thumbs : Unser Schönes Samland

des an einen Bauern „unter adliger Herrschaft“
 ausgetan, der ihm gegenüber zu
Diensten verpflichtet war. Da v. Waissei
nur einen Bauern hier angesetzt hatte,
kann geschlussfolgert werden, dass sein
adliger Hof nur mit einer bescheidenen
Landfläche ausgestattet war.
Am 30. Januar 1613 verschreibt Markgraf
 Johann Sigismund zu Brandenburg
dem Preußischen Oberrat und Kanzler in
Preußen, Christoph v. Rappe, außer mehreren
 anderen Gütern in der Vogtei
Schaaken das bisherige Lehngut von acht
Hufen „Wessels Hoffen“, das v. Rappe
„mit seinen Geldern“ schon vor 1613 „an
sich gekauft“, zu Magdeburgischen Rechten.
 Um 1635 befand sich Wesselshöfen
im Besitz von Melchior v. Rappe, der
auch das Gut Görken besaß. Zu den Wäldern,
 die Markgraf Sigismund 1613
Christoph v. Rappe verschrieben hatte,
gehörten auch Flächen des Kleinen und
Großen Postwaldes und fünf Hufen im
Trömpauer Wald. Auf diese Urkunde
berief sich Friedrich Wilhelm v. Rappe,
Besitzer des Guts Wesselshöfen gegen
Ende des 17. Jahrhunderts, offensichtlich,
 als er seinen Eigentumsanspruch auf
die damals noch unbebaute sogenannte
Deim Wiese von neun Morgen geltend
machte. Nach der Amtsrechnung
Schaaken von 1707 war die Deim Wiese
„an des Rappen Wald gelegen“ dem Hauskrüger
 zu Schaaken „zum Kruge gegeben“.

1707 gehörten das Gut Wesselshöfen
und der bereits erwähnte Krug (jetzt
„Kröken Krüger“ genannt) mit insgesamt
7 Hufen 21 Morgen Land der Witwe und
Erbin von Georg Heinrich v. Kainein.
Frau v. Kainein bewirtschaftete noch
weitere Flächen, darunter das wohl um
1630 zum ersten Mal erwähnte unbebaute

adlige Gut Gudden. Die Ortsbezeichnung
„Gudden“ ist (wie auch der Ortsname
„Reyken“) preußischen Ursprungs (gudde
= preußisch „Busch“ bzw. „Gebüsch“)
und wurde wie „die Reycke“ von den
Deutschen offensichtlich ursprünglich als
Flurbezeichnung verwendet. Gudden
hatte v. Kainein 1703 von den Erben des
Friedrich Wilhelm v. Rappe gekauft.
1785 und 1796 wird Gudden noch als
ein zum Güterkomplex Wesselshöfen
gehörendes unbebautes adliges Gut erwähnt,
 1820 nicht mehr. Offensichtlich
war Gudden inzwischen in Wesselshöfen
aufgegangen.

Um 1715/19 war Wesselshöfen ein
adliges Vorwerk von acht Hufen. Unter
„Vorwerk“ verstand man zu jener Zeit
einen „gutsherrlichen Eigenbetrieb“, den
der Gutsbesitzer mit angestelltem Personal
 bewirtschaftete. Der Personalbestand
in Wesselshöfen setzte sich aus dem Hofmann,
 aus Knechten, Mägden, Dienstjungens
 und Dienstmargellens zusammen.
 1719 wird Landvogt Friedrich v.
Bredau als Besitzer von Wesselshöfen und
des Fischerdorfs Sand mit insgesamt acht
Hufen Land genannt. 1732 besaß
Friedrich Wilhelm v. Bredow das Gut
von acht Hufen zu „Magdeburgsch und
beider Kinder Rechten“. Gegen Mitte des
18. Jahrhunderts wird Oberst Heinrich
Wilhelm v. Kainein als „Erbherr auf
Wesselshöfen“ erwähnt, der im Oktober
1746 Amalia Louisa v. Grumbkow, Witwe
 des 1745 bei Hohenfriedberg gefallenen
 Friedrich Ehrenreich v. Hausen,
heiratete. Durch den Tod von Oberst v.
Kainein im Jahre 1747 gelangte das adlige
 Gut Wesselshöfen in den Besitz seiner
 Witwe. Diese heiratete im Jahre 1751
den Preußischen Geheimen Legationsrat

