sichert, sei hier aus privater Wirtschaft
von natürlich gezogenen Schweinen und
Rindern, ohne Chemie und im-mer frisch
geschlachtet. Wurst und Käse werden in
einer anderen Halle in Glastheken angeboten.
Es gibt litauischen, deutschen und
russischen Käse, wobei der russische Käse
von den Russen selbst nicht bevorzugt
wird, weil es einfach keine russische
Käse-Tradition gebe. Da zahlt man lieber
mehr für die Importware. Die Preise
sind als Kilopreise ausgezeichnet, bei der
Wurst schwanken sie zwischen 64 und
98 Rubel pro Kilo. Der Rubel muss jetzt
ja auch am Euro gemessen werden, auch
für uns eine Umstellung. Man sollte aber
Hündchen angeboten, von Marktbesuchem,
die ein Zuhause für den Nachwuchs
suchen und dabei ein paar Rubel
zu verdienen hoffen.
Auch die Geschäfte in Tapiau sind einen
Besuch wert. Warenangebot und Ausstattung
haben sich in den letzten Jahren
überall im Gebiet entwickelt. Helle, gekachelte
Lebensmittelgeschäfte bieten
alles an: Milchprodukte, Torten, Konserven,
Fertiggerichte, Wurst, Käse, alkoholische
Getränke, Säfte, Süßigkeiten,
Backwaren, Kaffee und Tee. Eine Tiefkühltruhe
steht in jedem Geschäft, mit
Eis, tiefgefrorenen Pilmeni (gefüllte
Nudeltaschen) und Pizza. Die aber ist unMarktplatz
von Tapiau
beim Tausch auf den Kurs achten; der
kann allein in Königsberg zwischen 24,50
und 28,30 Rubel pro Euro schwanken.
Ein Kilo Wurst kommt demnach durchschnittlich
auf drei bis vier Euro. Käse
ist teurer.
Der Basar hat noch andere Abenteuer
zu bieten. Hunde laufen sowieso überall
herum, auch in der Fleischhalle; niemanden
stört das. Aber dann wird einem auch
schon mal ein kleines Kätzchen oder
Foto: Beutner
erschwinglich, die billigste liegt bei umgerechnet
fünf Mark. Pizza gibt es in
Westdeutschland, wenn die russischen
Freunde zum Gegenbesuch kommen.
Wenn an einem Geschäft „Kosmetika“
steht, so heißt das nicht, dass dort nur
Kosmetikartikel zu bekommen sind. Vielmehr
finden sich Hüte, Blusen, Kinderspielzeug
und auch eine Ecke mit Haushaltswaren
dort. Auch das Schild „Obst
und Gemüse“ verrät nicht alles, denn
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innen bedeckt ein Flaschenregal mit allen
nur erdenklichen Getränken, vom
Bier über Cognac und Martini bis hin zu
Cola, Sekt und Wein eine ganze Wand,
und Glasbehälter mit Pralinen und Keksen
laden zum Kauf ein.
Wenn man die russischen Freunde
fragt, wie die Leute es bloß fertig bringen,
bei den niedrigen Gehältern und den
Preisen mit West-Niveau zu wirtschaften,
so kommen bestimmte Antworten.
„Du siehst doch, die Leute kaufen.“ So
viele kaufen allerdings nicht. In den großen
Kaufhäusern, zwei sind es in Tapiau,
gibt es kein Gedränge.
Die russischen Kaufhäuser haben für
mich immer noch etwas Abenteuerliches.
Die deutsche Einteilung nach „Abteilungen“
gibt es nicht. In jedem Bereich findet
sich ein Mehrfach-Angebot. Vitrinen
mit Goldschmuck, Bernstein und Uhren
enthalten auch Souvenirs oder Haarspangen,
in einer Abteilung für Porzellan gibt
es auch Bilder und Puppen. Und überall
Verkäuferinnen. Selbstbedienung ist tabu.
Man muss genau angeben, was man ausgesucht
hat, dann wird der Gegenstand
von der Verkäuferin aus dem Regal oder
aus der Vitrine genommen. Man bezahlt
an der Kasse, bekommt den Kassenbon,
geht damit zu dem Verkaufstisch und bekommt
die Ware. Das gibt Arbeitsplätze.
Einkäufen in Tapiau - für mich eine
inzwischen häufige Erfahrung, aber
immer noch ein Erlebnis.
Bärbel Beutner (Heiligenwalde)
Käthe-Kollwitz-Ring 24
59423 Unna
— Förderverein Kumehnen startete Werbekampagne -
Der Erfolg lässt noch zu wünschen übrig.
Liebe Mitglieder der Evangelischen
Kirchengemeinde Kumehnen,
unser Förderverein hatte rund 150 Gemeindeglieder
unserer Evangelischen
Kirchengemeinde Kumehnen angeschrieben.
Die Anschriften hat uns das Samlandmuseum
in Pinneberg zur Verfügung
gestellt. Einige Briefe kamen wieder
unzustellbar zurück. Wir wollen aber „am
Ball bleiben“, um auch die letzten zu erreichen.
Ich habe in jeden Brief einige Prospekte
mit Bildern unserer Kirche und Informationen
über die Ziele des Fördervereins
sowie Beitrittserklärungen gelegt.
Vier erfreuliche Briefe kamen zurück:
Frau Edith Weber, Frau Ursula Schmidt
und Frau Christa Abraham sind dem Verein
beigetreten. Und Frau Herta Schulz
schickte uns ein Scherflein, da Sie in ihrem
hohen Alter nicht mehr Mitglied
werden möchte. Für diese Briefe möchten
wir uns sehr, sehr herzlich bedanken.
Aber es kam auch ein anderer Brief, dessen
Absender selbstverständlich nicht
genannt wird. Dort heißt es unter anderem:
...... Ich möchte mich daher entschuldigen,
dass ich Ihre Bemühungen um
Rettung der Kirche, ..... als erfolglos
ansehen muß. Wie in dem Prospekt richtig
angedeutet wurde, ist weder vom Staat
noch von der Orthodoxen Kirche irgendeine
Unterstützung zu erwarten. Die für 47