Full text : Unser Schönes Samland

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Stadt. Krankenhaus

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Herrn Prof. Dr.
Herbert A e b m a n n

Abs. Doz. Dr. Hans Franke.
Krankenhaus . i V ; n) n?Tad{usP
der Buiraherzigkeif ,
(0 Königsberg (Pr) 1 f t 7**7
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Brief aus Königsberg mit deutschem Poststempel vom 9.12.46

Lager 60-10 in Jütland abgebildet, die
in Königsberg - (Keni)gsberg in kyrillischer
 Schrift - gestempelt wurde. Leider
wurde die zusätzliche Briefmarke entfernt,
 so dass der Stempel nur bruchstückhaft
 zu erkennen ist. Interessant ist
der Text auf der Rückseite. Die Karte
wurde am 30.7.46 in Rauschen von dem
von den Sowjets eingesetzten Bürgermeister
 Stechert als Antwort an die
Adressatin geschrieben.

Der Text der Antwort aus Rauschen lautet:


Auf Ihre heute hier eingegangene Anfrage

 v. 11. April teile ich. mit, dass Herr

und Frau Sachtleber verstorben und von

den übrigen genannten Personen hier

nichts bekannt ist.

Villa Marienhöh ist unbewohnbar, im Eigenheim

 Rauschen Ort sitzen Königsberger

 Flüchtlinge.

Rauschen, den 30.7.46

Der Bürgermeister

Unterschrift: Stechert

Diese Karte bestätigt,
dass bereits im April 1946
Post nach Nordostpreußen
 gesandt wurde. Die
Beförderung dorthin hat
etwa 15 Wochen gedauert.
 Sie zeigt aber auch,
dass der von den Sowjets
eingesetzte Bürgermeister
 Stechert Frau M. eine
Antwort gab. Er wurde
etwas später abgelöst,
musste in der Mühle arbeiten
 und starb dort.
Pfarrer Hugo Linck
schreibt in seinen Büchern,
 dass er bereits am
Sonntag, 14. Mai, auf
dem Postamt Königsberg 9, eine Karte
und einen Brief aus Hamburg in Empfang
 genommen hat. Auf eine Rundfunkdurchsage
 hin, dass Briefe nach Ostpreußen
 geschickt werden konnten, sei
von seinen Verwandten sofort geschrieben
 worden. Zeitgleich kam auch in
Gumbinnen Post aus dem Reich an, die
in dem Eisenbahngebäude Meiserstraße
5 verteilt wurde.
Hartmut Saager berichtet über den
„Postverkehr von und nach Königsberg
in den Jahren 1945/46“ in den Rundschreiben
 der Arbeitsgemeinschaft Deutsche
 Ostgebiete e.V. über gesammelte
Karten und Briefe aus dieser Zeit. Interessant
 ist ein Brief aus dem Krankenhaus
der Barmherzigkeit, der mit dem deutschen
 Stempel des Postamtes 9 vom
9.12.46 entwertet wurde (s. oben links).
Er wurde nicht über Moskau geleitet
und ging in der Britischen Zone auch
nicht durch die Zensur. Die Behandlung
der Post verlief also unterschiedlich:
teilweise trägt sie Moskauer Stempel,

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teilweise nicht. Ebenso wurde ein Teil
der in der britischen Zone eingehenden
Post mit einem britische Zensurstempel
versehen, teilweise fehlt die Zensur.
Wie zuverlässig selbst unter diesen Umständen
 die deutsche Post arbeitete, dokumentiert
 die Karte auf dieser Seite. Sie
wurde 1947 in der britisch besetzten Zone
geschrieben, trägt einen britischen
Zensurstempel, erreichte den bereits ausgewiesenen
 Empfänger in Königsberg
nicht mehr und erhielt dort einen Vermerk
 „abgereist Grubert 05.12.1947“.
Diese Karte, die am 01.07. abgesandt
wurde, fand nach 5-monatiger Reise nach
Königsberg auch wieder den Weg zurück.

Zum Schluss dieses Kapitels noch eine
Postkarte der sowjetischen Post (s. Seite
20), die am 1. Januar 1947 in Cranz von
Ella S. geschrieben wurde und am 10.
Januar 1947 in Königsberg mit dem deutschen
 Stempel abgestempelt wurde. Dies
ist bisher der letzte bekannte Tag dieses
Königsberger Stempels.

Zusammenfassung
In der Endphase des 2. Weltkrieges wurde
 Ostpreußen und das Samland Kampfgebiet.
 Es gab keine geregelte Räumung
für Zivilpersonen und Behörden. Der zivile
 Nachrichtenverkehr riss ab, da die
regulären Postverbindungen unterbrochen
 waren. Bis April 1945 erreichten
nur noch vereinzelte Karten und Briefe,
die von der Feldpost mitgenommen wurden,
 ihr Ziel im Reichsgebiet. Dadurch
wurde die Verbindung zwischen den
Geflüchteten oder im Reich Lebenden
mit den in der Heimat Gebliebenen unterbrochen.

Erst mit der Aufnahme des Auslandspostverkehrs
 in Deutschland am 1. April
1946 kamen erste Briefsendungen in den
sowjetischen Teil Ostpreußen. Für die
Bevölkerung war das eine lange Zeit der
Ungewissheit. Es bestand jedoch weiterhin
 kein geregelter Postdienst. Die in
Königsberg eingehenden Briefe und Karten
 mussten dort beim einzigen Postamt
9 abgeholt werden. Eine Zustellung erfolgte

 allenfalls innerhalb
des Stadtgebietes. Für die
Bevölkerung in den samländischen
 Orten war es reine
Glücksache, wenn ihnen jemand
 ihre Post mitbrachte.
In den größeren Orten, bekannt
 ist es von Cranz, Neukuhren
 und Pobethen, richtete
 der Bürgermeister eine
Sammelstelle ein, die ca.
einmal wöchentlich Postsendungen
 nach Königsberg
 brachte und die angekommenen
 von dort mitbrachte.

Bei dem deutsches Postamt
 im sowjetischen Postkarte
 nach Königsberg vom 1.7.47, die an den Absender zurückgesandt
 wurde. 19