Johann August v. Schroetter. Nach der
Vasallen-Tabelle 1768-1770 gehörten die
Güter Wesselshöfen, Germehnen und Adl.
Schaaksvitte im Jahre 1767 Johann August
 v. Schroetter, der 1773 verstarb.
Durch v. Schroetters Tod kam Wesselshöfen
 wieder in den Besitz der
Legationsrätin.
1780 wird Wesselshöfen als „Sitzgut
mit einem Schloss“ bezeichnet, um 1785
als „Adl. Hof, Gut und Vorwerk“. 1786
gehörten der Geheimen Legationsrätin v.
Schroetter außer Adl. Hof, Gut und Vorwerk
 Wesselshöfen auch Adl. Dorf und
Vorwerk Germehnen und weitere Besitzungen
 in der Vogtei Schaaken. Aber
schon im Jahre 1791 sollen diese Güter
Oberst v. Hausen gehört haben. Nach der
Vasallen-Tabelle 1796 besaß Wilhelm v.
Hausen Wesselshöfen, Sand, Germehnen,
Adl. Schaaksvitte, Gudden und den Krökenkrug.
 Um 1817 waren die Wesselshöfenschen
 Güter an Generalpächter
Dom verpachtet.
Im Jahre 1820 besaß v. Hausen
d’Aubier die adligen Güter Wesselshöfen,
Germehnen, Krumteich mit Vorwerk
Hütterie, die adligen Fischerdörfer
Schaaksvitte, Sand und den Krökenkrug.
Gut 20 Jahre später gehörten nur noch
Adl. Schaaksvitte und der Krökenkrug
zum Rittergut Wesselshöfen. Nach der
Volkszählung vom 1. Dezember 1871
setzte sich der selbständige Gutsbezirk
Wesselshöfen aus den Wohnplätzen Rittergut
 Wesselshöfen, Vorwerk, Waldhaus

und Fischerdorf Sand zusammen. Anfang
der 80er Jahre war das Gut im Besitz von
August Scott, Anfang des 20. Jahrhunderts
 im Besitz der Scottschen Erben.
1885 werden Sand und der Krökenkrug
noch zu Wesselshöfen gehörend erwähnt,
1905 nur noch Sand. Allerdings existierte
nach der Karte „Kreis Königsberg“, 4.
Auflage, Stolp 1920 der Krug bei
Eythienen noch. Letzter Besitzer des Rittergutes
 Wesselhöfen war der erfolgreiche
 Züchter Rittergutsbesitzer Gruber.
Durch die Eingemeindung von Gut und
Vorwerk Wesselshöfen in die Landgemeinde
 Eythienen im Jahre 1928 wurde
Wesselshöfen Ortsteil der Landgemeinde
 Eythienen.
Nach der Volkszählung vom 17. Mai
1939 hatte die Gemeinde Eythienen 270
Einwohner, die sich auf 51 Haushaltungen
 verteilten. Nach der Stellung im
Beruf (mit ihren Angehörigen ohne
Hauptberuf) gab es 16 Selbständige, 7
mithelfende Familienangehörige, 8 Beamte
 und Angestellte und 221 Arbeiter.
233 Einwohner waren in der Landwirtschaft
 beschäftigt. In der Gemeinde
Eythienen gab es 1939 drei landwirtschaftliche
 Betriebe mit einer Betriebsfläche
 von 20 bis unter 100 ha und zwei
Betriebe mit einer Fläche von 100 und
mehr ha.

Dr. Manfred Klein
Wolfgang-Borchert-Str. 52
06126 Halle

Geständnisse werden meist von denen

gemacht,

die ihre Bedeutung nicht

kennen.

Charles J. D arling 25