Full text : Unser Schönes Samland

der drei anderen Bauern bewirtschaftete.
 Außerdem liegt die Vermutung
nahe, daß Duncker mit einem günstigeren
 Besitzrecht ausgestattet war. Bei
Post Keden (auch Post Kerdenn, Post
Kerde) handelt es sich um das 1367
erwähnte Gefilde („Feld“, campus)
Paskerden, aus dem Kleinheide hervorgegangen
 ist. Wahrscheinlich war
auch Dunkershöfen ursprünglich ein
Teil des Gefildes Paskerden. Die Formulierung
 „... sampt...“ legt die Vermutung
 nahe, daß auch noch um 1540
eine gewisse Beziehung zwischen Post
Keden und dem Hof Dunckers bestand.

Im Jahre 1600 bewirtschafteten
Martin und Mar ... je zwei bäuerliche
Zinshufen in Dunkershöfen bzw. in
Dunckers, wie der Ort damals offiziell

genannt wurde. 16 Jahre später erhält
der Waldknecht Andres Franz (identisch
 mit Andreas Frantz bzw. Franz)
eine Verschreibung über zwei Hufen
gegen Zahlung von 100 Mark je Hufe
„Erblichen zu Cöllmischen Rechten
Schaarwercks und aller andern Pflicht
frey“. Hierbei handelte es sich um
zwei ehemalige Waldhufen, die sich
Franz selbst urbar gemacht hatte und
für die er bis 1616 zu einem Geldzins
und zu Naturalienlieferungen verpflichtet
 gewesen war.
Im Jahre 1700 gab es in Dunkershöfen
 wieder zwei staatliche Bauernhöfe
 von je zwei Hufen. Einer dieser
beiden Höfe war allerdings nicht besetzt.
 1708 wird dieser Hof Andres
Büttner zu kölmischem Recht verliehen.
1714 wird der „Frey Büttner von

Das Qutshaus Dunkershöfen 1936.
Das Foto wurde zur Verfügung gestellt von Frau C/ertrud Oberstein, Kirn.

Dunckershöffen“ unter jenen Personen
aufgeführt, die dem König den „Erb-Huldigungs-Eid“
 im Amt Neuhausen
geleistet haben. 1777 existieren in Dunkershöfen
 nach amtlichen Angaben
zwei kölmische Höfe von je vier Hufen.
Einer der beiden Höfe - zu dem die beiden
 ehemaligen Waldhufen von Andres
Franz gehörten - wurde von Anton
Hommel bewirtschaftet. Die Richtigkeit
der angegebenen Hufenzahl für das Jahr
1777 ist anzuzweifeln. Bekräftigt werden
 diese Zweifel durch andere amtliche
 Unterlagen, wonach im Jahre 1779
zwei Kölmer insgesamt vier Hufen
Land bewirtschafteten. Außer den beiden
 Kölmern gab es 1779 in Dunkershöfen
 einen Hirten und drei Instleute.
Die Entwicklung zu einem Gut dürfte
 nach den Reformen Anfang des 19.
Jahrhunderts erfolgt sein. Um 1840 war
Dunkershöfen ein selbständiger Gutsbezirk.
 In den 80er Jahren des 19. Jahrhunderts
 bewirtschaftete Gutsbesitzer
Rautenberg wie auch Gutsbesitzer
Meller Anfang des 20. Jahrhunderts
156 Hektar Land. Letzter Besitzer des

Gutes Dunkershöfen war Paul Lästig,
der 200 Hektar Land bewirtschaftete.
Im Jahre 1540 gab es in Dunkershöfen
 eine „selbständige Existenz“
(einen Haushalt, zu dem auch das auf
dem Hof beschäftigte Gesinde gehörte).
 1774 hatte der Ort 20 Mahlgäste
(Einwohner ohne Kinder unter 12
und Personen über 60 Jahre), 1786
18 Mahlgäste, darunter eine Magd
und zwei Dienstjungens. Um 1840
hatte Dunkershöfen 36 Einwohner,
1885 70, 1905 28 und nach dem
Ortsbuch für das Deutsche Reich von
1938 58 Einwohner.
Mit Wirkung vom 30. September
1928 wurde der Gutsbezirk Dunkershöfen
 mit dem Gutsbezirk Kleinheide
zu einer Landgemeinde mit dem
Namen Kleinheide vereinigt. Mit Wirkung
 vom 1. April 1938 wurde die
Gemeinde Kleinheide in die Gemeinde
 Neuhausen eingegliedert.

Di: Manfred Klein,

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