Buhnen zwischen Rauschen und Neukuhren 1940
laufend Villen gebaut werden und der
Sandstrand überspült wird. In meiner
Kindheit waren dort Buhnen als Wellenbrecher
gebaut, die den Strand schützten.
Vielleicht könnte Ihr Gatte, unser Bundeskanzler,
Herrn Putin darauf aufmerksam
machen um hier ein bisschen Abhilfe
zu schaffen [...]. “
Darauf erhielt Irene am 14. Dez. 2004
eine Antwort vom Auswärtigen Amt:
Haben Sie herzlichen Dank für Ihr
Schreiben an Frau Schröder-Köpf. Es ist
schön zu wissen, dass Sie sich Ihrer alten
Heimat noch verbunden fühlen und sich
um die Umwelt im Kaliningrader Gebiet
sorgen.
Anders als in Deutschland ist in Russland
das Bewußtsein für Umwelt- und Naturschutz
leider erst im Entstehen. Heute
gewinnt der Umweltschutz jedoch gerade
in den touristisch interessanten Gebieten
(Archiv: Klemm)
mehr und mehr an Bedeutung. Dies wirkt
sich auch positiv für das Seebad Rauschen
aus. Dieses wird mehr und mehr als
Tourismusziel erkannt. Der Anreiz, etwas
für seine Erhaltung und insbesondere die
Erhaltung des Sandstrands zu tun, wird
immer größer. So teilte die Leiterin des
Staatlichen Amtes für Baltischen Küstenschutz
dem deutschen Generalkonsulat in
Kaliningrad auf Anfrage mit, dass für die
nächste Zeit folgende Maßnahmen geplant
seien:
1. Aufbau der Küstenschutzanlagen bei
der Kinder-Kuranstalt in Pionerskuj
(Neukuhren) auf einer Länge von 560
Metern
2. Renovierung der Promenade einschließlich
des Haupttreppenaufgangs
in Swetlogorsk (Rauschen), Gesamtlänge
520 Meter
3. Renovierung der Promenade und des
Piers in Selenogradsk (Cranz) auf einer
Länge von 1.200 Metern
Die Planungsarbeiten für diese Maßnahmen
sollen noch in diesem Jahr abgeschlossen
werden.
Die Bundesregierung hofft außerdem,
dass das Kaliningrader Gebiet von der
wirtschaftlichen Entwicklung der neuen
EU-Mitgliedstaaten Polen und Litauen profitieren
kann. Daher und aus der Zusammenarbeit
im Ostseerat ergeben sich mit
Sicherheit Anstöße zu einem verstärkten
Schutz des Küstengebiets.
Mit freundlichen Grüßen
Im Auftrag
Unterschrift
Dass die genannten Maßnahmen eingeleitet
sind, haben wir im vorigen Jahr
gesehen. In meinen Augen sind dieses
aber nur Verschönerungsmaßnahmen an
den Strandpromenaden. Sie haben aber
leider keinen Einfluss auf den Sandabtrag
am Strand. Hierfür wären Schutzmaßnahmen
im Wasser zur Brechung der
Wellenkraft und zur Änderung des
Strömungsverlaufs erforderlich.
Im Bereich des Badestrandes von Rauschen
gab es früher aber nur zwei Buhnen:
Eine als Verlängerung des Seestegs
und eine zweite am westlichen Ende der
Promenade.
Hans-Georg Klemm
Das TBC-Sanatoriiim in Rauschen
[-/bf Spurensuche unserer Kindheit in
II Rauschen fanden wir 1991 das Haus
' ‘▼▼Unserer Großmutter Helene Werdermann,
geb. Löss, die Villa Halali“ (im
ehern. Kramer Weg) wieder. Wie oft hatte
sie uns von ihrem Leben in Ostpreußen
erzählt! Sie stellte sich vor, dass ihr Haus
inzwischen sicher eine Ruine wäre.
Wir waren damals „Kindergartenkinder“
und konnten uns nur schwach an
alles erinnern.
Das Hausjedoch
war unversehrt,
nur den kleinen
Balkon gab es
nicht mehr, die
Glasveranda war
ummauert, sie
diente jetzt als
Ess- und Aufenthaltsraum.
Die Hecke hatte
sich zu großen
Villa Halali in
Rauschen, Kramer Weg