Gedanke war: Viel Interesse wird es
wohl nicht geben. Aber es wäre doch
schön, wenn’s wenigstens 30 Personen
werden. Jedoch sagten 58 Personen zu,
davon sind fünf noch in Ostpreußen
geboren. Unsere Freude war groß und
wir waren sehr aufgeregt. Das Fest kam
mit leisen Schritten immer näher und wir
hatten noch viel zu organisieren. Der
Stammbaum musste auf einer Wandtafel
gestaltet werden und auch von unserer
Heimat wollten wir einige Bilder und die
Geschichte den Leuten näher bringen.
Weiterhin mussten Namensschilder und
Platzkarten kreiert werden, denn es kannten
sich ja die wenigsten.
Für Musik war ebenfalls gesorgt und
auch ein Fotograf für ein Gruppenfoto
war bestellt. Was fehlte noch? Natürlich
das Essen.
Es musste ostpreußisch sein, das war
klar. Also wälzten wir sämtliche Rezeptbücher
und fragten natürlich unsere Ältesten,
die ja die Küche Ostpreußens noch
kannten. Somit entschieden wir uns zum
Kaffee für eine Samlandrittertorte, Großchens
Holuntarkuchen, Glumsekuchen,
Prasseltorte usw. und zum Abendbüfett
natürlich für Beetenbartsch, Königsberger
Klopse, Schmantschinken und
Flinsen, dazu gab’s Bärenfang.
Leider kam dann doch noch eine Niederlage.
Unser Ältester, Walter Lapsien,
musste aus gesundheitlichen Gründen
absagen. Wir waren sehr traurig, da wir
unser Wissen im größten Teil ihm zu
verdanken haben. In diesem Artikel
möchten wir ein besonderes Dankeschön
an ihn richten.
Wir schmückten den Saal mit der ostpreußischen
Fahne und kleinen Elchen.
Wir brachten unsere gefertigten Wandtafeln
an und da kamen schon die ersten
Gäste. Wir denken schon, dass man uns
unsere Aufregung anmerkte. Aber alles
klappte wie am Schnürchen. Es wurde
eine gelungene Feier.
Aussagen wie z. B. „So viel Spaß habe
ich seit Jahren nicht gehabt“, „Nancy, ein
liebliches Rex“, „Oma, das war die
schönste Feier meines Lebens“ - sind in
unserem Gedächtnis geblieben und diese
Aussagen waren diese Mühe wert und
sind das schönste Dankeschön!
Uwe und Ilona Lapsien
Trebbiner Straße 46
14547 Beelitz OT Zauchwitz
Tel. 033204 / 63690
- Auch wenn das Wetter Kapriolen schlägt...
14. Treffen des Kirchspiels Löwenhagen im Mai 2006
Was
hat ein Kirchspieltreffen mit Wetter
zu tun? Für ein Programm unter
Dach sehr wenig, aber wenn unter Gottes
schönem Himmel auch etwas ablaufen soll,
dann, ja, dann kann es recht drollig werden.
Den schönen Landschaftspark in
Rostrup wollten wir genießen. Alles war
prima angelaufen. Dazu gehörte die vollzählige
Ankunft aller Angemeldeten, der
Bus mit einer ausklappbaren Rampe für
unsere Gerda im Rollstuhl und auch Kaffee
und Riesenstücke Kuchen, aber bitte
mit Sahne in Bad Zwischenahn, wurden
pünktlich serviert. Was dann aber geschah,
20
hätten wir gerne missen mögen. Es goss
zeitweise in Strömen und wehte heftig. Ach,
was nützt ein Schirm bei Sturm? Bei 12° C
hört sich das alles nicht sehr warm und auch
nicht gesund an. Zugegeben, einige Alternativen
waren bedacht und mussten realisiert
werden. Blumen und Park ade! Eine
Rundfahrt auf dem Zwischenahner Meer?
Bei den Windstärken nur schön für magenfeste
Typen. Also in einen Teil des Freilichtmuseums,
in das Ammerländer Bauernhaus.
Ca. 300 Jahre zurückliegende
Historie kann erklärt oder auch erraten werden.
Walter Perkuhn wusste zu verschiedenen
Details Angaben zu machen und
fand aufmerksame Zuhörer.
Irgendwann ins Hotel zurück. Das
wetterunabhängige Programm lief an. Am
Anfang erlebten alle eine tolle Überraschung
und unsere Gisela Andersch-Knorr
in besonderer Weise. Vor über 30 Jahren
hatte sie mit ihrem Mann Gerhard Adressen
von Löwenhagenern gesammelt und
dann zu einem ersten Treffen nach Dortmund
eingeladen. Das Interesse an solchen
Treffen manifestierte sich so eindeutig,
dass es keine Frage war, ob weitere Zusammenkünfte
stattfinden sollten. Im Rhythmus
von zwei Jahren versammelten wir uns
und erreichten fast astronomische Beteiligung,
wenn man unsere Teilnehmerzahlen
heute dagegen hält. Gisela erhielt in Anerkennung
ihres Einsatzes das silberne Ehrenzeichen
der Ostpreußischen Landsmannschaft.
Unser Ortsvertreter steckte es
ihr in Vertretung unserer verhinderten
Kreisvertreterin Gisela Broschei ans Revers.
Selten so ein erfreutes und überraschtes
ostpreußisches Mädchen erlebt. Die
Sache war tatsächlich top secret gelaufen.
Sehr schön! Bei einem anschließenden
Totengedenken mussten wir Namen zur
Kenntnis nehmen, von denen wir eigentlich
dachten, sie würden noch lange unter
uns weilen. So ist das Leben! Diesen Teil
unserer Veranstaltung beschlossen wir mit
dem gemeinsam gesungenen Bekenntnis
an unsere Heimat „Land der dunklen Wälder“.
Essen, Trinken und viel, viel Schabbern,
Fotos anschauen, ausliegende Literatur
und Fotoalben in die Hand nehmen und
oft auch erst aus der Hand geben, wenn sich
daraus ergebende Fragen beantwortet werden
konnten. Ostpreußische Mundart hören
und darüber ins Schmunzeln kommen. 21