Der „Strand" vor Hotel Monopol
Ortskenntnissen, kaum Entscheidungen
oder verbindliche Auskünfte zu erhalten
waren. Positiv daran ist anderseits natürlich
die Tatsache, dass durch „viel Suchen“
manche „Ungereimtheiten“ auftauchen,
die wieder „ins richtige Lot“
gebracht werden müssen! Dadurch verstreicht
jedoch kostbare Zeit - aber Russland
ist groß und Moskau so weit!
Für Selenogradsk/Cranz kommt es
noch doller! Wie ich schon ankündigte,
werden vermutlich bis zum Herbst im
Rayon (Kreis) Selenogradsk fünf selbständige
Verwaltungen (in etwa „Samtgemeinden“)
eingerichtet, die dann auch
wieder „Neuwahlen“ erforderlich machen.
Dem Kreis bleiben dann nur noch
ganz wenige Aufgaben in diesem neuen
„Gebilde“. Wie ich von Rossitten erfuhr,
wird dort für die Nehrungsorte bereits
die neue Verwaltung aufgebaut. Es gibt
natürlich auch viele Einwände gegen diese
Zerstückelung und so bleibt abzuwarten,
welche Meinung sich schließlich
durchsetzen wird. Moskau
spricht hier das letzte
Wort.
Doch nun zu dem
neuen (z. Z. noch) Bürgermeister
und Vorsitzenden
des Rayon, Gubarow.
Er ist, wie er mir sagte,
unter dem Motto angetreten:
„Veränderungen zum
Besten - Aufbruch in eine
neue Zeit! Wir müssen
selber bauen, denn Bautätigkeit
ist ein Zeichen
für Leben!“
Dieser Ausspruch ist
natürlich nicht verwun-Foto:
Lunau denn Gubarow
kommt aus der Baubranche.
Es hört sich auch sehr verlockend
und überzeugend an!
Mit einer Firma für Garten-, Landschafts-
und Sportplatzbau aus Potsdam'
Ludwigsfelde hatten wir schon angefangen,
Anlagen für die Plantage, Tennisplätze
und Storchenteich sowie im ehemaligen
Kurgarten neu zu planen, mussten
dann aber feststellen, dass einige Teile
des Geländes bereits „verkauft“ sind! Die
Stadtverwaltung ist nun bemüht, die
Besitzrechte und Rechtmäßigkeit der
„Verkäufe“ zu klären. So müssen wir die
für die Bevölkerung und Kurgäste als
Naherholungsgebiete geplanten, gut gemeinten
Vorschläge zunächst bis zu einer
„Klärung“ leider zu den Akten legen.
Über den Strand und die „Betonade“
(Promenade) gibt es zwei Dinge zu berichten.
Zunächst die gute Nachricht:
Durch den anhaltenden Nordostwind
wurde der abgeschwemmte und als
„Sandbänke“ in der Brandungszone ge-40
Uferschutzanlage an der Küste bei Westende
lagerte Sand ans Ufer gespült und brachte
uns z. B. am Fischerplatz West eine
Strandbreite von sage und schreibe fast
40 Metern! Allerdings hatte sich die See
vom „Hotel Schloss am Meer“ bis „Hotel
Monopol “ nur bis zum Rand der vorgelagerten
Steine zurückgezogen. Weiter
zum Ostbad wurde dann der Strand
immer breiter und erreichte
fast die Ausmaße, wie wir sie
in unserer Zeit kannten. Der
Wasserspiegel lag allerdings
um mindestens 50 cm niedriger
als üblich.
Die schlechte Nachricht
ist auf den Bildern zu erkennen.
Nach Rosehnen hin
steht das Wasser fast auf gesamter
Länge entlang der
Küste von Westende direkt
am Ufersockel. Die Befestigungsanlagen
sind z. T.
sogar schon unterspült!
Auf der „Betonade“ werden
die Löcher/Absenkungen
immer tiefer! (s. Foto). Wie Uferpromenade
lange wiiucs hoch uaucrn,
- bis Teile ganz abstürzen?
1 Die Ereignisse von der Insel
Rügen (sicher haben Sie
das im Fernsehen gesehen)
machten deutlich, was passiert,
wenn nicht umgehend
etwas für den Küstenschutz
unternommen wird. Dort
musste ganz schnell ein
gerade renoviertes Sanatorium
geräumt werden, weil
vom Ufer über 10 Meter
wegbrachen. Das kann in
Selenogradsk/Cranz auch
Foto:Lunau sehr schnell passieren.
Trotz vielem Gerede passiert
leider seit Jahren überhaupt nichts.
Pläne werden entworfen - verworfen -
in die Schublade oder Papierkorb geworfen
und die Zeit läuft und läuft und die
See holt sich vom Ufer immer größere
Anteile! Bald wird die so genannte Promenade
nicht mehr nur mit Reparaturen
zu retten sein und die See wird an den
mit „Loch"
Foto: Lunau 41