Metadata : Unser Schönes Samland

Aufmerksamen Beobachtern war aufgefallen,
 dass die Ostsee bereits seit November
 1913 monatelang einen hohen
Wasserstand hatte. Es bestand anhaltender
 Westwind, der durch die Meerengen
bei Dänemark große Wassermengen aus
der Nordsee in die Ostsee getrieben hatte.


Die Erschütterung des Landes durch
den Druck des Sturmes und den Aufprall
der Wassermassen auf das Festland war
so stark, dass sie von der Erdbebenstation
 in Gr. Raum angezeigt wurde.
Besonders starke Schäden durch die
Sturmflut traten in Cranz und Neukuhren
 auf. In Cranz wurden z.B. die Kabinen
 des Damenbades so weit nach Westen
 getrieben, dass sie beim Aufprall die
Terrasse des Hotels „Monopol“ zum Einsturz
 brachte. In Neukuhren wurde beim
Kurhaus die Treppe zum Strand zertrümmert.
 Die Landverluste betrugen etwa
270.000 qm im Samland und 300.000
qm an der Kurischen Nehrung. Längs der
Küste wurde der Sand des Strandes in
die See gespült. Eine Ausnahme bildete
Cranz mit seinen hoch aus dem Wasser
ragenden Buhnen, die auch bei diesem
hohen Wasserstand die Wellen brachen
und eine Anlandung von Sand bewirkten.



Ein Positives hatte der Sturm für die
Bemsteingewinnung. Er riss ihn in großen
 Mengen vom Meeresboden los und
spülte ihn an die Küste. Lt. Angabe der
Bemsteinwerke Palmnicken wurden nach
dem Sturm über 5.000 kg Bernstein von
den Sammlern abgeliefert, davon aus
Rauschen 868 kg.

Am 15. Oktober 1914 folgte der
nächste Nordwest-Sturm. Die Wassermassen

 bewirkten besonders starke Abstürze
 an der Steilküste bei Georgenswalde
 und zerstörten den Damm des
Weges von Cranz nach Rosehnen.

Der starke Sturm vom 28. August 1920
schlug nach ein paar Stunden nach Südosten
 um und bremste damit die anstürmende
 See. Der aber einsetzende starke
Regen führte an der Steilküste zu Erosion
 und Schlammlawinen wodurch der
Bewuchs der Steilhänge stark abgetragen
wurde.

1926 hat wieder ein starker Sturm in
Georgenswalde zum Absturz großer Partien
 an der Steilküste geführt. Dabei
wurde die Treppe zum Strand erneut
stark beschädigt. Und im Winter 1930/
31 bewirkten die hohen Wogen der See
die Zerstörung der Strandpromenade in
Cranz.

Der Samländische Küstenschutz
Die guten Erfahrungen mit den Buhnen
bei Cranz und an den Stränden in der
Cösliner Bucht in Pommern ließen schon
während des 1. Weltkrieges den Plan
nach Buhnenbauten zwischen Rauschen
und Wamicken entstehen. Nach dem 1.
Weltkrieg wurde dieser Plan von Landesbaurat
 Stahl wieder aufgegriffen und in
einem „Aufruf zum Schutz unserer Steilküste“
 den zuständigen Behörden und
Körperschaften vorgetragen.

Doch erst am 11.12.1925 wurde die
„Vereinigung Samländischer Küstenschutz
 e.V.“ zum Erhalt der Naturschönheiten
 an der Samländischen Küste gegründet.
 Dem Verein gehörten die Gemeinden
 Cranz, Neukuhren, Rauschen
und Georgenswalde, die Stadt Königs-Der

 samländische Küstenschutz

(Quelle: Samlandmuseum Pinneberg)

i berg und der Kreis Fischhausen an. Oberbürgermeister
 Dr. Lohmeyer wurde Verbandsvorsitzender
 und Landesbürodirektor
 Schnetka Geschäftsführer.

Zweck des Verbandes war der Bau neuer
und die laufende Unterhaltung der vorhandenen
 Buhnen am Strand von Cranz,
Neukuhren, Rauschen, Georgenswalde
und Wamicken sowie die Herstellung und
Unterhaltung sonstiger Anlagen zum
Schutz der Steilküste.

Die Mittel zur Unterhaltung bestehender
 Bauten sollten aus festgelegten Beiträgen
 der Beteiligten, die Mittel für neue
Küstenschutz-Bauten von anderer Seite
aufgebracht werden.

Die Maßnahmen
Zunächst wurden 60 Buhnen zwischen
Rauschen und Wamicken in Angriff genommen.
 Ihre Ausführung erfolgt nach
den von Dr.-Ing. Heiser festgelegten
Regeln. Die Buhnen haben im Mittel einen
 Abstand von 80 m und werden bis
zu einer Wassertiefe von 2 m in die See
gebaut. Diese Regel ergab eine Buhnenlänge
 von ca. 100 m. Weitere Buhnen
entstanden am Strand von Neukuhren.
Bekanntermaßen gibt es vor der Samlandküste
 einen Küstenstrom. Er beginnt
bereits in Pommern und zieht sich am
Samland vorbei weiter nach Nordosten.
Diese Strömungen entstehen durch Winde,
 aber auch durch die Temperaturunterschiede
 in den verschiedenen Wassertiefen.

Insbesondere strömt das Wasser am Ostseegrund
 häufig von West nach Ost an
der Küste entlang und reißt den Sand mit.
Die Buhnen unterbinden diese Strömung
in Strandnähe weitgehendst und halten
außerdem den bewegten Sand auf.
Dadurch sollte die Sandanspülung zwischen
 den Buhnen am Strand um über
einen Meter anheben und ihn damit bis
auf 40 m verbreitern. Somit wird der
Böschungsfuß des Hochufers angehoben
und die Schädigung der Steilküste durch
Wellenschlag und Unterspülung verringert.


Allerdings zeigte sich auch, dass der
Bau von Schutzmauern vor der Steilküste
 nicht den gewünschten Erfolg
brachte.

Andere Maßnahmen erstrecken sich auf
den Schutz der Steilküste von der Landseite.


Vom Pillauer Hafenbauamt wurde die
Anlage eines Waldstreifens von 100 m 11