Chaussee von DoUkeim nach Nautzau Foto: Lunau
neuen russischen Soldatenfriedhof gebaut,
auf dem die 1945 gefallenen sowjetischen
Soldaten beerdigt werden sollen,
die bisher in Kaliningrad „zwischengelagert“
wurden. Das hatte öfters zu
Protesten der Veteranenverbände - z. B.
auch beim Bau des deutschen Soldatenfriedhofes
in Königsberg - geführt.
Die Samländische „Seenplatte“
Bei meinen Fahrten durch das Samland
musste ich immer wieder feststellen, dass
große Landstriche total unter Wasser
standen bzw. noch von riesigen Eisflächen
bedeckt waren. Besonders fiel
mir das beiderseits der alten Königsberg-Cranzer
Chaussee auf. Das ist natürlich
fast ausschließlich auf die total zerstörten
Drainagesysteme zurückzuführen.
Das Land macht zum Teil schon wieder
den Eindruck, wie es wohl ausgesehen
haben könnte, als unsere pruzzischen
Vorfahren anfingen es zu besiedeln und
für den Ackerbau urbar zu machen. Nur
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ganz wenige Felder werden
heute bewirtschaftet.
Wo einst auf kaum
überschaubaren Feldern
Getreide sich im Wind
wogte, sieht man heute
meist nur noch versumpftes
oder verstepptes Weideland,
auf dem wenige,
kleine Rinderherden
umherziehen. Bei unserer
Abreise sahen wir
überall, wo es möglich
war, dass das Gelände
abgefackelt wurde.
Jedenfalls ähnelt das Gebiet
„unseres Samlandes“
in keiner Weise
mehr der einstigen
preußischen „Kornkammer“!
Pillau/Baltijsk bald ein „russisches
Hongkong“?
Bei einem Gespräch mit dem Bürgermeister
und der Leitung der Administration
wurden Pläne erläutert, wie ein Teil
der Hafenstadt in eine „Freihandelszone“
mit visumfreiem Zutritt umgewandelt
werden kann. Die Ostseeanrainerstaaten
sollen aufgefordert werden, in dieser
„Freihandelszone“ in eigener Regie je ein
Hotel, Läden sowie Vergnügungseinrichtungen
etc. zu errichten und zu betreiben.
Durch den neuen Anstoß vom
Wirtschaftsminister Herman Gräf (russ:
German Gref) zur Schaffung einer
Sonderwirtschaftszone für den Oblast
Kaliningrad, erhofft man sich neue Chancen
für dieses Vorhaben. Bei der Herstellung
von Kontakten zur EU und Verwirklichung
des Vorhabens werden wir
- soweit möglich - Hilfestellung geben.
Das Traumziel ist, Pillau zu einem zoll-I
freien „Einkaufsparadies“ - ähnlich den
beliebten Butterfahrten - zu machen, wo
Besucher für ein, zwei Tage zum „Billig-Einkauf
‘ per Schiff aus allen Nachbarländern
kommen. Das würde sicher
viele neue Arbeitsplätze schaffen und die
Wirtschaft beleben. Zusätzlich wäre eine
Belebung des Touristikbetriebes im ge-I
samten Samland zu erwarten, wenn hier
eine ansprechend freundliche Werbung
zum längeren Verweilen mit „Erkundung“
der „Bemsteinküste“ und der Nehrung
auffordert. Das Gelände steht gleich
neben dem neuen Fährhafen bereit. Was
noch fehlt, ist ein unkompliziertes Genehmigungsverfahren
und eine Beteiligung
der Weststaaten unter Beteiligung
der EU!
DUMA von Kaliningrad sind gemeinsam
mit einem Großteil der Bewohner und
Kreisvertreter der Meinung, das von der
DUMA in Moskau erlassene Gesetz sollte
für den Oblast wegen seiner dünnen
Besiedelung und geringen Wirtschaftskraft
nicht umgesetzt werden. Auf diesen
Bescheid wird derzeit gewartet! Für
das Gebiet der Kurischen Nehrung hat
man bereits eine neue Verwaltung eingerichtet.
Im Zuge dieser Umgliederung verliert
Fischhausen/Primorsk seine Selbständigkeit
und wird der kreisfreien Stadt Pillau
zugeordnet.
Visumfreier Zugang zum Oblast
Kaliningrad/Königsberg?
Gesprächsthema fast aller Delegationstreffen
wischen EU und RF (Russ. Föderation)
war der Wunsch nach einem
visumfreien Zugang für alle EU-Bürger
und im Gegenzug für die Bewohner des
Königsberger Gebiets. Es gibt bereits
Verträge, die sich aber
nur auf Politiker, Jugendaustausch
und verschiedene
andere
Gruppen beziehen,
den Touristenverkehr
aber noch nicht einbeziehen.
Ich kann mir
aber zurzeit nach den
Erfahrungen mit den
für die Registrierung
und Visumausgabe Verantwortlichen
nicht
vorstellen, dass diese
Erleichterung bald in
Kraft tritt, obwohl
man erkannt hat, dass
das komplizierte Visaverfahren
die Touristen-Neugliederung
des Rayon Selenogradsk
Zurzeit wird darum gerungen, ob im
Rayon fünf selbständige Verwaltungsgebiete
(etwa Samtgemeinden) gebildet
werden müssen. Viele Angehörige der
Dorfteich bei Qut Friedrichshof 49