fullscreen : Unser Schönes Samland

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vergeben wurden, d.h. doch, dass Posselau
 bereits vorher als Ort oder Landbezeichnung
 bestanden haben muss.
Die Mitglieder der vornehmen, altpreußischen
 Familie Alexwange waren Bürger
 der Stadt Kneiphof und besaßen mehrere
 Güter, u. a. auch Alexwangen und
Obrotten. Die Familie starb im siebzehnten
 Jahrhundert aus.3

Im heutigen Sprachgebrauch lautet der
abgebildete Text:
„ Wir Bruder Hans von Tieffen, der Brüder
 des Hospitals Sanct Marie des deutschen
 Hauses von Jerusalem Hochmeister,
 tun kund und bekennen mit diesem
unserem offenen Brief, für jedermann zu
sehen, hören oder lesen, dass vor uns erschienen
 ist unser lieber getreuer Merten
von Alexwange, Bürger unserer Stadt

Kneiphof und hat sich beklagt, dass die
alte Handfeste über die zehn Hufen zu
Obrotten und sechs Hufen zu Posselau in
den vergangenen schweren Kriegen abhanden
 gekommen sei.
Mit Demut gebieten wir, ihm eine neue
Handfeste geruhen zu geben.

Geschrieben wurde die Urkunde:
... Am Sonnabend nach unseres Herrn
Himmelfahrt im Jahr tausend vier hundert
 und siebenundneunzig.

Bei Dielmann „Die Türkensteuer von
1450“, werden in Possellau die Kleinbesitzer
 Albin, Bortz, Lux, Parzyns und
Talaw genannt, die entsprechende Abgaben
 zu entrichten hatten.5
Vermutlich haben nach 1560 die
Alexwanger Teile ihrer Besitzungen, darunter

 auch Posselau und
Obrotten, abgegeben oder
verpachtet. Denn von
1568 ist eine Streitsache
der neuen Besitzer gegen
Meltis und Jacob Alexwangen
 aktenkundig,
wegen der Ausstattung
dieser Güter.6

1570 haben dann die
Posselauer Bauern Andreas
Starckembergk, Gregor
Behm und Mertten
Haßigin in einer Eingabe
 an den Herzog geklagt,
 dass das Kammeramt
 Grünhoff Scharwerksarbeiten
 verlangte.7
Dieses sind weitere Namen
 von Besitzern seit
der Zeit der Türkensteuer. Auszug aus der Handfeste für Merten von Atexwange über 6 Hufen
 ZU Posselau (Archiv Klemm)4

28

Ortsplan Posselau

(Zcichn. Klemm)9

Eine weitere Akte liegt aus dem Jahre
1784 vor. George Leskien erklärt die
Tochter des Bauern Friedrich Taulien zu
ehelichen und die zwei Hufen Land des
Erbes von Taulien zu übernehmen. Er
bittet den König ihm einen Teil der darauf
 ruhenden Abgaben an das Domänen-Magazin
 zu erlassen.8
Taulien ist möglicherweise eine veränderte
 Schreibweise des 1540 genannten
 Namens Talaw. Diesen Namen gab
es auch noch im 20. Jh. in Posselau.

Ute Lage und Grolle des Dorfes
Der Ort liegt westlich des Kleinen Gebirges
 an der Straße, die, von Neukuhren
 kommend, in Alexwangen in die
Reichsstraße 141 mündet. Posselau gehörte

 zum Kirchspiel und Schulsprengel
St. Lorenz. Das Gemeindegebiet umfasste
268 ha. Diese Ländereien grenzten im
Osten an Lixeiden, im Süden an Obrotten
und Alexwangen, im Westen an Alexwangen
 und Tykrehnen und im Norden
an Battau.
Durch die historische Verbindung zu
Alexwangen und Obrotten lagen einzelne
 Gehöfte mit ihren Grundstücken näher
 an diesen Orten als an Posselau.
Posselau war ein köllm. Bauerndorf,
das Samuel G. Wald in seiner Topographischen
 Übersicht von 1820 mit 9 Feuerstellen
 und 53 Einwohnern verzeichnet.10
 1908 werden im Gemeindelexikon
11 Wohnhäuser mit 17 Haushaltungen
und 91 Einwohnern angegeben.11 29