußd nu sien Meta ute Koch
koame, om söck e Strußke Peterzölie
utem Garde to hoale.
Na, dat geew vleicht e groat Gebroasch
von der Tante Meta, dat se doch man
groad allet utschlackert had on nu kömmt

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Hm#»« -

he on mömmt op ähr gar kein Röcksicht
nich. Öm erste Ogeblöck weär de Onkel
August bößke verschrocke, oawer denn
besunn he söck drob, dat he hier de Mann
weär on frog ganz scheinheilig, wat se
denn öm disse Tied äwerhaupt hier moakt.
„Sonst böst doch ok ömmer bie diener
Freindin Ingeborg, wo ju alle Doag bloß
Schmadderkoke äte.“ Na nu had se oawer
wedder Oberwoater on behaubt doch
glattwech, dat he, de August, wahrscheinlich
 alle Doag, wenn se nich to Hus weär,
opp Schlorre dorche gebohnerte Stoawe
rennt,

Onkelke nehm oawer ganz ruhig
wieder seine Moate färet Fönsterglas,

ömmer noch wieder önn seine Schlorre
stoahnend. De Tantke toch beleidigt aw.
Toerscht grummeld et noch e Wielke
önne Seel von alle beide, oawer bött tom
Oawend weär denn allet vagäte. Se stelld
em to’m Oambrod e Buddelke Beär neben
 sienem Speckpannkoke on de Onkel
August hat öm Garde alle Wäg öm
Zöckzackmuster geharkt on brochd ähr
de erschte blejende Ros mött.

Eva Pultke-Sradnick
Benzstraße 45
73614 Schorndorf
Tel: 07181- 628 43

Liebe Rothener und Nodemser!

Eigentlich

hatte ich gehofft, dass sich
nach dem Schulbild im Samland-Brief
 Nr. 154 doch noch der eine oder
der andere melden würde. Aber
„denkste“. Bestimmt sind schon viele von
den alten Schulkameraden nicht mehr am
Leben. 70 Jahre sind doch eine lange
Zeit. Aber trotzdem: „eins hab’ ich noch“.
Diesmal sind alle noch ein bisschen
jünger. Es ist ein Schulbild mit Lehrer
Karl Schiel und den „Großen“ aus dem
Jahr 1938/39. - Ich hoffe, dass Frau Ziegler
wieder alle so schön deutlich hinzaubert
wie auf dem Kinderfest-Bild. Das war
toll! Danke, Frau Ziegler!
Ja, hier bei diesem Bild gibt es keine
Fragezeichen. Meine Schwester Ruth hat
so ein Langzeitgedächtnis, sie konnte
noch alle mit Namen benennen. Bei den
meisten wusste sie auch noch die ehemaligen
 Wohnorte; denn nach Rothenen zur
Schule kamen ja auch die Kinder aus

Nodems, Grebieten, Powayen und
Saltnicken.
Also es geht los von links oben: An
der Wand entlang stehen: Waltraut Hinz,
Helga Baumeister, Hildegard Schaack,
Ruth Hamann, Anna Lulka, alle aus
Rothenen. Die Nächsten sind Hildegard
Kleinfeld aus Powayen und Renate
Wessel aus Saltnicken. Daneben steht
Lehrer Schiel, dann Herta Kasten aus
Rothenen, Eva Sachtleber aus Saltnicken
und Gertrud Priwall aus Rothenen.

Nun die 2. Reihe: Mit weißem Kragen,
 das ist Christel Hermann aus
Saltnicken, dann weiter Hilda Thurau
aus Grebieten, Selma Schock aus
Rothenen, Frieda G/age aus Nodems,
Lisbeth Kirsch aus Rothenen, dann mit
dem schicken weiten Kragen Ella Manneck
 aus Nodems, weiter in der Reihe
Irmgard Böckel aus Grebieten, Dora 77