Fuchsberg
Die
Teilnehmerzahlen bei unseren
Ortstreffen nahmen ständig ab. Eine
Feststellung, die Allgemeingültigkeit hat.
So schien mir ab diesem Jahr die Einbindung
in ein Treffen unseres Kirchspiels
Borchersdorf sinnvollerzu sein. Ich
suche schon seit einiger Zeit einen Nachfolger.
Leider ohne Erfolg. - Mehr als
20 Jahre nahm ich die Belange für unseren
Ort wahr, neben der Tätigkeit im
Kreisausschuss unserer Heimatgemeinschaft.
So setzte ich mich kurzentschlossen
mit Herrn Erhard Reglitzky in Verbindung,
mit dem schnell eine Übereinkunft
über unsere künftige Teilnahme an den
Kirchspieltreffen Borchersdorf getroffen
werden konnte. Dazu kam der Termin des
Treffens vom 18. - 20. Juli d. J. in Hitzacker/Elbe
gerade recht.
So wechselten alle meine Unterlagen
nach Riekau Nr. 15, Kr. Dannenberg. Und
es war schon bemerkenswert, wie schnell
die Einladungen nach der vorgegebenen
Liste erfolgten. Leider war die Resonanz
unserer Landsleute auf die Umstellung
noch bescheiden. Neben den Ehepaaren
Hasselberg (Siegfried) und Wulff waren
Christel Bohnsack geb. Allenstein und
Erwien Hopp angereist. Wie wir später
erfuhren, hatte das Ehepaar Kodlin wegen
Krankheit abgesagt. - Künftig wird
es also nur noch Kirchspieltreffen geben.
Die Zuständigkeit geht vollständig an
den gebürtigen Borchersdorfer Erhard
Reglitzky, Riekau Nr. 15, 29451 Dannenberg,
Tel. 05861/8679, über. Seine
Ehefrau unterstützt ihn in seiner landsmannschaftlichen
Arbeit tatkräftig, da er
auch gewähltes Mitglied im Kreisausschuss
der Heimatkreisgemeinschaft
Königsberg/Land ist.
Mein Eindruck als Teilnehmer des
Treffens war ausgesprochen positiv. Der
Tagungsort Hitzacker/Elbe ist in der touristisch
sehr reizvollen Eibaue gelegen.
Vor Jahren durchstreifte ich diese Gegend
per Fahrrad eine Woche lang mit meiner
Frau. Dieses Gebiet ist schon einen Urlaub
wert. Das Tagungshotel liegt idyllisch
an einem kleinen See, von einem
lockeren Baumbestand umgeben. Die
Beschilderung zum Hotel ist gut. Das
Treffen war gut organisiert und durchgeführt.
Sicher wird an anderer Stelle
darüber berichtet. Besonders zu erwähnen
war die familiäre Atmosphäre, die
ihren besonderen Niederschlag bei einer
gemeinsamen Kaffeetafel auf dem Anwesen
der Familie Reglitzky fand. Hier
war jedes Familienmitglied um das Wohl
der Gäste bemüht. Ostpreußische Gastfreundschaft!
An dieser Stelle noch einmal
vielen herzlichen Dank. Und das
Resümee: Ich weiß „meine“ Fuchsberger
in guten Händen und werde auch am
nächsten Kirchspieltreffen teilnehmen,
wenn meine Gesundheit es zulässt.
Es grüßt Euch
Klaus Wulff
Kulmer Straße 20 a
32602 Vlotho - 2
Tel. 05228 - 71 83
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Ortstreffen der Qroß Ottenhagener
Dass
Groß Ottenhagen wahrscheinlich
bereits vor 2000 Jahren besiedelt
war, erfuhren wir Groß Ottenhagener
(und die Teilnehmer aus der Umgebung)
bei dem Ortstreffen, das vom 21. bis 23.
April 2006 in Weiterode in der Nähe von
Bebra stattfand. Wir hatten das Glück,
dass Herr Timo Ibsen, Archäologe aus
Kiel, jetzt wissenschaftlich tätig beim Archäologischen
Landesmuseum Schleswig-Holstein,
uns wieder über seine
neuesten Forschungsergebnisse unterrichtete.
Er hatte das Gräberfeld von Groß
Ottenhagen (jetzt Berezovka), das bereits
in den 1920er Jahren von Herbert
Jankuhn untersucht war und dessen Funde
bis auf wenige Ausnahmen als verschollen
gelten, in den Jahren 2003 und
2004 erforscht. Um die Lage des Gräberfeldes
genau einzugrenzen, hatte Professor
Jankuhn drei Gebäude, nämlich
das Wohnhaus Blöhmke, die Scheune
Blöhmke und die Schmiede Fehlau in
sein Feldtagebuch eingetragen. Die originalen
Ausgrabungsberichte selbst und
zahlreiche Fundzeichnungen aus seinem
Nachlass haben sich glücklicherweise
erhalten. Sie lagern heute annähernd vollständig
im Archiv des Archäologischen
Landesmuseums Schleswig, Stiftung
Schleswig-Holsteinisches Landesmuseum,
Schloss Gottorf.
Das Gräberfeld von Groß Ottenhagen,
auf Grund dessen man unter dem heutigen
Ortskem oder zumindest in unmittelbarer
Umgebung eine Siedlung annimmt,
befindet sich am Rande der Kiesgrube
Blöhmke. Die Archäologen haben
drei sogenannte Belegungsphasen festgestellt:
Die erste datiert von etwa 30 v.
Chr. bis 480 n. Chr. und entspricht der
Epoche der Römischen Kaiserzeit; sie ist
gekennzeichnet durch Körperbestattungen
und Brandbestattungen. Die zweite
Belegungsphase ist die Zeit der Völkerwanderung
(nach 375); für sie sind ausschließlich
Brandbestattungen nachzuweisen.
Die dritte Phase ist die des frühen
Mittelalters (10. und 11. Jahrhundert).
Unter den menschlichen Brandbestattungen
lagen regelhaft unverbrannte
Pferdebestattungen.
Herr Ibsen hielt seine Zuhörer so in
seinem Bann, dass die zweistündige
„Lehrstunde“ keine Langeweile aufkommen
ließ; er referierte auf Wunsch der
Teilnehmer auch noch über seine derzeitige
Ausgrabung in der Nähe von Cranz,
dem Dorf Wiskiauten. Hier gibt es ein
bereits im Jahre 1865 entdecktes Gräberfeld.
Herr Ibsen, deutsche und russische
Archäologiestudenten graben nach der
dazugehörigen Ansiedlung, wo Pruzzen
und Wikinger gelebt haben dürften.
Herr Ibsen will beim nächsten Treffen
von den Ergebnissen seiner neuen
Ausgrabungen berichten; ihn interessiert
das Zusammentreffen mit früheren Bewohnern
des Landes, dessen Vorgeschichte
er jetzt erforscht. Wir Ostpreußen
können kaum glauben, dass sich heute
auch junge deutsche Wissenschaftler mit
der „grauen Vorzeit“ unserer Heimat beschäftigen,
und wir Groß Ottenhagener
sind stolz darauf, dass gerade in unserem
Dorf bedeutende Funde zutage gefördert
werden.
Trotz der lichtbebilderten Vorträge,
die am Sonnabend einige Stunden beanspruchten,
kamen die familiären und
nachbarschaftlichen Themen nicht zu
kurz. Und auch über die Gedichte und
Vorträge, die von unseren Landsleuten
geboten wurden, konnten wir lachen und
uns amüsieren. So wurde der letzte Abend 13