Propstei stürmen und den Probst gewaltsam über die Grenze
transportieren, doch der resolute Paradowski hielt die Menge
mit seiner Wortgewalt im Schach und zur Unterstützung seiner
Worte ließ er seine beiden scharfen Wachhunde im Innenhof
der Propstei los. Ein anderes Mal kamen fanatisierte Nationalpolen
mit einer Schubkarre zu Fuß aus Mochy
(Mauche), um den Probst zu packen, zu fesseln und dann mit
der Karre zur Grenze zu transportieren. Aber auch dieses Mal
verhinderten seine scharfen Worte und die Hunde einen Erfolg
dieser Aktion. Es hieß, daß der Probst in diesen Jahren immer
einen geladenen Revolver dabei hatte. Bereits 1919, so hat er
selber erzählt, hatte er damit gerechnet von den Polen verhaftet
zu werden, denn zu jener Zeit brachte man vielerorts mißliebige
Deutsche in Sammellager. Monatelang soll er die gepackten
Koffer stehen gehabt haben.
Nach einiger Zeit legte sich die Aufregung jedoch, auch wenn
die Angriffe auf den „Polenhasser“ weiterhin die Tageszeitungen
bis hin nach Poznan (Posen) füllten. Ende der 20er Jahre
lebte diese Kampagne wieder auf. Bis dahin hatte sich der -
noch deutsche - Erzbischof geweigert, ihm einen Vikar zuzuteilen,
da seine Gemeinde inzwischen zu klein dafür war. 1929
schickte man ihm dann den ehemaligen - verwitweten - polnischen
Offizier Henryk Pankowski (1897-5.1.1975, geweiht
3.3.1928), der sich von dem Deutschen sofort in seiner Offiziersehre
angegriffen fühlte. Paradowski konterte sofort, er sei
der Probst und jener nur ein Vikar und er drohte ihm mit
Schlägen, wenn er es noch einmal wagen sollte seine Autorität
anzuzweifeln. Die beiden Jahre, die Pankowski in Altkloster
weilte, waren erneut von Haßtiraden und Propagandaaktionen
geprägt, so das man Pankowski schließlich zum Probst von
Przdeborow (Fuhrwalden) ernannte und einen neuen Vikar für
Altkloster bestimmte. 19