Der neue Bürgermeister von Rauschen, O. K.
Wernikowski, im Qespräch mit Klaus Lunau Foto: pnv.
len wir hoffen, dass der Plan wirklich
ausgeführt wird. Da sich immer mehr
reiche Leute aus Moskau und dem sonstigen
Mutterland sowie aus Kaliningrad
im Samland niederlassen, wird es auch
genug zahlungskräftige Gäste geben.
Aber nicht nur hier scheint die Zukunft
hoffnungsvoller auszusehen. Da nun endlich
auch das Thema Küstenschutz in
den Vordergrund gerückt ist, und somit
etwas Aussicht auf Badeorte mit ungefährdeten
Badestränden als Anreiz für
Touristen in vielleicht greifbare Nähe
kommen, könnte man etwas mehr Hoffnung
für den Erhalt bzw. die Wiederentstehung
der Samland-Badeküste mit
viel Kurbetrieb hegen. Wir ehemalige
Bewohner sollten - wo immer möglich
- dieVerwaltungen bei der Planung und
Ausführung dieser Vorhaben mit Ideen
und Unterlagen aus unserer Zeit unterstützen,
damit es sich auch für uns und
vor allem unsere Nachkommen wieder
lohnt, Reisen in die Heimat zu unternehmen.
Alles wird wirklich dankbar angenommen!
Bis in drei Monaten mit hoffentlich
erfreulichen Nachrichten
OCixu Ar cJLunau
Urlaub auf dem Bauernhof -
mit dem Fahrrad ins Samland
/^^^ach einer Busreise durch das land-S
I | schaftlich sehr schöne Masuren
V'im vorangegangenen Sommer
war bei mir das Interesse geweckt, auch
den nördlichen Teil Ostpreußens einmal
genauer kennen zu lernen. Also begannen
im November letzten Jahres die Planungen
für eine Radtour - per Rad sieht
man bekanntlich mehr - in die Oblast
Kaliningrad. Als „Mitradler“ waren auch
bald drei Sportfreunde gefunden, heimatliche
Beziehungen zu Ostpreußen
brachte keiner von uns mit.
Wir entschieden wir uns für die Anreise
mit der Fähre von Kiel nach Klaipeda
unter Mitnahme der eigenen Fahrräder.
Im Nachhinein eine goldrichtige und
zudem mit rund 190 Euro für Hin- und
Rückfahrt mit Übernachtung, Frühstück
und Fahrradtransport preiswerte Anreisevariante.
Eine Übernachtungsmöglichkeit
hatte ich zu meinem Erstaunen per
Internet auf einem Bauerhof in Holmy
(ehemals Miilsen), ca. 8 km südlich von
Selenogradsk/Cranz gefunden. Über eine
Kontaktadresse in Deutschland buchten
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wir dort Zimmer und erhielten die notwendigen,
notariell beglaubigten Einladungen,
um damit dann die russischen
Visen beantragen zu können. Es dauerte
so seine Zeit, klappte dann aber doch alles
so rechtzeitig, dass wir Anfang Juni
2004 gut gerüstet und froh gelaunt nach
Kiel zur Fähre fahren konnten. Abends
legte diese pünktlich ab und erreichte am
folgenden Tag nachmittags nach einer
ruhigen und zum Teil sehr sonnigen
Überfahrt Klaipeda.
Klaipeda empfing uns mit dem Lächeln
einer sehr hübschen Zollbeamtin.
Sie wollte von uns ein Dokument für
unsere Fahrräder, das wir aber nicht hatten
und auch nicht brauchten. Also noch
ein Blick in die Pässe von ihr, noch ein
Lächeln und „Viel Spaß in Klaipeda“.
Bis zu unserem Hotel „Aribe“ im Zentrum
von Klaipeda (sehr zu empfehlen)
mussten wir zunächst noch rund 15 Kilometer
radeln, vorbei an sozialistischen
Wohnsilos und natürlich über breite Ausfallstraßen.
Nachdem im Hotel unsere Fahrräder
äußerst sicher gleich neben der Rezeption
untergebracht worden waren, konnten
wir uns zu Fuß beruhigt Richtung Altstadt
wenden. Von dort war Musik zu
hören, auf dem Marktplatz war eine große
Bühne aufgebaut, das litauische Fernsehen
übertrug das dargebotene Programm
live, und zwar das Klaipeda Jazz-Festival.
Viele Menschen, tolle Stimmung,
so saßen wir am Brunnen des
Ännchens von Tharau, dem Rhythmus
der Musik folgend. Ab Mitternacht er-Auf
der Kurischen Nehrung kurz vor dem Orsteingang nach Rossitten, es sind noch 36 km bis Cranz.
Foto: priv. 59