teil dank der Intervention des Gebietsgouvemeurs
Jegorov und wies das Urteil
zur Neuentscheidung zurück nach
Preußisch Eylau. Nun wartet man hoffnungsvoll
auf ein gerechtes Urteil.
Den seit 1997/98 schwelenden Streit
mit den Siedlern nutzte A. Werner skrupellos
und schaffte vollendete Tatsachen.
Raffgierig veräußerte er alle im Rohbau
befindlichen Wohnhäuser und übertrug
gesamten Projektes der Russlanddeutsche
Alexander Werner als Direktor mit allen
Vollmachten, Vorkaufsrechten und einem
10-prozentigen Eigentumsanteil versehen
wurde.
Die Sponsoren reagierten auf diese
arglistige Täuschung mit Anträgen zu Ermittlungsverfahren
gegen H. Hövelmann
und seinen Rechtsanwalt und Parteifreund
Walter Remmers. Der „Ehrenbürgermeister“
steht
wegen Täuschung, Untreue
und Bereicherung
vor Gericht. Gegen ihn
laufen mehrere Verfahren.
W. Remmers konnten
keine „Verfehlungen“
nachgewiesen
werden. Trotzdem hat
sein Ruf Schaden genommen.
Die Sponsoren
aber haben seitdem
den Glauben an die Gerechtigkeit
verloren, ,jem Bild man jm Hintergrund den völlig renovierten Bauerndenn
schließlich war hof vor der Siedlung erkennen, unmittelbar neben der ehemaligen
Foto: priv.
Herr W. Remmers vie- Reichstraßei.
le Jahre Landesjustizminister.
In der Kaliningradskaja Oblast, so nennen
die Russen das Königsberger Gebiet,
strengten die Siedler eine Klage bei der
Staatsanwaltschaft Preußisch Eylau/
Bagrationowsk gegen Alexander Werner
an. Leider unterlagen die Siedler in dem
über zwei Jahre dauernden Rechtsstreit
gegen A. Werner, der als Rechtsbeistand
zwei hochdotierte Rechtsanwälte engagierte,
die scheinbar immer noch Verbindungen
zu alten kommunistischen Seilschaften
haben. Diese bezahlte er aus dem
Spendenaufkommen.
Die Einspruchskammer in Königsberg/Kaliningrad
widersprach dem Urden
kompletten Bauernhof einschließlich
aller Immobilien an seine Frau Tamara
zum Eigentum. Die in drei großen Hallen
lagernden Unmengen an Baumaterialien,
Maschinen und Geräten fanden
sehr schnell Abnehmer. Anschließend
wurden die Hallen versiegelt. Weder
Siedler noch Sponsoren dürfen sie bis
heute betreten. In die komplett ausgestattete
Tischlerei und Schlosserei wurde
ebenfalls jeder Zugang verboten. Damit
waren die geschaffenen Arbeitsplätze vernichtet.
Alle Beschäftigten erhielten die
Kündigung. Zwei Gästehäuser und das
Dorfgemeinschaftshaus sind mit neuen
Schlössern versiegelt. Damit bleiben EinI
60
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nahmen aus dem Tourismus aus. Weil
einzelne Hallen des Industriegebietes zur
Getreidelagerung und Trocknung dienten,
landeten kostbare Maschinen, Autos
und Geräte im Freien. Dort rosten sie vor
sich hin, wie auch die mehrere 10.000
DM teure Misch- und Mahlanlage. Das
mit viel Mühe von Rudi Venohr aus
Deutschland herbeigeschaffte Feuerwehrauto
mit Motorspritze teilte das Schicksal
aller Gerätschaften, steht draußen und
wird gelegentlich als Waschanlage für
den Autopark der Familie Werner benutzt.
Die sehr massiven Umzäunungen von
Industriegebiet und Bauernhof hätten
dringend eine Reparatur nötig. Doch das
kostet Geld und verbleibt.
Als die Siedlung mit 40 Familien wegen
der defekten Wasserpumpe des siedlungseigenen
Werkes ohne Wasser blieb,
verweigerte der „Direktor“ die Reparatur.
Die Siedler zeigten mehr Verantwortung.
Alexander Werner hat hemmungslos
Spendengelder für seine Rechtsanwälte
und zur persönlichen Bereicherung missbraucht.
Ein Skandal!
Vier Jahre nach Beantragung des Ermittlungsverfahrens
fällte das Amtsgericht
endlich das Urteil: Der Ehrenbürgermeister
der Stadt Papenburg, Heinrich
Hövelmann, wurde „wegen drei
Straftaten“ zu einer Geldstrafe in Höhe
von 5.000 Euro verurteilt, verbunden mit
einer zweijährigen Bewährungszeit, in
der er seinen Wohnort ohne Benachrichtigung
des Gerichts nicht verlassen darf.
Über den Verbleib der veruntreuten
170.040 DM fehlt jeder Hinweis. Dieser
Mann gilt nun als Vorbestrafter. Ob
er seinen Titel als Ehrenbürgermeister
noch trägt?
Im Königsberger Gebiet ist ebenfalls
ein neues Urteil gefallt worden. Alle
Siedlungshäuser gehen in das Eigentum
der jeweiligen Bewohner über und sind
somit dem Einfluss des korrupten Alexander
Werner entzogen worden. Zur
Freude der Siedler und der Sponsoren.
Klaus Wulff
Kulmer Str. 20 a
32602 Vlotho
Tel.: 05228 -2183
Auf eigenem Kiel nach Zimmerbude
war Mitte April 1945 als wir in
l JfZimmerbude die totale Befreiung
^rerlebten und unsere Lebensgrundlage
schlagartig vernichtet wurde. Im
Januar war ich 13 Jahre alt geworden und
hatte eine sorgenfreie Jugend auf unserem
Bauernhof am Frischen Haff verlebt.
Nach Beendigung des Krieges begann
für uns - Mutter, Bruder und Großmutter
- der Kampf ums Überleben. Vater
war von den Russen verschleppt worden,
hatte im Donezbecken gearbeitet und
wurde 1948 als körperlich gebrochener
Mann in die damalige Sowjetzone entlassen.
Im Hafen von Zimmerbude lagen die
Angelkähne unserer Fischer. Sie wurden
gehoben, ausgebessert und für den Fang
instand gesetzt. So konnte schon in den
ersten Sommermonaten eine stattliche
Flotte zum Fischfang auslaufen, und ich