Meine Eltern entschlossen
sich nach sehr langem Zögern
ein eigenes Haus zu bauen.
Bauen war zu dieser Zeit ein
schwieriges Unterfangen. Die
Inflation sorgte für eine ständige
Geldentwertung. Am
Ende des Dorfes in einer sehr
ruhigen Lage, wurde ein
Grundstück zum Verkauf angeboten.
Nach einigen Verhandlungen
haben meine Eltern
das Grundstück gekauft.
Es lag auf einer kleinen Anhöhe,
so dass man große Teile
des Dorfes Überblicken Das Bild oben zeigt mein Elternhaus so, wie es jetzt aussieht. Die
Vnnntp 7nr Wkpitp sah man russischen Bewohner haben das Haus durch den Anbau vergrökonnte.
Zur Südseite sah man ßer( Vom alten Qebäude steht nur noch ein kleiner Rest, erkennden
Königsberger Seekanal, bar an der Roteinfärbung auf der Qiebetseite. Durch den Anbau
das Frische Haff und im Hin- hat sich die Wohnfläche in etwa verdreifacht. Foto: priv.
tergrund das andere Ufer des
Haffes mit den Ortschaften Balga und
Brandenburg. An der Nordseite begann
in 50 Metern Entfernung ein großer Wald
mit einem alten Baumbestand. Es war ein
Nadelwald mit Kiefern, Fichten und Tannen.
1931 begannen meine Eltern ihr Haus
zu bauen. Ich war damals fünf Jahre alt.
Oft nahm ich Anni an die Hand und gemeinsam
gingen wir langsam zum etwa
300 Meter entfernten „Bau“. Der Neubau
wurde während der Bauzeit schlicht
und einfach „der Bau“ genannt. Ich habe
oft als Kind das vielseitige Treiben auf
der Baustelle bestaunt und hatte keine Vorstellung
davon, dass aus diesem Gewirr
aus Steinen und Balken jemals ein Haus
entstehen könnte. Meine Eltern haben das
Haus in Eigenhilfe erstellt. Lediglich die
Fenstern und Türen hat Emst Woköck -
ein mit Vater befreundeter Schreiner -
gefertigt. Natürlich haben alle Verwandten
bei den Arbeiten am Haus mitgeholfen.
Nach eineinhalb Jahren war das Haus
bezugsfertig. Um die entstandenen Kosten
besser abzudecken, haben die Eltern
einen Teil der Wohnfläche vermietet.
Kurt Schalmann
Gräfm-Imma-Str.
44797 Bochum
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Die Sitten sind die Menschen, aber das Gesetz
ist die Vernunft eines Landes.
Immanuel Kant
Liebe Heimatfreunde aus Rauschen —.
und den Schulbezirken Craam, Qeorgenswalde und St. Lorenz!
Nachdem
uns der
Winter in diesem
Jahr erstaunlich lange
erhalten blieb, hoffe
ich beim Schreiben dieser
Zeilen auf ein schönes
Frühjahr, das beim
Erscheinen dieses Heimatbriefes
sicherlich
eingetroffen ist.
In den letzten Wochen erschien der von
mir zusammengestellte und von Monika
Ziegler bearbeitete Band „Der Kreis
Samland in historischen Ansichtskarten“.
Das Buch ist eine Augenweide in der
Gestaltung und ein erinnerungsträchtiges
Werk an 70 Orte unseres Heimatkreises
mit über 180 alten Ansichtskarten. Von
unserem Bezirk sind zahlreiche Ansichtskarten
aus Rauschen, Georgenswalde und
Wamicken und auch einzelne von den
Orten Kraam, Loppöhnen, St. Lorenz
und Obrotten abgebildet. Es ist in der
Kreisgeschäftsstelle in Pinneberg zu beziehen
und sicher ein schönes Geschenk
für die Angehörigen.
Ende 2005 hatte mich Herbert
Muschlien gebeten, einen Artikel über
den Mühlenteich von Rauschen zusammenzustellen,
der dann im letzten Heimatbrief
erschienen ist. Herbert, ein früherer
Anwohner am Mühlenteich, hat
sich sehr darüber gefreut. Dies drückte
er mir gleich telefonisch nach Erhalt des
Heimatbriefes Anfang März aus. Leider
ist Herbert nun am 20. März in Stuttgart
gestorben. Wir werden ihn in guter Erinnerung
behalten.
Im letzten Heimatbrief hatte Edgar
Schumacher von den Neubauten in Rauschen
berichtet. Es sind prächtige Häuser
geworden, die allerdings in meinen
Augen die Idylle des Ortes etwas stören.
Das große Hotel am Strand sieht sehr
repräsentativ aus und für die prominenten
Gäste ist gewiss auch eine Autoanfahrt
nötig. Doch damit geht nun der
Autoverkehr bis auf die Strandpromenade.
Und dieses Hotel wird nicht das
einzige bleiben. Bereits jetzt erweitert
nebenan Herr Habach das Restaurant
„Seestern“ zu einem Hotel.
Ich werde heute wieder einmal aufs
Land gehen etwas aus der Geschichte von
Posselau berichten.
Das Dorf Posselau
Über Posselau etwas in der Literatur zu
finden, bereitet Schwierigkeiten. Noch
schwieriger ist es, Ansichtskarten oder
Bilder dieser kleinen Gemeinde aufzutreiben.
Das Dorf war 1939 mit 108 Einwohnern
eine eigene Gemeinde, die mit
zu den zehn kleinsten im Kreis Samland
gehörte.1
Die Geschichte
Der Ort soll mit dem Namen Passein
bereits 1372 urkundlich erwähnt sein2
und ist damit der Zweitälteste im Kirchspiel
St. Lorenz. Leider konnte diese Urkunde
nicht aufgetrieben werden.
In einer Urkunde von 1497 ist zu lesen,
dass 6 Hufen zu Posselau an Merten
von Alexwange gegeben werden. Dem
Text nach war dies eine Zweitschrift als
Ersatz für eine frühere, verloren gegangene
Handfeste. Irritierend ist für mich
dabei, dass diese 6 Hufen zu Posselau
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