Flunsch
fumfiedeln
Fupp
Ganter
gnatschen
gnarren
gniddern
gnietsch
Gniefke
Gnoss
Glumse
glubsch
glupen
grabbeln
grabschen
Flamsch
Handschke
Flemske
Flietscherchen
Flusch
Ilske
iwo
Janker (Hunger)
Kabbeln
Kaddig
Kanthaken
Karbonade
Keilchen
Klabastern
mang, mittenmang
maddern
Marjell
Maschkepie
Mauchen
molschen
Muff
mutzen
Mutzkopp
nachzageln
Nachschrabsel
Nikolaschka
nuscht
nuscht nich
obsternatsch
Pamms
paschen
Paslack
Patscheimer
Patschloch
Peed
peesen
pessern
piesacken
pingsern
plachandern
pladdern
plättschern m. Stein
plinkern
Schlumske
Schlusohr
schlunzig
Schmand
Schmandlecker
schorren
Schossei
Schubbiak
schubbrich
schobben
schuriegeln
schwoofen
Seeger
sinnieren
Spendierbicksen
Spickfuß
Spirkel
stiemen
stukern
suckeln
trautst
Trusch
Truschbock
Tuntel
verbiestern
verhubbern
verknausen
verloddern
verlöten
, verpimpeln
Wenktiner
Wippzagel
wischich
Wruke
Wuhne
wurrachen
Vertellchen
Zagei
Zergen
zoddern
Zodder
Wer kennt weitere Ausdrücke der
hochdeutschen ostpreußischen Mundart?
Zuschriften bitte an:
Klaus Wulff
Kulmer Str. 20 a
32602 Vlotho - 2
Tel. 05228-7183
66
Der Erlkönig auf ostpreußisch
Wer reitet so spät noch durch die Nacht?
Der Seeger zeigt all zwanzig nach acht.
Der Vater hält seinen Gnubbel im Arm,
gepummelt in’s Pelzche, da is es scheen warm.
Das Jungche hat Fieber, es weint vor sich hin,
verschwiemelt de Augen, bedammelt der Sinn.
Stockduster! Kannst de Hand vor de Augen nich sehn,
dem Jung wird ganz schuchrig, das kann man verstehn.
„Ach, Jungchen, was bangst du so fürchterlich dich?“
„Na, Papa, da schichert der Erlkeenig mich!
E Krön auf em Kopp und e Zagei hat er...!“
„Aber Jungchen, da steht nur der Nebel verquer!“
„Nei“, wimmert der Gnos, „ich seh es genau,
das ist der leibhaftige Buschebaubau!
„ Und heer doch, Papa, was de Plawucht mir verspricht,
ich brauch nicht mehr gehn zum Schulunterricht,
brauch nicht mehr rechnen, lesen und schreiben,
ich soll bei seine Marjellchens bleiben.
Die werden mit mir spielen und singen
und abends inne Pose mich bringen. “
„Sei ruhig, mein Trautsterche, und bang dich man nich,
da kullern im Wind bloß de Blätterchen sich. “
„Ach Göttchen, Erbarmung, nu grapscht er nach mir,
er tut mir ja weh, hier und auch hier,
und nu zoddert er mich noch anne Wischkoll,
ach Papa, ich hab de Bixen all voll. “
Dem Vater nu schucherts, er reitet Galopp,
betuddert sein Jungche und puuscht ihm de Kopp.
Dem Wallach er mit de Peitsch noch traktiert,
der hebt dem Zaget und peest los, wie jeschmiert,
iebern humplichen Acker, querfeldein, geradeaus,
und in zehn Minuten all sind se zu Haus.
Hat nuscht nicht geholfen, groß war die Not.
Das Jungche, das lebt, der Wallach war dot!
Einsenderin: Dorothea Blankenagel