einen polnischen Staat, von dem sie nichts Gutes erwarteten,
einzusetzen. Diese Verweigerung wurde später vielen zum
Verhängnis. Da sie sich geweigert hatten die polnische Staatsangehörigkeit
anzunehmen, wurden viele Deutsche in den
20er Jahren aus Polen ausgewiesen.
Der Versailler Vertrag hatte für das Primenter Land die Folge,
daß das Kirchspiel Altkloster durch die von der Ententekommission
getroffene Grenzziehung geteilt wurde. Die Dörfer
Lupitze und Friedendorf befanden sich in Deutschland, Alt
kloster, Mauche, Fehlen und Schleunchen in Polen. Viele
Bauern hatten zudem durch Kauf und Ehehandel in den Nachbardörfem
Landbesitz, so daß sie zur Bearbeitung ihrer Felder
die Grenze passieren mußten. Die Grenzer machten der jeweiligen
Gegenseite das Leben schwer, so daß viele ihr Land verkauften
oder tauschten, da dieser Grenzverkehr für sie ein untragbares
Hindernis war. Die erste Zeit halfen sich die Bauern
noch gegenseitig aus, doch auf Dauer war es untragbar bereits
Wochen vor einer Arbeit auf dem Feld ein Visum zu beantragen,
zumal man immer mit Schikanen und Gebühren rechnen
mußte.
Auch der Probst Paradowski, dessen deutsche Gesinnung bei
den nationalen Polen bekannt war, bekam nun ständig
Schwierigkeiten. Eine lokale polnische Zeitung griff ihn immer
wieder an und begründete so seinen Ruf als
„Polenhasser“. Paradowski trat daher nur noch resoluter für
seine Deutschen ein. Er weigerte sich die neu eingerichtete
polnische Schule in Mochy (Mauche) einzuweihen, hielt seine
Messen nur in deutsch, obwohl er perfekt polnisch konnte.
Die Beschwerden über ihn wandte man bald an das Domkapitel
in Posen, doch dort teilte man den Nationalpolen bedauernd
mit, daß Paradowski rechtmäßig in sein Amt auf Lebenszeit
eingesetzt ist. Daran sei nichts zu ändern. In der Folgezeit
begann daher eine regelrechte Hetzkampagne, um den miß- 17