Nachlese: Samländische Kulturwoche
Auch in der russischen Presse wurde über die Kulturwoche im Samland berichtet.
Hier ein Artikel aus der Zeitung „Baltisk am Abend“ vom 26.08.2004, nachfolgend
die deutsche Übersetzung:
WOCHE DER SAMLÄNDISCHEN KULTUR IN SWETLOGORSK
hausen eingegliedert worden sein. 1939
war das Waldhaus Dammbruch Gemeindeteil
der Gemeinde Schugsten.
1922 wurden Sandlauken mit rund 104
ha des zuvor in die Landgemeinde Trutenau
eingegliederten Gutsbezirks Trutenau,
99 ha der Gemarkung des Guts
Trutenau und 16 ha der Gemarkung Nesselbeck
in den Gemeindebezirk Neuhof
eingegliedert. Dadurch erhöhte sich die
Gesamtfläche der Gemarkung Neuhof
von 515,7 ha im Jahre 1905 auf 734,7
ha. 1939 umfasste die Gemarkung Neuhof
724,2 ha.
Nach offiziellen Angaben existierte im
Jahre 1939 in Neuhof ein landwirtschaftlicher
Betrieb mit über 100 ha (nach eigenen
Angaben Anfang 1945 96 ha)
Land. Sieben Betriebe bewirtschafteten
1939 20 bis unter 100 ha (40 bis 83 ha)
Land. Außerdem gab es nach inoffiziellen
Angaben im Januar 1945 einen Bauernhof
mit 35 und einen Hof mit 22 ha
Land. Sechs Betriebe bewirtschafteten
1939 10 bis unter 20 ha Land und fünf
Betriebe 5 bis unter 10 ha (5,9 bis 8 ha)
Land. Zur letzten Gruppe gehörten vier
landwirtschaftliche Nebenerwerbsbetriebe.
Bei 27 Besitzern von unter 0,5 bis 5
ha Land handelte es sich vorwiegend um
Hausbesitzer und Besitzer von „Parzellen“.
Nach der Stellung im Beruf (mit ihren
Angehörigen ohne Hauptberuf) gab es
1939 74 Selbständige, 46 Mithelfende
Familienangehörige, 33 Beamte und
Angestellte und 361 Arbeiter. 240 Personen
waren in der Land- und Forstwirtschaft,
204 in der Industrie und im
Handwerk und 26 Personen im Handel
und Verkehr beschäftigt.
Am 27. Januar 1945 wurde Neuhof von
sowjetischen Truppen besetzt. Nach dem
Krieg wurde der Gemeindeteil Neuhof
in Timofeevka umbenannt und gehörte
zum Rayon Gurjewsk (Neuhausen). Einige
Gebäude aus der deutschen Zeit sollen
dort noch vorhanden sein. Dieser
Gemeindeteil ist allerdings nicht zugänglich.
In einem russischen Ortsverzeichnis
von 1976 wird Timofeevka nicht mehr
erwähnt. Auch auf der russischen Karte
„Kaliningrad und Umgebung“ im Maßstab
1:50000, Moskau 1995, ist „Timofeevka“
nicht eingezeichnet. Der Gemeindeteil
Sandlauken wurde in Doroschnyj
umbenannt, gehört jetzt zum Rayon
Gurjewsk und zum örtlichen Verwaltungsbereich
(Dorfsowjet) Fräuleinhof
(Kutusowo). In Doroschnyj sind weniger
als 100 Personen ansässig. Hier sind
noch einige deutsche Häuser vorhanden.
Der Haltepunkt der Königsberg-Cranzer
Bahn in der Nähe von Sandlauken existiert
noch und trägt jetzt die Bezeichnung
„Kilometer 7“.
Dr. Manfred Klein
Wolfgang-Borchert-Str. 52
06126 Halle
Am 16. August fand im Club des
Militärsanatoriums der Stadt
Swetlogorsk die offizielle Eröffnung
der Ausstellung „Woche der
samländischen Kultur“ statt.
Die Ausstellung wurde von Historikern
und Heimatkundlem des Gebietes Kaliningrad
in Zusammenarbeit mit Mitgliedern
der Kreisgemeinschaft Fischhausen
veranstaltet. In der Woche kamen mehr
als 200 Gäste aus Deutschland.
Die Gäste wurden vom Vorsitzenden der
kreisgemeinschaft Fischhausen, Herrn
Louis-Ferdinand Schwarz, und dem Bürgermeister
der Stadt Swetlogorsk begrüßt.
Herr Schwarz unterstrich in seiner
Rede die Bedeutung solcher Maßnahmen
für den Kulturaustausch zwischen
dem Gebiet Kaliningrad und Deutschland.
Die Ausstellung hielt für den Besucher
historische Abbildungen der Ostseebäder
und der Stadt Königsberg bereit, aufbereitet
durch den deutschen Heimatkundler
Hans-Georg Klemm. Vergangenheit
und Gegenwart der Stadt Baltisk/
Pillau wurden mit Hilfe von Materialien
des Museums der Schule Nr. 6 und des
Museumsraums des Hauses der Kultur
der Stadt Baltisk illustriert. Großen Interesses
unter Frauen erfreuten sich selbst
gebastelte Puppen in ostpreußischen Nationaltrachten
auf der Volkskunstausstellung.
In Nationaltrachten gekleidet,
beantworteten deren Veranstalterinnen die
Fragen auch noch so wissbegieriger Besucher,
von denen manche gar die Exponate
kaufen wollten.
Zu den mit großer Aufmerksamkeit
verfolgten Themen gehörte die ostpreußische
Landwirtschaft. Gerhard Fischer
aus Rostock stellte zu diesem Thema
Materialien vor, die auf lebhaftes Interesse
unter den Besuchern stießen.
Am 18. August besuchte die vollständige
Delegation unsere Stadt. Viele
brachten ihre ganze Familie mit. In der
stadtgeschichtlichen Halle des BMK wurde
eine Kerze im Gedenken an all jene
angezündet, die in diesem Landkreis ihr
Leben verloren. Mitarbeiter des Ostseeflotten-Museums
veranstalteten eine
Führung durch die Zitadelle und führten
die Besucher durch die Stadt Baltisk.
Die Woche der samländischen Kultur
klang am 21. August aus. Die Mitarbeiter
des Militärsanatoriums der Stadt
Swetlogorsk bereiteten ein Festkonzert
vor. Mit vielen Worten wurde den Veranstaltern
für ihren herzlichen Empfang
der Gäste aus Deutschland gedankt. Wie
Herr Schwarz betonte, sei Ziel dieser
kulturellen Programme die Aufrechter-Redaktionsschluss
für Folge 166 ist der 10. April 2005
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