Grundmauern der an der Promenade stehenden
Gebäude nagen.
Am Bild der Stadt wird weiterhin
durch den Verantwortlichen, Iwan Turko,
gefeilt. Für seinen unermüdlichen
Einsatz für eine saubere und anziehende
Stadt wurde er bereits als bester Organisationsleiter
des Gebietes Kaliningrad
ausgezeichnet. Kleine Grünflächen und
Blumenbeete werden angelegt und die
Straßen von einer großen Kolonne sauber
gehalten - soweit das möglich ist.
Am Umbau des Marktes, einem Hotel
anstelle des Alkoholfreien Speisehauses,
dem Wasserturm und anderen Gebäuden
wird fleißig weiter gearbeitet, seitdem
das Wetter es wieder erlaubt.
Bei meinen Gesprächen mit dem Bürgermeister
bzw. seinem Stellvertreter
habe ich u. a. angeregt, dass man zur
Touristenwerbung in Cranz einen Campingplatz
anlegen sollte. Dafür habe ich
auch entsprechende Planungsunterlagen
und Prospekte von deutschen Anlagen
mitgebracht. Als Campingplatz bietet
sich immer noch unser alter Zeltplatz
„Wynekenplatz“ an, der leicht an die
Versorgungssysteme des ehemaligen
Rettungsschuppens angeschlossen werden
kann. Der Besitzer des neuen Restaurants
im Rettungsschuppen wäre auch
bereit den Platz zu betreiben. Versuchsweise
habe ich jedoch geraten, zunächst
nur einige Stellplätze für Wohnmobile
und Wohnwagen direkt am Rettungsschuppen
anzulegen um eine entsprechende
Nachfrage zu prüfen. Wenn es dann
noch mit den angekündigten Visumerleichterungen
klappt, werden sicher mehr
Camper nach Stellplätzen suchen.
Über eine Besonderheit für das heutige
Selenogradsk habe ich - glaube ich -
noch nicht berichtet?! Da der Cranzer
Friedhof, trotz Erweiterung bis zur Rodelbahn
keinen Platz mehr bot, musste
ein neuer Platz gefunden werden. Mir ist
nicht bekannt, was den Ausschlag für den
neuen Friedhof gegeben hat, denn er
liegt weit außerhalb von Cranz kurz vor
Laptau! Die Lage ist - abgesehen von
der Entfernung - eigentlich gut und logisch
gewählt, denn der Friedhof liegt
auf einem kleinen, mit einigen Bäumen
bestandenen Hügel. Ich glaube kaum,
dass der „Entdecker“ dieses Platzes wusste,
dass der Hügel bei uns offiziell
„Totenberg“ hieß - so jedenfalls nachzulesen
auf den einschlägigen Landkarten!
Zwar hat man dort eine ungeschützte
Bushaltestelle eingerichtet, doch ist es für
die Friedhofsbesucher recht umständlich
dort hin zu gelangen! Beerdigungen werden
dadurch, dass man praktisch für die
Trauergäste einen Bus mieten muss, erheblich
teurer.
Sicher ist vielen von Ihnen noch in
Erinnerung, dass man das Gebiet weiter
südlich der Heinrich- und Augusta-Str.
„Klein Domnau“ nannte. Das kam daher,
weil hier der Grundwasserspiegel so
hoch lag und mit Überschwemmungen
des Haffs zu rechnen war, hier nur Leute
Häuser bauen würden, die aus „Domnau“
stammen! Die neuen Bewohner unseres
Heimatortes haben das natürlich nicht
gewusst und prompt sogar auf den Wiesen
bis zum „Grumpelgraben “ am Waldstück
Richtung Fichtenhain Mehretagenhäuser
gebaut. Natürlich stehen die alten
Wiesen bei Hochwasser unter Wasser. Aus
bereits ausgehobenen Baugruben für
weitere Häuser sind kleine Seen entstanden.
Mich wunderte es nicht, dass die
neue Umgehungsstraße zur Nehrung dort
jetzt teilweise überschwemmt war!
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Wer kann mir noch Einzelheiten zum
Bau und Betrieb der Kasemenanlagen an
der Gasanstalt und die Funkaufklärungsanlagen
im Wald mitteilen? Entstand die
Kaserne schon 1941 oder erst 1942? Wer
kennt noch ehemalige Angehörige der
Kompanie? Hat jemand noch Kontakt
zum ehemaligen KP-ChefOLt. Otterbein
oder Lt. Hill? Ab wann genau waren die
ersten Funker im oberen Klassenraum
neben dem Physiksraum in unserer Schule
untergebracht? Hätte diese Angaben
auch gerne für die Chronik.
Weitere Nachrichten aus dem Samland
finden Sie in „Notizen aus dem Samland“
weiter hinten in diesem Heft.
Ich grüße Sie heute wieder mit dem Hinweis:
Wenn Sie besondere Wünsche haben,
über die ich berichten oder bestimmte
Gebäude, die ich abbilden soll,
dann sagen oder schreiben Sie mir das
bitte!
Mit herzlichen Flundergrüßen
Ihr/Euer
Klaus A. Lunau
Schutz der samländischen Steilküste
Im
„Ostpreußenblatt“ vom 19. Febr. d.J.
befasste sich ein kleiner Bericht „Sonnen
auf der Strandpromenade?“ von
Manuela Rosenthal-Kappi mit dieser Thematik.
Sie schildert darin die Sorgen von
Umweltschützem im Königsberger Gebiet
um den durch Winterstürme reduzierten
Strand in Rauschen.
Allem Anschein nach werden hierzu,
gegenüber früher, von russischer Seite
leider keine Maßnahmen ergriffen. Früher,
das war zur Zeit der Provinz Ostpreußen,
war das Problem der Sandabspülungen
und der Unterspülung der
Steilküste bereits bekannt. Es wurde die
„Vereinigung Samländischer Küstenschutz
e.V“ gegründet, dem die Stadt
Königsberg (Pr), der Kreis Fischhausen
und die Strandgemeinden angehörten.
Über die von dieser Vereinigung eingeleiteten
Maßnahmen, z. B. den Buhnenbau
in den 20er Jahren des vorigen Jahrhunderts,
werde ich in einer späteren Arbeit
berichten. Sie waren aber wirkungsvoll
und wir hatten u.a. in Cranz und
Rauschen einen schönen breiten Sandstrand.
Frau Irene Gripp, früher St. Lorenz,
hat bei ihrem Besuch im vorigen Jahr in
Rauschen mit Wehmut an frühere Zeiten
gedacht, den wieder schmaler gewordenen
Strand festgestellt und diese Beobachtung
im Oktober 2004 der Gattin
des Bundeskanzlers, Frau Schröder-Köpf,
mit der Bitte um Abhilfe mitgeteilt.
Sie schreibt: „Im September war
ich zum 4. Mal in Königsberg-Rauschen-St.
Lorenz. Leider muss ich jedes Mal
feststellen, dass der Rauschener Sandstrand
immer schmaler wird und mir die
Frage stellen, was für ein Erholungsort
wäre das Kurbad Swetlogorsk (Rauschen)
für die russischen Menschen ohne Sandstrand?
Ich verstehe, dass auch dort die Geldsorgen
groß sind. Was nützt es, wenn dort 43