den den Schmuck und die Knöpfe gerne
befühlen, wenn sie dürften und sie durften.
Das Armband streifte ich ab und reichte
es rüber. Es ging von Hand zu Hand,
auch die Brosche. Dann erzählte ich ihnen
die Geschichte des Armbandes: Es
ist ein Erbstück einer lieben Tante. Sie
hatte es als junges Mädchen in Ostpreußen
von ihren Brüdern geschenkt
bekommen. Diese hatten als Jungen oder
junge Männer die Steine gesammelt, am
Strand und in Kiesgruben geschnitzt,
geschliffen, gebohrt und auf zwei Gummibändchen
zu diesem Armband gezogen.
Es bedeute mir sehr viel, weil es
ein Stück meiner Familie und Heimat sei.
Bei der Rückgabe meiner „Kostbarkeiten“
fiel das Armband zu Boden, weil
der Zug ruckte und es rollte unter die
Sitze. Das Mädchen mit der Ostpreußen-Oma
holte es schnell hervor und bemerkte
mit großem Schreck, dass eine Bemsteinplatte
zerbrochen war. Ach Göttchen,
hat das Marjellchen geweint und
mir ihr großes Bedauern geschnieft. Mir
tat es ja auch leid, aber um sie zu trösten,
überwand ich meinen Schreck und
sagte ihr, dass wir Ostpreußen alle mehr
als ein zerbrochenes Armband verloren
hätten und schenkte ihr das abgebrochene
Stückchen Bernstein.
Der Zug hielt und die Mädchen mussten
aussteigen. Mit lieben Grüßen an die
unbekannte Ostpreußen-Oma und dem
Versprechen, sich mehr von unserem
schönen Land und seinem „Gold“ erzählen
zu lassen, verabschiedete ich mich von
der Ostpreußen-Enkelin mit einer lieben
Umarmung.
Es war trotz des zerbrochenen Armbandes
ein schöner Abschluss des Kreistreffens
der Samländer in Pinneberg.
Erika Wetzel
Ostersonntag
Ostersonntag! - Ostersonntag
läuten Glocken, jubeln Lieder.
Ostersonntag! - Ostersonntag
klingt es mir im Herzen nach.
Grüne Auen, grüne Wälder,
Gottes Sonne strahlt uns wieder,
aufgeschossne Saatenfelder
liegen nun nicht länger brach.
Heut, am Auferstehungsfeste,
laden Kirsch- und Mandelbäume
ungezählte kleine Gäste
zur gedeckten Tafel ein.
Wandre mit bewegten Sinnen
durch die weiten Blütenträume,
heiter außen, heiter innen,
in das Frühlingsglück hinein.
Farbenbunt bemalte Eier
pendeln von dem Osterstrauße,
und die Sonne guckt zur Feier
strahlend durch das Fensterglas.
Margarete Fischer
66
Rotary-Club in Kaliningrad
Eine
Schulfreundin von mir aus
Königsberg, Margot Spitzeder geb.
Scharffenberg, deren Ehemann Rotarier
ist, folgte zum 27. Oktober 2001 einer
Einladung zur Charterfeier des Rotary-Clubs
Kaliningrad. Der erste dort gegründete
Club nahm 25 Mitglieder auf, darunter
auch 5 Damen. Sie alle kamen aus
medizinischen, kaufmännischen oder
technischen Berufen. Das Ziel der weltweit
organisierten Rotary-Gemeinschaft
ist die Dienstbereitschaft im täglichen
Leben. Einer guten Sache zu dienen,
heißt Anerkennung hoher ethischer
Grundsätze im Privat- und Berufsleben
sowie des Wertes jeder für die Allgemeinheit
nützlichen Tätigkeit. Die einzelnen
Rotary-Clubs verfolgen diese
Aufgabe durch Förderung verantwortungsbewusster
privater, geschäftlicher
und öffentlicher Betätigung. Geeint im
Ideal des Dienens und durch die Pflege
der Freundschaft als einer Gelegenheit
sich anderen nützlich zu erweisen, strebt
man nach einer Weltgemeinschaft des
guten Willens zur Verständigung und zum
Frieden unter den Völkern. Bereits im
Jahre 1905 wurde in den USA der Grundstein
dafür gelegt.
Als der Mann meiner Freundin die
Grußworte seines Rotary-Clubs überbrachte
und dabei erwähnte, dass seine
Frau Königsbergerin ist und erst am 8.
April 1945 die 'Stadt verlassen hatte,
stand sie unwillkürlich im Mittelpunkt.
Damals war die Straße nach Pillau nur
für Stunden freigekämpft, am Tage drauf
erfolgte die Kapitulation. Dieses wurde
mit großem Interesse aufgenommen. Im
Laufe des Abends kamen rotarische
Freundinnen und Freunde aus Schweden,
Norwegen, Dänemark, Finnland, den drei
Baltischen Staaten und aus Polen, St.
Petersburg, um das Gespräch mit ihr zu
suchen. Die Verständigung erfolgte auf
englisch. Es war trotz der vielen Gäste,
ca. 100, eine sehr familiäre, aufgeschlossene
Atmosphäre. Man hatte den Eindruck,
dass man froh war, durch Rotary
eine weitere Bindung zum Westen gefunden
zu haben. Die meisten Menschen in
diesem Gebiet fühlen sich in dieser russischen
Exklave doch etwas im Abseits.
Da es aus unerklärlichen Gründen
immer noch kein deutsches Konsulat in
Kaliningrad gibt, mag die Brücke vom
Rotary-Club Kaliningrad hinüber nach
Deutschland eine zu begrüßende Verbindung
darstellen.
Das wurde auch dadurch unterstrichen,
dass Herr Spitzeder eine Stipendiums-Zusage
gab, demnach ein Germanistikstudent
der Universität Kaliningrad ein
Jahr an einer Universität in Hessen - bei
Übernahme aller Kosten vor Ort - studieren
kann.
Hadwiga Meyer
Stader Str. 5
21737 Wischhafen
Tel.: 04770 - 339
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erkennen ihren (Jrrtum.
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