„Charlotte“, „Clara“ und „Grauduschus“.
Auf der Teichseite der Straße, beim Abzweig
nach Schönwalde, errichtete die
„Brauerei Königsberg“ eine Niederlassung,
später „Ostmark-Brauerei“. Und
schließlich endete die Bebauung entlang
des Teiches mit dem Besitz von Eggert
und dem Haus „Schmall“. Die meisten
der Grundstücke blieben später in Familienbesitz
bzw. behielten ihre Namen bei.
So die Pensionen Olzien und Weststem
sowie die Besitzungen von Frischgesell,
Worms, Carl Muschlien und Julius
Muschiin, und Eggert. Die Bäckerei
Resenberg übernahm etwa Mitte der 30er
Jahre Hundrieser und bei Worms bestand
zeitweilig das „Gasthaus am Teich“.
Auf der südlichen Teichseite gab es von
altersher das mit Stroh gedeckte Waschhaus
des Dorfes. Es war von einer Wiese
Kriegerdenkmal im Fichtenhain Archiv Rauschen
umgeben, die als Bleiche genutzt wurde
und zur Mühle gehörte. Auf dieser Wiese
fanden am Ende des 19. Jh. und noch
später die Feste des Dorfes statt. Mit dem
Bau der Wasserversorgung um 1910 entstand
an der Stelle des Waschhauses das
Pumpenhaus.
Der Mühlenteich als geselliger Mittelpunkt
Da die Badegäste wie auch die Bauern
und Fischer am Teich wohnten, spielte
sich auch das gesellige Leben bis ins 20.
Jh. am Teiche ab. Der Staudamm des
Teiches mit seinen von Ruhebänken umgebenen,
uralten Linden war die ideale
Promenade. In den Sälen des Hotels
„Bosin“ oder Liedtke wurde Tanzmusik
gespielt und schließlich lud der Teich zu
Kahnfahrten ein. Der 1903/04 gegründete
„Verschönerungsverein“ ließ im
Fichtenhain auf der südlichen Seite des
Teiches Wege anlegen und die Aussichtsplätze
mit Namen bedeutender Rauschener
Bürger versehen, z. B. Hilbertshöh
und Wichertshöh oder Schallersruh und
Kaiserplatz. Entlang des Teiches wurde
die Teichpromenade angelegt, die beim
Pumpenhaus begann und beim Zufluss
des Katzebaches eine ca. 1,5 m Brücke
über den Teich erhielt, die beim Abzweig
des Weges nach Schönwalde zur Dorfstraße
führte. Auf dieser Teichseite gibt
es etliche Ausbuchtungen, von denen die
größte „Kunzenwinkel“ heißt. Hier soll
früher eine alte Eiche gestanden haben,
die den Fotografen als Aussichtsplatz
diente. Nach dem 1. Weltkrieg wurde in
diesem Fichtenhain ein Kriegerdenkmal
zur Ehrung und an Erinnerung an die Gefallenen
errichtet.
Leider konnte ich keine Unterlagen über
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Der Mühlenteich im Winter Archiv Rauschen
den Zeitpunkt der Errichtung
von Rodelbahn
und Sprungschanze in
diesem Wald finden. Sie
waren im Winter ein
Tummelplatz für Jung
und Alt. Ebenso war natürlich
im Winter der
Teich selbst ein gutes
Sportgelände für Schlittschuhläufer.
Die kalten
ostpreu-ßischen Winter
gewährleisteten eine dicke
Eisdecke.
Hierzu ist bemerkenswert,
dass in der damaligen
Zeit ohne Kühlanlagen
das Natur-Eis in Eiskellern für den
Sommer aufbewahrt wurde. Es wurde
dann in Fleischereien und bei Brauereien
zur Kühlung von Fleisch und Bier verwendet.
So wurden auch im Mühlenteich
Flächen mit Tannenzweigen abgesteckt
aus denen dann das Eis in Blöcken von
den Brauerei-Niederlassungen herausgesägt
wurde. Diese Löcher bildeten eine
Gefahr für die beim Eissport unachtsamen
Personen. Leider sind dabei auch
einige Kinder ertrunken.
Der Mühlenteich heute
Vieles hat sich seit 1945 in Rauschen
verändert. Und diese Veränderungen sind
auch am Mühlenteich nicht vorüber gegangen.
Das Wasser sieht schmutzig aus.
Es gibt fast keinen Zulauf an Wasser,
weil die Feldentwässerung nicht mehr
funktioniert und damit der Durchlauf
fehlt. Die Mühle ist verschwunden und
an Ihrer Stelle steht eine Tankstelle, die
nicht arbeitet. Ebenso sind die Pensionen
und Hotels entlang der Dorfstraße
verfallen oder zu Wohnhäusern umfunktioniert.
Der Staudamm besteht weiter
und damit auch der Weg zum Bahnhof
Rauschen-Ort, jetzt Swetlogorsk I, durch
den Wald. Ein Teil dieses Naturweges
wurde betoniert und mit einer Treppe
versehen. Ebenfalls arbeitet hier noch
das Pumpenhaus. Leider sind einige der
alten Linden verschwunden und die übrigen
brauchen dringend einen „Baumdoktor“
zum Überleben. Etwa 1993 wurde
auf dem Damm eine kleine
Erfrischungshalle mit Sitzplätzen in einem
Gärtchen errichtet, die aber
inzwischen geschlossen ist. Die Wege im
Wald sind verwildert. 1991 bestand am
westlichen Teichende anstelle der früheren
Holzbrücke eine Betonbrücke als Anlegestelle
für die zahlreichen farbigen
Boote auf dem Teich. Die Boote gab es
2004 nicht mehr.
Die Bebauung entlang der Dorfstraße
besteht größtenteils noch. Einige Häuser
sind sehr schön renoviert oder erneuert.